Wir Grüne wollen die Gabelsbergergasse, eine kleine Gasse im Volkertviertel mit Hilfe des „Shared Space“-Modells aufwerten und haben deshalb in der letzten Bezirksvertretungssitzung einen entsprechenden Antrag gestellt.
Reflexartig lehnt die ÖVP diesen Vorschlag ab und fürchtet sich in der Bezirkszeitung vor einem “Parkplatzklau”.
Hier zeigt sich wieder einmal die Prioritätenreihung der ÖVP. Zuerst kommen die Autos, dann die Kinder.
Shared Space („gemeinsam genutzter Raum“) bezeichnet eine Planungsphilosophie, nach der vom Verkehr dominierter öffentlicher Straßenraum lebenswerter, sicherer sowie im Verkehrsfluss verbessert werden soll.
Zentrale Elemente jeden „Shared Space“-Modells sind
1) eine Verkehrsfläche in einer Ebene, also ohne Separierung in Fahrbahn und Gehsteig,
2) keine oder nur sehr wenige, abmarkierte Parkplätze, um bestmöglichen Sichtkontakt aller VerkehrsteilnehmerInnen zu gewährleisten, sowie
3) keine oder kaum Verkehrszeichen und Ampeln, nur die Rechts-Vorrangregel hat Gültigkeit.
Autoverkehr ist in einer „Shared Space“-Zone genauso möglich, doch sollte das Tempo an die Gegebenheiten angepasst sein, also nicht viel schneller als Schrittgeschwindigkeit.
Warum die Gabelsbergergasse?
Die Gabelsbergergasse ist eine kurze Straße ohne Durchzugsverkehr. Sie liegt zwischen der Volksschule Vereinsgasse und der Hauptschule Pazmanitengasse und könnte daher als Freizeit- und Spielraum für die SchülerInnen dienen.
Auch Baumpflanzungen sind auf Grund der Einbautensituation punktuell möglich, das hat die Gebietsbetreuung bereits vor Jahren erhoben.
Weiters bietet sich die Gabelsbergergasse auch deswegen an, weil SPÖ und Grüne in der letzten Bezirksvertretungssitzung beschlossen haben, dass die am Nordbahnhofgelände geplante Garage (direkt an den Schnellbahnschienen, in Fortsetzung von Am Tabor) zum Teil als Wohnsammelgarage fungieren soll. Die Entfernung zwischen dem Garagenstandort und der Gabelsbergergasse beträgt Luftlinie 300m. In den Richtlinien für Wohnsammelgaragen ist auch ein Rückbau von Stellplätzen an der Oberfläche vorgesehen, hierfür würde sich das Projekt Gabelsbergergasse anbieten. Das nur als Antwort auf die rhetorische Frage von VP-Bezirksparteiobmann Walter ‚Wohin mit den Autos?’.
Wir erwarten uns nun, dass der Magistrat ein Projekt ausarbeitet und dem Bezirk vorlegt.
Wir gehen zwar davon aus, dass der Antrag alleine noch nicht ausreicht, um dieses Projekt umzusetzen doch es war sicherlich der erste wichtige Schritt.
Wolfgang



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