Rechtzeitig vor der Wahl wollen wir die Leopoldstädter Bevölkerung daran erinnern, wer für die Einstellung der Leopoldstädter Straßenbahnlinie 21 verantwortlich ist. Es sind dies nicht die anonymen Wiener Linien, sondern SP-Bezirksvorsteher Kubik und seine schwarzen ÖVP-Vasallen.
Wir haben im Frühjahr alles in unserer Macht stehende unternommen, um den 21er zu retten. Leider lag das Schicksal des 21ers nicht in der Hand der Grünen, sondern in jener der SPÖ. Wir haben damals ca. 8.500 Unterschriften gesammelt und die SPÖ so weit gebracht, dass sie der Abhaltung einer AnrainerInnenbefragung über den 21er zugestimmt haben. Doch nur 17 Tage nach diesem Beschluss ist die ÖVP umgefallen und hat mit der SPÖ aus fadenscheinigen Gründen gegen diese Befragung gestimmt. Kurz danach haben die Wiener Linien bereits Schienen beim Einkaufszentrum Stadion herausgerissen, um vollendete Tatsachen zu schaffen.
Diese Woche fahren wir nun jeden Tag mit unserem – von einer Künstlerin designten – 21er-Radl (ein Lastenfahrrad mit Elektromotor) durch den Bezirk. Gestern Nachmittag dürfte ich das Gefährt kutschieren. Die Reaktionen der Passanten darauf sind durchwegs positiv: Applaus, Anfeuerungsrufe, Kinderlachen, aber auch ungläubiges Staunen.
Kaum hatte ich das Rad auf die Straße geschoben, kam bereits eine ältere Frau her und sagte zu mir: “ Der 21er geht uns hier im Stuwerviertel so ab. Wir müssen nun so weit zu Fuß gehen. Wann kommt er endlich wieder?“
Oder die junge Mutter, die mir bei unserm Infostand am Karmeliterplatz ihr Leid klagte. Sie wohnt in der Springergasse und ihre Tochter Anna geht in die Volksschule Kleine Sperlgasse. Früher mit dem 21er war das ganz einfach – aber jetzt? Der Bus 80A kommt in der Früh sehr unregelmäßig (Anm.: kein Wunder, er steckt am Schüttel oder am Praterstern im Stau). Und wenn sie mit Anna zur Straßenbahnlinie N vorgeht, dann ist der so überfüllt, dass sie wegen dem Gedränge oft Angst um Anna hat.
Daher nicht vergessen: Wahltag ist Zahltag. Ein wesentlich schlechtes Wahlergebnis für die SPÖ in der Leopoldstadt als im Wiendurchschnitt ist ein klares Signal an Bezirksvorsteher Kubik, seine bürgerInnenfeindliche Politik zu ändern.
Wolfgang

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