Auf die Radler „vergessen“

7 08 2010

Radfahren in der Leopoldstadt, Teil 2

Weitere 2 radfeindliche Örtlichkeiten in der Leopoldstadt:

RadfahrerInnen haben sich bei Baustellen in Luft aufzulösen

1) Die Wehlistraße östlich des Stadions wird derzeit umgebaut. Statt den 21er-Schienen wird es in Zukunft Schrägparkplätze geben. Außerdem wird es einen völlig sinnlosen Radweg geben. Dieser Radweg in einer Nebenstraße, am Gehsteig, versteckt hinter der Parkspur, mit lauter potentiellen Konfliktpunkten mit dem Autoverkehr bei jeder Kreuzung, ist nicht nur unnötig, sondern sogar gefährlich. Radstreifen auf der Fahrbahn wären die viel bessere Lösung.

Doch auch in der Bauphase zeigt die rote Bezirksvorstehung ihr Desinteresse an guten Radverbindungen. Im Zuge der Baustelle wurde in der Wehlistraße ab dem Marathonweg eine Einbahnregelung eingeführt – ohne Ausnahme für den Radverkehr. Wollen RadfahrerInnen ab dem Stadioncenter zum Praterkai fahren, so bleibt ihnen legalerweise jetzt nur mehr der Handelskai. Und der ist für RadfahrerInnen nicht wirklich zu empfehlen.
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Gefährliche Gehsteigradwege in der Leopoldstadt werden mehr!

30 05 2010

In der Wehlistraße entsteht ein weiterer Gehsteigradweg

Zum bisher größten Ärgernis der FussgängerInnen gehören die langen „ROT-Ampelphasen“ bei Kreuzungen, und nun kommt immer mehr ein weiteres  Ärgernis hinzu:  – GEHSTEIGRADWEGEdamit werden die RadfahrerInnen von den Straßen verbannt werden, und auf den Gehsteigen gegen die FussgängerInnen ausgespielt.

Die Radwegebenützungpflicht macht dies möglich und diskriminiert nicht nur die RadfahrerInnen, die Ihr Rad als Verkehrsmittel benutzen, sondern auch die, die schnell und sportlich unterwegs sein wollen – und sie erzeugt unlösbare Konflikte zwischen den schwächsten VerkehrsteilneherInnen.
So entsteht in der Leopoldstadt ein sinnloser Gehsteigradweg nach dem anderen. Weitere Bilder folgen.

Wurden bisher die Leopoldstädter „Autobahnen“ mit Gehsteigradwegen (z.B. Praterstern, Lassalle-, Prater- Nordbahn-, Franzensbrücken-, Obere- und Untere Donaustraße u.s.w.) versehen, was die KFZ-Geschwindigkeiten auf den Fahrbahnen nachweislich erhöht, werden nun auch in verkehrsberuhigten Straßen mehr und mehr Gehsteigradwege errichtet.

So werden zurzeit die gesamte Wehlistraße und die Engerthstraße (beides nur Anwohnerstraßen) mit Gehsteigradwegen ausgerüstet.

Statt vernünftige Fahrstreifen auf der Fahrbahn, die wesentlich günstiger kommen, hält man an der  gefährlichen Gehsteigradwegen fest, die nicht nur eine grosse Belästigung und Gefahr für FussgängerInnen darstellen, sondern auch RadfahrerInnen, vor allem durch abbiegenden Autos massiv gefährdet.

Die Details: Die Wehlistraße, sowie die Engerthstraße werden mit je einem Ein-Richtungs-Radweg ausgestattet.

Unfall am Radweg Ausstellungsstraße

Somit haben die AutofahrerInnen, wie schon jetzt in der neuen Ausstellungsstraße, eine freie und schnelle Fahrt und brauchen mit keinen Behinderungen durch die RadfahrerInnen mehr zu rechnen. Wie das rechte Bild zeigt, ereignen sich am Radweg Ausstellungsstrasse laufend Unfälle, z.B. beim Links-Abbiegen in die Wolfgang-Schmälzlgasse. Hier muss der Radweg irgendwie verlassen werden, und von ganz rechts nach ganz links die Fahrbahn überquert werden – wie das genau passieren soll, hat sich wohl niemand so recht überlegt – vor allem schwächere RadfahrerInnen kommen unter die Räder.

Fazit: - keine Gehsteigradwege im dichtverbauten Gebiet, Gehsteige für die FussgängerInnen – ein Fahrrad ist ein Fahrzeug und gehört auf die Fahrbahn. Das erhöht nachweislich die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer – also auch für die Autofahrer.

Die Leopoldstadt darf nicht zum Autoraser-Paradies werden, denn für die SPÖ sind RadfahrerInnen nur Freizeit und Sportradler. Für die ÖVP und der FPÖ bleiben die RadfahrerInnen sowieso Pedalritter, die nur den Autoverkehr behindern: Konsequenterweise werden von diesen Parteien überhaupt alle Massnahmen zur Förderung des Radverkehrs abgelehnt.

Für uns liegt der Wert des Radfahrens vor allem in der Alltagsmobilität, und dementsprechend fordern wir hier endlich ein Umdenken: Für eine alltagsgerechte Förderung des Radverkehrs, vor allem durch den Bau von Abstellanlagen, Verkehrsberuhigung auf den Fahrbahnen, und dem Ende des Radwegebaus (Radweg = „Rad weg“) a la SPÖ.

Robert





So könnte die Ausstellungsstraße aussehen!

19 05 2010

Zürich - Badenerstraße: Bim auf Rasengleis, daneben wenige Autos, keine Parkplätze

Im Zuge der U2-Eröffnung hat die SPÖ die Straßenbahnlinie 21 gekillt. Im Anschluss daran hat die Stadt Wien die Ausstellungsstraße umgebaut

So wie sich die SPÖ die perfekte Straße halt vorstellt – nämlich autogerecht:

Ausstellungsstraße: Betonwüste statt Lebensraum Straße

Jede Menge neue Parkplätze, zwei bis vier Fahrspuren, viele Ampeln, eigene Abbiegespuren und am Rand Radwege, die v.a. bei den Kreuzungen ein hohes Konfliktpotential mit FußgängerInnen und abbiegenden AutofahrerInnen in sich bergen. Und über weite Strecken völlig ohne Gehsteig auf der Seite des Praters – da braucht sich jetzt niemand wundern, dass die FußgängerInnen dort eben am Radweg gehen.

Wie wir befürchtet

U-Bahnaufgang Messe: Wenn die/der RadlerIn zwischen Stationsgebäude und Parkverbotsschild durchgekommen ist, lauern immer noch FußgängerInnen aus dem U-Bahnaufgang, die auf den Radweg steigen (und daran sind nicht die FußgängerInnen schuld, sondern die völlig verkorkste Anlage des Radwegs).

haben, ist die Ausstellungsstraße durch den Umbau zu einer Rennstrecke geworden, das Tempo ist eindeutig höher geworden. Klar, weder RadfahrerInnen noch eine Straßenbahn stehen nun mehr im Weg, die Straße ist zu einem seelenlosen, gefährlichen Schlauch verkommen.

Unter einem Grünen Bezirksvorsteher hätte die Straße sicher ganz anders ausgesehen. Wahrscheinlich so ähnlich wie die Badenerstraße in Zürich in der Nähe des Fußballstadions Letzigrund.

Dominierendes Element dieser Straße ist ein Rasengleis für die Straßenbahn. Daneben gibt es genau eine Fahrspur in beide Richtungen für den Autoverkehr. Aufweitungen für Abbieger habe ich dort keine gesehen.
Und ganz wichtig: Keine parkenden Autos am Straßenrand. Das gibt es übrigens häufig in Europas Städten.
Nur Wien ist anders – hier dominiert das abgestellte Blech den Straßenraum.

Ein weiterer Unterschied zwischen Wien in Zürich:

Zürcher Ampelschaltung: Wenn sich die Bim der Kreuzung nähert bekommt sie Grün, ohne dass sie stehen bleiben muss.

In Wien steht die Vorgabe „Öffis – Halt nur an Haltestellen“ seit 2003 im Masterplan Verkehr, dem offiziellen Verkehrskonzept der Stadt Wien. Doch in der Wiener Realität ist das viel zu selten umgesetzt – Papier ist eben geduldig.

In Zürich ist die Vorgabe in die Realität umgesetzt. Dort müssen die Öffis bei Ampeln einfach nicht stehen bleiben, weil sie immer rechtzeitig Grün bekommen.





„Großparkplatz“ Hollandstrasse: Parken jetzt auch noch am eh schon verschmälerten Gehsteigerl, und am Radstreifen möglich..

12 10 2009

Erst unlängst wurde der stadteinwärts linke Gehsteig der Hollandstrasse von angemessener Breite (die Hollandstrasse ist nunmal eine breite Straße), in einer geradezu unglaublichen Aktion, auf die amtliche Mindestbreite von 2m zurückgestutzt, und damit die Fahrbahn verbreitert — wir berichteten darüber.

Doch die Architekten dieser heroischen Leistung haben bei dieser Gelegenheit auch weitere Erleichtungen für den bedauernswerten Autoverkehr durchgesetzt:

So wurde der Randstein von ehemals fast 25cm auf leicht überfahrbare  Höhe von weniger als 10cm heruntergesetzt, um dem motorisierten Individualverkehr die leichtere Auffahrt auf den Gehsteig selbst, zum Zwecke des Parkens, zu ermöglichen.

Kinder- gegen Lieferwägen





Auch Strache steht auf Radwege(n)

7 05 2009
Radwege ziehen Wahlplakate offenbar magnetisch an

Radwege ziehen Wahlplakate offenbar magnetisch an

Nach dem Bericht über das rote Wahlplakat am Radweg ist mir nun ganz zufällig auch ein blaues Wahlplakat am Radweg im Weg gestanden. Zugegeben, das Strache-Plakat ist nicht ganz so raumfüllend, wie jenes vom Swoboda. Aber es steht auch ganz schön weit in den Radweg in der Oberen Donaustraße hinein. Würde das Plakat so weit auf die Fahrbahn hineinragen, würde die Krone den Verkehrsstadtrat vermutlich gleich zum Rücktritt auffordern.

Auch hier kann durchaus von dem üblichen Verhalten der FPÖ-MandatarInnen im Bezirksparlament darauf geschlossen werden, dass es keine Anweisung an die Plakat-Aufstelltrupps gibt, die Plakate nicht auf Radwegen aufzustellen.

Oder vereinfacht ausgedrückt: Die FPÖ Leopoldstadt lehnt prinzipiell jede Einbahnöffnung für den Radverkehr, jede Tempo 30 – Zone und jeden noch so geringen Parkplatzverlust für die Schließung von Radverkehrsnetz-Lücken ab – aus Angst um die armen AutofahrerInnen. Deswegen stört sie die Aufstellung dieses Plakats am Radweg wohl kaum.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis Herr Strache auf diesen Missstand reagiert. Beim Swoboda hat’s 6 Tage gedauert.

Wolfgang

P.S.: Um absurden Vorwürfen zuvorzukommen: Nein, ich habe den Plakatständer nicht selber auf den Radweg gestellt, wie mir dies im Beitrag zum Swoboda-Plakat 2x unterstellt wurde. Er stand schon so dort, als ich ihn gesehen habe.





Swoboda sperrt Radweg beim Praterstern ab

29 04 2009
Das "A-Team" stoppt RadfahrerInnen

Das "A-Team" stoppt RadfahrerInnen

Wer den Radweg bei der Kaiserwiese zwischen Hauptallee und Ausstellungsstraße benutzen will, hat es zur Zeit nicht leicht. Quer über den Radweg steht ein großer Plakatständer, von dem der SPÖ-Spitzenkandidat Hannes Swoboda und sein A-Team herunterlacht.  Will man am Herrn Swoboda vorbei, bleibt einem nur der Weg über die Wiese.

Wenn dieser Standort gewählt wurde, um die Aufmerksamkeit der RadfahrerInnen zu erlangen, ist dies damit eindrucksvoll gelungen. Wenn es um deren Stimmen bei der EU-Wahl geht, vielleicht nicht so sehr.
Wieso also dieser extravagante Standort? Hat sich das Stadtgartenamt dagegen ausgesprochen, dass das Plakat in der Wiese aufgestellt wird oder protestiert damit der Hr. Swoboda gegen die Radwegpolitik von Stadtrat Schicker?

Ich werd’ wohl den Herrn Swoboda direkt fragen und ihm jetzt noch ein Mail (s. unten)  schicken. Mal sehen, wie lange es dauert, bis der Radweg wieder freigegeben wird.

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Sehr geehrter Herr Swoboda!

Ihre Wahlkampftruppe hat in Wien bei der Kaiserwiese zwischen Hauptallee und Ausstellungsstraße ein großes Plakat mit Ihnen drauf aufgestellt. Quer über den Radweg.

Das ist einigermaßen störend und stellt einen vor die Frage „Wieso gerade dort?“.

Vielleicht wäre es Ihnen möglich, diese Frage zu beantworten und gleichzeitig die Freigabe des Radwegs zu veranlassen.

Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Kamptner
Verkehrssprecher der Grünen Leopoldstadt





BV Kubik lässt Ghostbikes wegräumen

3 03 2009
Ghostbike in der Taborstraße

Ghostbike in der Taborstraße

Es war ja leider zu erwarten. Den Rest des Beitrags lesen »





Radfahrsicherheitsgipfel in der Leopoldstadt

4 11 2008

Anlässlich des 3. toten Radfahrers in der Leopoldstadt innerhalb von 2 Wochen hat SP-Bezirksvorsteher Kubik einen Fahrrad-Sicherheitsgipfel für 18.11. einberufen.

Man darf gespannt sein, ob dieser Gipfel wirklich etwas bringen wird. Nämlich mehr Sicherheit für die RadlerInnen in der Leopoldstadt.

Wenn dieses Ziel erreicht werden soll, dann muss es aber echte Änderungen geben, nicht nur Kosmetik. Allen voran müssen die Zweirichtungsradwege auf Gehsteigen in der Leopoldstadt aufgelöst und durch sicherere richtungsbegleitende Radverkehrsanlagen auf der Fahrbahn ersetzt werden.

An diesem Gipfel sollen nicht nur die üblichen Mitglieder der Fachkommission Verkehr teilnehmen, die eben genau für diese gefährlichen Radwege mitverantwortlich sind, sondern auch die AlltagsradlerInnen der Organisation „critical-mass“. Übrigens, auch wir Grüne sind nicht in der Fachkommission Verkehr vertreten.

Und es muss klar sein, dass alle TeilnehmerInnen am Gipfel im Vorfeld die aktuelle Unfallbilanz der letzten drei Jahre für die Leopoldstadt bekommen, um die gefährlichsten Unfallpunkte zu kennen. Die Herausgabe dieser Unfallbilanz verweigert uns die SPÖ nämlich bereits seit Jahren (kein Witz!).

In Gedenken an den 3. toten Radfahrer in der Leopoldstadt hat die Organisation „critical-mass“ am vergangenen Mittwoch ein weiteres ghost bike an der Unfallstelle in der Taborstraße aufgestellt und der Grüne Gemeinderat Christoph Chorherr im Rahmen einer Presseaktion eine Gedenkkerze entzündet.


Wolfgang





Die schwarze Serie geht weiter

28 10 2008

Unfassbar. Heute starb in der Leopoldstadt der 3. Radfahrer innerhalb von 14 Tagen. Abermals überrollt von einem Lkw.

Der Radfahrer war auf dem Gehsteig-Radweg in der Taborstraße unterwegs, als ein Lkw-Fahrer von der Taborstraße kommend in den Frachtenbahnhof Nordwestbahnhof einbog und ihn offenbar übersah.

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