Es ist eine Schande

7 10 2010

Und wieder soll eine bestens integrierte kosovarische Familie, die bereits seit 6 Jahren in Österreich lebt, abgeschoben werden. Allerdings nur der Vater und die beiden 9-jährigen Zwillingsschwestern. Die Mutter ist wegen ihrem Kriegstraume in stationärer psychologischer Behandlung.

Über die skandalösen Vorgänge gestern früh informieren wientv.org und die ZIB13. Eine Schande für Österreich.

Wie ich bereits anlässlich der Demo zur Zogaj-Abschiebung geschrieben habe, ist das schreckliche daran die Tatsache, dass es in Österreich solche Gesetze gibt, die so etwas erlauben. Die diversen Verschärfungen im Fremdenrecht, die sich Innenministerin Fekter gewünscht hat werden von der gesamten Bundesregierung mitgetragen. Strache kann sich also darüber freuen, dass er SPÖ und ÖVP so weit gebracht haben, dass sie bereits FPÖ-konform denken und auch dementsprechende Gesetze erlassen. Während sich Häupl in diesem Wahlkampf als Bollwerk gegen Strache inszeniert, setzt Bundeskanzler Faymann die Strache-Politik um.

 

300 Menschen protestierten vor dem Schubgefängnis Rossauer Lände...

 

Am frühen Abend haben sich deswegen über 300 entsetzte BürgerInnen vor dem Schubgefängnis Rossauer Lände eingefunden und gegen die unmenschliche Behandlung der kosovarischen Familie protestiert. Der Protestzug zog über den Ring zum Wiener Rathaus, die ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse und dem Innenministerium bis zum Schottentor.

Ich erwarte mir von Bürgermeister Häupl, dass er im Falle der rigorosen und unmenschlichen Fremdengesetze seine Parteifreunde in der Regierung genau so schnell zur Vernunft bringt, wie im Falle der Wehrpflicht.

Wolfgang

 

dem Büro von Bürgermeister Häupl im Wiener Rathaus…

 

…der ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse…
… und dem Innenministerium.




Wahldebakel für die SPÖ – leicht erklärt

28 09 2009
BV Kubik hat auch dem EKZ Stadioncenter die Mauer gemacht

BV Kubik hat auch dem EKZ Stadioncenter die Mauer gemacht

Viele fragen sich, warum die SPÖ derzeit von Wahldebakel zu Wahldebakel wankt. Für mich ist das relativ einfach erklärt und hat natürlich sehr viel mit der Politik der Bundespartei unter Kanzler Faymann zu tun.

Die SPÖ betont – wie seit Jahrzehnten – dass sie für soziale Gerechtigkeit und Arbeitsplatzsicherung steht. Doch es reicht nicht aus, nur davon zu reden, man muss auch was dafür tun.

Stichwort soziale Gerechtigkeit:

Die Grundsicherung wird verwässert und verschoben, Einkommenssteuern werden in einer parteiinternen Arbeitsgruppe entsorgt, von der man schon lange nichts mehr gehört hat.

Die einzigen mutigen Aussagen kommen zur Bildungspolitik (Gesamtschule, etc.). Von einer Bildungsministerin, bei der man aber auch nicht den Eindruck hat, dass sie in dieser Frage die Rückendeckung der eigenen Partei genießt.

Stichwort Arbeitsplatzsicherung:
Die Verschrottungsprämie führt dazu, dass Autoindustrie ein paar Monate weitermachen kann wie bisher. Investitionen in sauteure Autobahnprojekte, wie z.B. die Lobauautobahn freut die Tunnelbaulobby und sichert im Verhältnis extrem wenig Arbeitsplätze.

Dagegen wird von der Regierung ein weiteres Schmalspur-Ökostromgesetz beschlossen. Damit wurde die Chance verpasst, die Weichen für die Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze zu stellen.
Von der SPÖ hört man dazu nur: „Mehr können wir uns nicht leisten.“ Grrrr – zum Aus-der-Haut-fahren.

Und in Wien? Den Rest des Beitrags lesen »





Sozialdemokratische (?) Steuerpolitik

9 04 2009

Lohnsteuern runter - Vermögenssteuern rauf!

Lohnsteuern runter - Vermögenssteuern rauf!

In Wien schaut Bundeskanzler Faymann mit ernstem Blick von vielen Wahlplakaten (äh, welchen Wahlkampf haben wir gerade eigentlich???) herunter. Neben seinem Konterfei steht der Satz „Mit der SPÖ um die Arbeitsplätze kämpfen.“

Wie er das machen will, steht natürlich nicht dabei.

Dabei wäre es relativ einfach, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von ArbeitnehmerInnen zu verbessern. Die Betriebe stöhnen unter den hohen Lohn- und Lohnnebenkosten, deshalb wäre es das wichtigste, den Faktor Arbeit steuerlich zu entlasten. Sagen die meisten WirtschaftsforscherInnen. Den Großteil der Steuerleistung tragen die LohnsteuerzahlerInnen und die KonsumentInnen über die Umsatzsteuer. Die Vermögenssteuern betragen in Österreich nur 0,6 Prozent der Wirtschaftsleistung, in Großbritannien machen Vermögenssteuern 4,6 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, in den USA 3,1 Prozent. Bei der Vermögensbesteuerung ist Österreich damit im internationalen Vergleich fast Schlusslicht.

Das muss sich ändern, will die Regierung wirklich um Arbeitsplätze kämpfen.

Das haben auch einige Linke in der SPÖ (z.B. der steirische Landeshauptmann Voves und Ex-Finanzminister Lacina) erkannt und es jetzt öffentlich gefordert. Doch Bundeskanzler Faymann hat umgehend abgewunken. Nicht mit ihm, keine neuen Steuern in dieser Legislaturperiode (also die nächsten 4 Jahre!). Das ist keine gute Nachricht für die arbeitenden Menschen, meint auch die Leitartiklerin der gestrigen Salzburger Nachrichten (by the way, die SN sind die beste Tageszeitung in Österreich…).

Sogar Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl (eher der rechten Reichshälfte zuzuordnen) hat schon die Einführung einer Vermögenszuwachs-Steuer gefordert.

Aber der Pröll Pepi hat's verboten...

Aber der Pröll Pepi hat's verboten...

Ich frag mich ja schon lange, warum die SPÖ das Wort „sozial“ noch in ihrem Namen trägt, eine Namensänderung auf ÖVP-A (A für Anhängsel) würde ehrlicher sein. Gusenbauer hatte wohl noch mehr Rückrat als Faymann, dennoch hat er sich von der ÖVP ziemlich abräumen lassen und mit der Abschaffung von Erbschafts- und Schenkungssteuer fast schon die letzten vermögensabhängigen Steuern entsorgt.

Liebe SPÖ-PolitikerInnen, wenn Ihr wirklich Arbeitsplätze schaffen wollt, dann müsst Ihr den Faktor Arbeit steuerlich entlasten und das Geld dafür bei den Meinls und Grassers und Haselsteiners usw. holen. Und wenn das nicht reicht, sind höhere Steuern auf fossile Energieträger auch noch möglich – und klimapolitisch natürlich höchst sinnvoll. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wolfgang





Grüne Jobs statt Graue Jobs – Was Faymann und Pröll von Obama lernen können

6 11 2008
Die Nordautobahn sorgt für weiteren Kaufkraftabfluss aus dem Weinviertel

Die Nordautobahn sorgt für weiteren Kaufkraftabfluss aus dem Weinviertel

Viel natürlich, gar keine Frage. Deswegen konzentriere ich mich in meinen Überlegungen nur auf die Klimapolitik.

Laut heutiger Medienberichten sagte der neue amerikanische Präsident Barack Obama u.a. folgendes: „Mein erstes Ziel im Weißen Haus wird eine neue Energiewirtschaft sein. Die „Grünen Jobs“ sind die Möglichkeit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die Wirtschaft wieder anzukurbeln und das Versprechen einzulösen, die USA in die Unabhängigkeit vom Erdöl zu führen.“

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