Wenn man sich den gestrigen Artikel in der Wiener Zeitung durchliest, muss man sich die Frage stellen, wer den Polizeieinsatz am Mittwoch nun tatsächlich veranlasst hat.

Mitte: Sängerknaben-Präsident Walter Nettig, rechts: Sängerknaben-Mäzen Peter Pühringer

Burghauptmann Beer
Der Wiener Burghauptmann Beer , der den Augarten (im Besitz der Republik Österreich, also des Volkes) verwaltet, erklärt hier (gleichlautend in der entsprechenden APA-Meldung):
“Wir haben auf Wunsch der Sängerknaben gehandelt.“
Weiter heißt es aber:
„Bemerkenswert ist jedoch, dass der oberste Sängerknabe, nämlich Präsident Walter Nettig, nichts von der Entscheidung wusste. „Ich war nicht eingebunden, aber ich stehe voll zum Bauprojekt“, erklärt der Ex-Chef der Wiener Wirtschaftskammer im Gespräch mit der „Wiener Zeitung“. Er lässt aber leise Kritik am Vorgehen durchklingen: „Ich bin ein Mensch, der gerne spricht. Ich weiß nicht, ob es notwendig war.“
Das ist ein klarer Widerspruch.
Was ist da also wirklich geschehen?
Hypothese 1: Beer ruft am Dienstag beim Sängerknaben-Portier an, der mit einer Räumung einverstanden ist. Der Sängerknaben-Portier erstattet dem Sängerknaben-Präsidenten aber keine Meldung von dem Anruf.
-> Ein Rüffel für den Sängerknaben-Portier ist das mindeste.
Hypothese 2: Alt-Sängerknabe und aktueller Sängerknaben-Präsident Walter Nettig hat Beer – direkt oder indirekt – gebeten, die Räumung des Augartenspitzes zu veranlassen. Nun hat er aber angesichts der vernichtenden Medienberichte über den Polizeieinsatz kalte Füsse bekommen, will von nichts gewusst haben und lässt Burghauptmann Beer im Regen stehen.
-> Nicht gerade die feine englische Art.
Hypothese 3: Burghauptmann Beer hat tatsächlich eigenmächtig gehandelt und schiebt die Sängerknaben als Veranlasser der Räumung vor.
-> Eine Untersuchung durch unabhängige Stellen ist angebracht. Sollte die Untersuchung ergeben, dass Burghauptmann Beer tatsächlich eigenmächtig gehandelt hat und danach die Unwahrheit gesagt hat, ist sein Rücktritt fällig.
Mehr Möglichkeiten zur Erklärung dieses Widerspruchs fallen mir nicht ein.
Dir/Ihnen vielleicht?
Wolfgang
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