“Her mit dem Zaster” – Volksbegehren für Steuergerechtigkeit

7 06 2012

Der Endspurt

  • Sind Sie für die Entlastung von Arbeits- und Erwerbseinkommen bei gleichzeitiger Anhebung von vermögensbezogenen Steuern?
  • Sind Sie gegen weitere Milliardengeschenke für Zocker-Banken?
  • Sind Sie dafür, dass Superreiche 1% pro Jahr für ihre Vermögen zahlen sollen?
  • Sind Sie dafür, dass eine Finanztransaktionssteuer eingeführt wird?
  • Sind Sie der Meinung, dass Arbeit viel zu hoch besteuert ist?
  • Sind Sie dafür, dass in einem der reichsten Länder der Welt – in Österreich – mehr für die  Armutsbekämpfung getan wird?

Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten, dann sollten Sie auch etwas dafür tun. Denn von alleine geschieht das nicht.

Und es gibt derzeit auch die Chance, etwas dafür zu machen. Und es ist gar nicht so schwer. Sie müssen nur auf Ihr zuständiges Bezirksamt/Gemeindeamt gehen und für die Einleitung des Steuergerechtigkeits-Volksbegehrens unterschreiben. Das ist gar nicht so schwer und dauert läppische fünf Minuten.

Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer.
Und der Mittelstand zahlt auch drauf.

Eine Woche, bis zum 15. Juni haben Sie dafür noch Zeit. Dann müssen die InitiatorInnen die notwendigen rund 8.000 Unterschriften beisammen haben. Noch fehlen einige Unterschriften.
Gehen Sie hin und unterschreiben Sie für ein gerechteres Österreich.

Wolfgang





Autobahnbau trotz Schuldenbremse?

12 12 2011

So können die Schulden ganz leicht gebremst werden

Die Schuldenbremse ist derzeit das Thema Nr. 1 in Österreich. Derzeit ist die Schuldenbremse aber nicht mehr als ein Schlagwort, mit dem die Regierungsspitzen die Ratingagenturen hinhalten wollen. Solange die konkreten Maßnahmen, mit denen 2017 ein Defizit von 0,35% erreicht werden soll, nicht einigermaßen klar sind, bedeutet eine Zustimmung zur Schuldenbremse, die Katze im Sack zu kaufen.

Autobahnen zerstören die Landschaft

Sehr eindeutig ist hingegen die Aussage von Finanzministerin Fekter, wonach es für Infrastruktur-Investitionen aber eine Ausnahme vom Schuldenstopp geben sollte. Und bei einer ÖVP-Vertreterin darf man getrost davon ausgehen, dass sie hier primär neue Autobahnen meint. Denn Nebenbahnen stellt diese Partei ja lieber ein.

Das darf doch wohl nicht wahr sein. Österreich hat bereits jetzt eines der dichtesten Autobahnnetze in der EU, unsere Autobahnen sind erstklassig ausgebaut. Wenn nun in Folge der Schuldenbremse in allen Bereichen, z.B. bei der Bildung, Gesundheit oder im Sozialbereich gespart werden soll, der Autobahnbau aber ungebremst weitergehen soll, so ist das unverständlich und ungerecht. Auch wenn die Asfinag-Schulden (12 Milliarden Euro) derzeit noch nicht budgetwirksam sind, so werden sie es in Zukunft sicher werden. Denn die Republik Österreich haftet zu 100% für die Schulden der Asfinag und spätestens unsere Kinder werden sie zurückzahlen müssen.

Aktion der Plattform vor dem Verkehrsministerium

Diese Problematik thematisiert daher bereits seit Monaten die Plattform Zukunft statt Autobahn, ein Zusammenschluss aus BürgerInneninitiativen gegen die Lobauautobahn und den wichtigen NGOs (Greenpeace, Global 2000, WWF, VCÖ, etc.). Wir unterstützen deren Forderung nach einer österreichweiten BürgerInnenbefragung über das Projekt der Lobauautobahn. Schließlich sind es ja 3 Mrd. an Steuergeldern von allen ÖsterreicherInnen, die letztendlich unter der Donau und dem Nationalpark vergraben werden sollen.

Wir haben u.a. aus finanziellen Gründen bereits 2010 einen Stopp des Autobahn-Neubaus gefordert. Daher unterstützen wir auch die heutige Forderung des VCÖs, den Autobahn-Neubau bis zum Jahr 2020 auf Eis legen. Damit sollen laut – sehr vorsichtiger – VCÖ-Schätzung Ausgaben von 4,5 Mrd. Euro vermieden werden. Geld, das nach der Schuldenbremsen-Logik mittelfristig durch Einsparungen im Sozial- oder Gesundheitsbereich oder durch neue Steuern aufgebracht werden müsste. Macht grob geschätzt etwa 1.000,- pro SteuerzahlerIn in Österreich.

Also, wenn schon sparen, dann bitte beim überflüssigen Neubau von Autobahnen anfangen!!!

Wolfgang





Wir feiern Frauensilvester!

29 09 2011

Frauen verdienen weniger als Männer, bloß weil sie Frauen sind. Jedes Jahr wird der Tag berechnet, ab dem Frauen, wären sie Männer – bereits vorher „verdient“ hätten. Der Equal Pay Day fällt 2011 in Österreich auf den 4. Oktober.

Finanziell gesehen ist der 4. Oktober ein für Frauen vorverlegtes Jahresende.
Darum:

Feiern Sie mit uns Frauensilvester!

Dienstag, 4. Oktober, von 17 – 20 Uhr
Fett+Zucker, 1020 Wien, Hollandstraße 16

Mit Brötchen, Sekt, Donauwalzer und noch viel mehr!

Wir freuen uns auf Sie!

Ruth Dögl, Bezirksrätin Grüne Leopoldstadt
Uschi Lichtenegger,
Klubvorsitzende Grüne Alternative Leopoldstadt
Martina Wurzer,
Gemeinderätin und Frauensprecherin Grüne Wien

Die Einkommensschere der Leopoldstadt klafft ziemlich auseinander:
hier betrug 2010 der
durchschnittliche Brutto-Jahresbezug einer Arbeitnehmerin Euro 23.254,-
durchschnittliche Brutto-Jahresbezug eines Arbeitnehmers Euro 30.355,-

Noch dramatischer ist die Situation bei Selbstständigen:
zu versteuerndes Einkommen Frauen:   72,1Mio. €
zu versteuerndes Einkommen Männer: 150,8Mio. €
(Quelle:
Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien – 2010, Seite 143 ff)





Aus für das kleine Glücksspiel! Auch in der Leopoldstadt?

14 09 2011

An Tagen wie den 14.9.2011 wird man sich als GrünpolitikerIn in dieser Stadt noch lange und gerne erinnern. Es ist der Tag an dem sich die Wiener rot/grüne Stadtregierung entschlossen hat, dem sogenannten kleinen Glücksspiel in Wien einen Ablaufstempel zu verpassen. Dieser lautet 31.12.2014. An diesem Tag laufen die Spielautomatenkonzessionen nach dem Wiener Landesgesetz aus und werden auch nicht mehr verlängert.

Beim Kleinen Glückspiel haben viele Menschen ihre Zukunft verspielt.

Es ist ein großer Erfolg für uns Grüne, weil es in der SPÖ nicht immer klar war, ob sie diesen Weg tatsächlich mit uns gehen wollen.

Was heißt dies für die Leopoldstadt?

In der Praterstraße, der Taborstraße und im Stuwerviertel, aber auch in vielen Nebengassen werden viele Lokale frei. Das bietet die Chance die „echte“ Nahversorgung wieder zu reaktivieren.  Nahversorgung, die in letzter Zeit immer mehr abhanden kam und die es sowohl aus ökonomischen wie auch aus ökologischen Gründen wieder geben soll.

Auch im Wurstelprater wird es viele Neuerungen geben. Das Überhand nehmen der „kleinen Glücksspieler“ in den letzten 20 Jahren, hatte schon etwas Widerliches.  Wien soll in Zukunft drei Casinostandorte (bisher einer) mit je 500 Spielautomaten bekommen. Diese Automaten, fallen in die Kompetenz des Bundes.

Wurstelprater neu – oder kommt ein riesiges Casino?

Die Spielcasinokonzessionen, zurzeit in der Hand der Casino Austria, laufen 2012 aus und es pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass sich die Novomatic für eine solche bewerben will. Der Standort dafür soll im Wurstelprater sein. So hat sich die Novomatic viele Parzellen – z.B. beim “Eisernen Mann” in unmittelbarer Nähe ihrer „Megaspielhalle“ in der Zufahrtsstraße – bereits gesichert, die sie jetzt brachliegen lassen, um am Tag X der Konzessionsvergabe mit dem Bau des Casinos beginnen zu können.

Obwohl noch keine Pläne vorgelegt worden sind, ist – betrachtet man die Bauten, die bisher von der Novomatic neu errichtet worden sind – architektonisch nichts besonderes zu erwarten.

Darüber hinaus stellen sich natürlich schon so mancherlei Fragen:

- Ist der Standort Wurstelprater für ein Casino gut gewählt?

- Passt es in ein Konzept für die zukünftige Entwicklung des Wurstelpraters?

- Was bedeutet es für den Bezirk und hier vor allem für das Stuwerviertel?

- Wie kommuniziert es mit dem neuen Standort der Wirtschaftsuniversität?

- Gibt es für das zusätzliche Verkehrsaufkommen auch ein brauchbares Verkehrskonzept?

Und noch viele andere Fragen.

Fragen, um die man sich nicht drücken darf. Die von den Grünen in der Leopoldstadt mit Sicherheit gestellt werden und als Basis für eine Zustimmung oder eine Ablehnung dieses Projektes herangezogen werden.

Wie stehen Sie dazu?





Demo gegen eine Budget-Sanierung auf Kosten der Zukunft

28 10 2010

Der Lobauautobahntunnel kostet mind. 1.700 Millionen Euro

Die Bundesregierung hat nun das Budget für 2011 beschlossen. Leider kommt es nicht zu den notwendigen Zukunftsinvestitionen. Weder wird die Verwaltungsreform angegangen, noch eine ökosoziale Steuerreform, alles nur Stückwerk.
Die Einsparung des Lobauautobahntunnels würde so viel Geld bringen wie 7 Jahre lang gekürzte Familienbeihilfe.

Stattdessen müssen wir Kürzungen bei der Pflege und indirekt auch bei der Bildung hinnehmen. Vor allem die Kürzung der Familienbeihilfe und die geplanten Studieneingangs-Prüfungen werden den freien Hochschulzugang empfindlich einschränken und die Budgets vieler Familien schmerzhaft verkleinern.

Aus diesem Grund unterstützen wir den Aufruf zu Protestmaßnahmen der Österreichischen HochschülerInnenschaft. Wir rufen zur Teilnahme an der Kundgebung am Donnerstag, den 28. Oktober auf.

Faymann und Pröll sprechen von einem sozial ausgewogenen Budget – und nehmen gleichzeitig 43.000 Menschen die Existenzgrundlage!
Statt das Budget ausgewogen zu gestalten wird vor allem bei jenen gespart, die am wenigsten Geld haben – Die Jugendlichen sollen über 250 Millionen Euro weniger pro Jahr an Familienbeihilfen erhalten. Die Senkung des Höchstbezugsalters von 26 auf 24 Jahre bei der Familienbeihilfe heißt für 43.000 Menschen in Österreich dass sie mit fast 3000 Euro weniger im Jahr auskommen müssen.

Auch arbeitssuchende junge Menschen werden in die Armut getrieben – ihnen wird zwischen 18 und 21 bzw. nach einer abgeschlossenen Ausbildung ebenfalls die dringend notwendige Familienbeihilfe genommen!

Die Jugendlichen werden um ihre soziale Absicherung und somit um ihre Zukunftschancen betrogen – das zeigt das Totalversagen der Regierung auf Kosten der jungen Generation und der Familien. Wir lassen uns das nicht gefallen und werden der Regierung zeigen, dass sie mit ihrem Kurs auf dem Holzweg ist. Das ist der größte Anschlag auf Österreichs Jugend seit 15 Jahren – wir wehren uns dagegen!

Wir demonstrieren gegen eine Budget-Sanierung auf Kosten der Jungen und der Familien damit auf Kosten der Zukunft!
Kommen Sie mit möglichst vielen FreundInnen und Gleichgesinnten zur Demo!

am 28. Oktober 16.00 Uhr, Uni Wien, Dr. Karl Lueger Ring 1; 1010 Wien
Abschlusskundgebung um 18.00 Uhr vor dem Wirtschaftsministerium, Stubenring 1, 1010 Wien





Riesenradplatzskandal – ist Wien wirklich gut verwaltet?

5 10 2010

Der Riesenradplatz: Nicht nur Kitsch, sondern auch ein Kriminalfall

In der Regel freut man sich als Politiker, wenn Vorhersagen, die man trifft, auch eintreten. Gedämpfte Freude kommt allerdings beim Skandal rund um den Riesenradplatz auf, weil da einfach der Schaden zu groß ist.

Bereits 2006 haben wir Grüne es vorhergesagt: Der Umbau des Riesenradplatzes ist ein Murks. Schlimmer noch. Nicht „nur“, dass die Errichtergesellschaft mit den von der Gemeinde Wien bereitgestellten 36 Millionen Euro für den Umbau nicht das Auslangen fand, wurde das gesamte Vorhaben auch noch dilettantisch abgewickelt. Es wurde geplant, wieder verworfen, wieder neu geplant, mittels Behördentricks erweitert, der Flächenwidmungsplan umgangen usw. Dadurch kam es natürlich zu Zeitverzögerungen. Doch ein Ziel war klar: Der Eröffnungstermin sollte vor der Fußballeuropameisterschaft 2008 sein. Das erforderte teure Überstunden, oft bis spät in die Nacht hinein.

Kostenexplosion auf der Baustelle

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Boykottaufruf – kauft nicht bei Hofer!

31 07 2010

Heute nachmittags fand auf der Mariahilfer Straße wieder ein Flashmob gegen das Bettelverbot statt, das am 26. März im Wiener Landtag mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und FPÖ in einer Änderung des Landes-Sicherheitsgesetzes beschlossen wurde. Danach war nicht – wie vorher schon - aggressives und organisiertes Betteln verboten, sondern auch gewerbsmäßiges Betteln.
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Absetzbarkeit von Spenden – wieso so selektiv?

5 08 2009
271 begünstigte Empfänger hat dasFinanzministerium aufgezählt

271 begünstigte Empfänger hat das Finanzministerium aufgezählt

Ich geb ja zu, ich weiß nicht genau, was der „Zweigverein zur Förderung der Katholischen Männerbewegung Linz“ oder die Ronald McDonald Kinderhilfe so alles machen. Es werden schon sinnvolle Aktivitäten sein.

Aber dass diese Vereine es auf die Liste der begünstigten Spenden-Empfänger des Finanzministeriums geschafft haben und Umweltschutzvereine wie Greenpeace, Global 2000 oder der WWF dies genauso wenig wie Amnesty International nicht, finde ich ziemlich ungerecht.

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Vermögensbesteuerung – konservative Mythen

20 04 2009

Die Reflexe rund ums Thema Vermögensbesteuerung bzw. Steuersystem an sich sind schon interessant, vor allem hier in Österreich. Besonders vorsichtig muss man werden wenn die Kampfbegriffe des Washington consensus aus dem Hut gezaubert werden – diese haben den offensichtlichen Zusammenbruch der neoliberalen Gedankenwelt überlebt. Dazu gehören “(Vermögens-) Besteuerung ist leistungsfeindlich” oder gar “Enteignung”, “der Mittelstand zahlt drauf” oder “die Leistungsträger müssen entlastet werden” – absichtlich kein Binnen-I, denn das kommt in den Kommentaren so gut wie nie vor…

Beginnen wir mit dem ach so armen Mittelstand. Wer ist dieses arme Wesen, das dauernd geschröpft wird, von niemanden verstanden und doch von allen umgarnt. Wo beginnt er und wo hört er auf. Vor allem im Rahmen der Debatte rund um die 50%-Einkommensteuer wurde der Mittelstand oft zitiert. Das Wort suggeriert doch so etwas wie die breite Masse, der Kit, der die Gesellschaft zusammen hält. Wenn dem so ist, wie passt das zusammen, dass weniger als 3% der ArbeitnehmerInnen mindestens 1 EUR mit 50% versteuern müssen – oder mehr als 97% diese 50%-Einkommenssteuer nur vom Hörensagen aber nicht aus dem eigenen Steuerbescheid kennen.

DIE OBEREN 3% der Bevölkerung sind NICHT DER MITTELSTAND

Hans Rauscher schreibt in seinem Kommentar im Standard es sei unredlich zu behaupten die “Reichen” sollen die Kosten der Krise tragen und Vermögensbezogene Steuern müssen unweigerlich den Mittelstand treffen. Andreas Unterberger meint in der Wiener Zeitung, dass alle “Reichen” im Falle einer Vermögensbesteuerung fluchtartig das Geld abziehen werden und dies im Ausland anlegen werden. Ich sehe schon die Kolonnen an Grinzinger Villen, die auf der Westautobahn und dann mittels Schiff in die Karibik ziehen. Und Hans Rauscher hat natürlich recht, dass die Kosten jetzt mal alle tragen werden, aber wie sieht dies zukünftig aus. Die Verluste werden gerade sozialisiert, also auf die Allgemeinheit aufgeteilt, aber was passiert mit den zukünftig zu erwartenden Gewinnen. Ist es dann wieder so, dass die Arbeitseinkommen jahrelang stagnieren werden während die Kapitaleinkünftige steil nach oben zeigen? Wenn nicht jetzt was dagegen unternommen wird dann droht genau das wieder. Gerade daher sind Vermögensbesteuerung und vor allem eine Behandlung von Kapitaleinkommen wie normale Einkommen so wichtig und richtig. “Vermögenszuwachs” ist eine Art von Einkommen, Punkt!

Nein, die Steuerflucht wird nicht einsetzen, wohin denn auch, hat doch Österreich ein Steuerniveau an vermögensbezogenen Steuern, welches weit unter dem OECD-Schnitt liegt.

Michael Prüller schreibt in der Presse, dass der internationale Vergleich der Vermögensbesteuerung nix über die Sinnhaftigkeit und das optimale Niveau aussagt – Häääh. Das kommt doch von der Zeitung, die am permanent von zu hohen Lohnnebenkosten (im internationalen Vergleich) und zu hohen Unternehmenssteuern (im Vergleich zu den Nachbarländern) spricht und den Mythos der internationalen Wettbewerbsfähigkeit pflegt. Ah ja die Steuerflucht im Falle der Vermögensbesteuerung habe ich in der Presse auch schon des öfteren gelesen. Aber internationale Vergleiche bei zu niedrigen Steuerquoten sind natürlich vollkommen unsinnig !?!

Fazit: Ein sinnvolles System der Vermögensbesteuerung (saldiert und mit Freibeträgen) und eine Behandlung von Vermögenszuwächsen wie ganz normales Einkommen sind die Grundlagen einer solidarischen Steuerpolitik, in dem nicht nach dem potentiellen Grad an Mobilität, sondern nach der potentiellen steuerlichen Leistungsfähigkeit besteuert wird.

Markus Rathmayr





Sozialdemokratische (?) Steuerpolitik

9 04 2009

Lohnsteuern runter - Vermögenssteuern rauf!

Lohnsteuern runter - Vermögenssteuern rauf!

In Wien schaut Bundeskanzler Faymann mit ernstem Blick von vielen Wahlplakaten (äh, welchen Wahlkampf haben wir gerade eigentlich???) herunter. Neben seinem Konterfei steht der Satz „Mit der SPÖ um die Arbeitsplätze kämpfen.“

Wie er das machen will, steht natürlich nicht dabei.

Dabei wäre es relativ einfach, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von ArbeitnehmerInnen zu verbessern. Die Betriebe stöhnen unter den hohen Lohn- und Lohnnebenkosten, deshalb wäre es das wichtigste, den Faktor Arbeit steuerlich zu entlasten. Sagen die meisten WirtschaftsforscherInnen. Den Großteil der Steuerleistung tragen die LohnsteuerzahlerInnen und die KonsumentInnen über die Umsatzsteuer. Die Vermögenssteuern betragen in Österreich nur 0,6 Prozent der Wirtschaftsleistung, in Großbritannien machen Vermögenssteuern 4,6 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, in den USA 3,1 Prozent. Bei der Vermögensbesteuerung ist Österreich damit im internationalen Vergleich fast Schlusslicht.

Das muss sich ändern, will die Regierung wirklich um Arbeitsplätze kämpfen.

Das haben auch einige Linke in der SPÖ (z.B. der steirische Landeshauptmann Voves und Ex-Finanzminister Lacina) erkannt und es jetzt öffentlich gefordert. Doch Bundeskanzler Faymann hat umgehend abgewunken. Nicht mit ihm, keine neuen Steuern in dieser Legislaturperiode (also die nächsten 4 Jahre!). Das ist keine gute Nachricht für die arbeitenden Menschen, meint auch die Leitartiklerin der gestrigen Salzburger Nachrichten (by the way, die SN sind die beste Tageszeitung in Österreich…).

Sogar Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl (eher der rechten Reichshälfte zuzuordnen) hat schon die Einführung einer Vermögenszuwachs-Steuer gefordert.

Aber der Pröll Pepi hat's verboten...

Aber der Pröll Pepi hat's verboten...

Ich frag mich ja schon lange, warum die SPÖ das Wort „sozial“ noch in ihrem Namen trägt, eine Namensänderung auf ÖVP-A (A für Anhängsel) würde ehrlicher sein. Gusenbauer hatte wohl noch mehr Rückrat als Faymann, dennoch hat er sich von der ÖVP ziemlich abräumen lassen und mit der Abschaffung von Erbschafts- und Schenkungssteuer fast schon die letzten vermögensabhängigen Steuern entsorgt.

Liebe SPÖ-PolitikerInnen, wenn Ihr wirklich Arbeitsplätze schaffen wollt, dann müsst Ihr den Faktor Arbeit steuerlich entlasten und das Geld dafür bei den Meinls und Grassers und Haselsteiners usw. holen. Und wenn das nicht reicht, sind höhere Steuern auf fossile Energieträger auch noch möglich – und klimapolitisch natürlich höchst sinnvoll. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wolfgang








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