Das Bezirksparlament tagt wieder

27 03 2012

Wieder einmal ein Live-Blog von der Sitzung der Bezirksvertretung Leopoldstadt.

Das Amtshaus in der Karmelitergasse 9

16 Uhr: Es gibt heute wieder einmal eine Menge ZuschauerInnen. Gut, wenn diese Sitzungen nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Anträge aus verangenen Sitzungen:

- Wir wollten, dass die Zufahrt zum Schulzentrum Kl. Sperlgasse von illegal einfahrenden bzw. parkenden Pkws freigehalten wird.
Es gab eine Ortsverhandlung. Ergebnis: Keine baulichen Maßnahmen möglich, aber die MA67 wird ersucht, verstärkte Kontrollen durchzuführen, um das Fahrverbot zu kontrollieren.
Na immerhin, hoffen wir, dass das etwas bringt.

- Wir haben beantragt, dass die Endstelle der Linie 11B verlegt wird, weil die derzeitige Endstelle eine unzumutbare Lärm- und Abgasbelastung für die AnrainerInnen darstellt. Stadträtin Brauner antwortet, dass das leider nicht sinnvoll und möglich sei.
Von Grüner Seite war das sicherlich nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit.

Und nun kommen wir zu den heutigen Anträgen:

- Die ÖVP verlangt, dass die Zelte auf der Wiese neben dem Augartenspitz polizeilich geräumt wird. Die SPÖ erklärt, dass sie getrennt abstimmen werden. Das kommt sonst fast gar nicht vor, sehr ungewöhnlich.
VP-Hefelle, der medial die Räumung verlangt hat, berichtet von persönlichen Bedrohungen, die ihm erzählt wurden. Er sagt, dass sich die SPÖ durchlavieren will und dass Häupl ein großer Befürworter der Konzerthalle ist.
Hefelle glaubt nicht, dass es hier tatsächlich Demonstrationen bzw. Veranstaltungen gibt.
Adi Hasch (Grüne): Es finden regelmäßig Kulturveranstaltungen im Zelt statt. Es ist halt eine andere Art der Kultur, nicht die Sängerknaben-Kultur.
Beide Kulturformen haben ihre Berechtigung. Verschiedene Kulturformen müssen in der Leopoldstadt möglich sein.
Hefelle repliziert: Er hat 13 Ostbahn-Kurti-CDs, aber keine einzige der Sängerknaben. (*Aha, löblich, aber was sagt uns das?*)
Inzwischen ist Hefelle bei der Verkehrspolitik der Grünen angelangt, interessante Verknüpfung…
Ihn stört die Besetzung und sagt, dass das auch die Bevölkerung so sieht – behauptet er…
Hasch erklärt, dass Hefelle den Kulturkampf begonnen hat, indem er diesen Antrag gestellt hat.
Dögl (Grüne): Es geht um den öffentlichen Raum. Auch die Sängerknaben besetzen öffentlichen Raum. Wer beschwert sich hier wirklich?
Lichtenegger (Grüne): Es ist dort keine Besetzung, es ist eine öffentliche Kundgebung, die polizeilich angemeldet und nicht untersagt ist. Diese Kundgebung ist ein Recht aller Staatsbürger. Schlimm, wenn dieses Grundrecht von der Bezirksvertretung beschnitten wird.

Abstimmung: Der Antrag wird mit den Stimmen von FPÖVP und einigen BezirksrätInnen der SPÖ knapp angenommen. Hier haben die Stimmen der SPÖ den Ausschlag gegeben.

- Wir beantragen Radfahren gegen die Einbahn in der Glockengasse von der Gr. Stadtgutgasse bis zur Novaragasse.
Der Antrag wird mit den grünroten Stimmen der Verkehrskommission zugewiesen.

- Seit heuer halten sich viele AutofahrerInnen nicht mehr an das Wochenendfahrverbot in der Stadionallee/Meiereistraße. Trotz häufiger Polizeipräsenz hat sich daran in den letzten Wochen nichts geändert. Wir beantragen, dass Maßnahmen gesetzt werden, die diese Entwicklung unterbinden. Diese Maßnahmen sollen in der Verkehrskommission erarbeitet werden.
Der Antrag wird gegen die Stimmen der FPÖ der Verkehrskommission zugewiesen.

- Die FPÖ beantragt ein generelles Bettelverbot im Bezirk.
Es gibt eine grundsätzliche Debatte zwischen uns und der FPÖ. Die FPÖ „sorgt“ sich um die armen Bettler aus Osteuropa und breitet alle gängigen Gerüchte aus – Zwang, Selbstverstümmelung, organisiertes „Verbrechen“, Verschleppung, Gsindl, Autoschieberbanden, etc.
Wir meinen, dass die Armut bekämpft werden soll und nicht die Armen.
Die ÖVP glaubt zwar auch, dass die meisten Bettler zu organisierten Banden gehören, aber es gibt auch einige wenige andere. Und jene würden mit diesem Antrag auch getroffen werden, deshalb wird die ÖVP getrennt abstimmen.
Die SPÖ wird dagegen stimmen, weil es eh ein neues Landesgesetz gibt, welches gegen die organisierte Bettlerei gerichtet ist.
Abstimmung: Alle außer der FPÖ stimmen gegen den Antrag.

- Die SPÖ bringt einen Antrag ein, der die Prostitution von 6-22h verbieten soll. Es soll geprüft werden, ob die Straßenprostitution überhaupt in der Leopoldstadt verboten werden kann. Auch sollen die rechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung von selbstverwalteten Laufhäusern geprüft werden.
Lichtenegger (Grüne) berichtet, dass es derzeit auf Landesebene intensive Gespräche gibt, um die Schwächen des aktuellen Prostitutionsgesetz zu beheben. Diese Gespräche sollten abgewartet werden, es soll keine Präjudizierungen durch einen Beschluss der Bezirksvertretung geben. Deshalb werden die Grünen den Antrag ablehnen.
Ein Tiefpunkt der Debatte stellt ein Zwischenruf eines bekannten FPÖ-Scharfmachers und -Bezirksrat dar: Als Uschi über die aktuellen Entwicklungen berichtet und erwähnt, dass die schwarzen Prostituierten untergetaucht sind, ruft dieser FPÖ-Bezirksrat dazwischen: „Gott sei Dank!“ – Kommentar überflüssig…
Der Antrag wird mit den Stimmen von SPÖ und FPÖVP angenommen.

- Die SPÖ möchte die Parkraumbewirtschaftung rund um die Wirtschaftsuni und das Viertel2 ausdehnen, was natürlich Sinn macht.
Der Antrag wird von Grünen und SPÖ mehrheitlich angenommen.

- Wir wollen, dass die U2-Station Taborstraße auf Taborstraße/Augarten umbenannt wird. Diesem Vorschlag haben die anderen Parteien bereits in der vorhergehenden Präsidiale zugestimmt, sodass daraus ein Allparteienantrag wurde, dem in der Sitzung natürlich alle zustimmen.

Die Sitzung endet ca. um 18:15 Uhr.

Wolfgang





Ingeborg Strobl: WIEN UND ANDERSWO

18 03 2012

 

Ingeborg Strobl – Präsentation in Wort und Bild
Donnerstag, 22.03.12, 19:00 Uhr
grün2, Novaragasse 7

Die Präsentation WIEN UND ANDERSWO umkreist alltägliche Realitäten ohne das Gerüst der üblichen Kategorisierungen. Ein anderer Blick auf Vertrautes, andere, verborgene Zusammenhänge – sehr subjektiv wahrgenommen und interpretiert.
Einen direkten Blick auf das Besondere bietet das Lokal der Grünen Leopoldstadt, das nun zum Teil der Präsentation wird: Strobls Wand-Arbeit für den U2 Aufgang Novaragasse „Ein Garten (zum Beispiel)“, direkt vis-à-vis der Grünen.

Frühlingsbotschaft 

Für viele Leopoldstädter/innen ist Ingeborg Strobls florale Wand-Arbeit zum U2-Aufgang Novaragasse „Ein Garten (zum Beispiel)“ Alltagsvertrautheit.
Inmitten des urbanen Raums erkennen nicht nur wir Grünen von visà-vis die Zeichen für ein neues politisches und ökologisches Verständnis, das uns an den Wert von lokalen Pflanzen und Lebensmitteln erinnert.
Die Gelegenheit der Urheberin des „Gartens“ zu begegnen, bietet sich am Donnerstag im grün2.

Ingeborg Strobl, 1949 in Schladming geboren, studierte 1967-72 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, 1972-74 am Royal College of Art in London. Sie lebt und arbeitet in Wien.
Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und Projekte im öffentlichen Raum bezeugen die Bandbreite ihrer künstlerischen Arbeit.
In den 1970er Jahren arbeitete Ingeborg Strobl vor allem als Keramikerin und Grafikerin. In den 80er Jahren erfolgt eine Hinwendung zu formal reduzierten, zeichenhaft-symbolischen Tierfiguren. Zusammen mit Ona B., Evelyne Egerer und Birgit Jürgenssen gründete sie 1988 die Gruppe „Die Damen“, prozessorientierte Performance stand im Vordergrund. Ingeborg Strobl ist in verschiedenen Medien wie Fotografie, Film, Grafik, Comics, Künstlerbuch, Installation, Film oder Objektkunst zu Hause. Allen Medien immanent ist die Thematisierung von Natur, Kunst und Künstlichkeit.

 





Das war die Ehrung von Gül Lüle zur Frau des Jahres 2012

12 03 2012

Ulli Böhmdorfer und Alev Korun bewunderten mit Gül Lüle die "Leopoldine". Foto: Martin Juen

Am 8. März 2012, dem Internationalen Frauentag, vergaben die Grünen Leopoldstadt die Auszeichnung Frau des Jahres an Gül Lüle.
Der Preis ist mit 1.100 € dotiert. Gül Lüle ist Mitbegründerin und Leiterin des Frauentreffs, sie setzt sich engagiert und einfühlsam für die Frauen und Mädchen im Volkertviertel ein. Derzeit wird mit ihrer Hilfe ein EU-Projekt, ein Lerncafé am Markt, mit den Partnern Integrationshaus und VHS 16 verwirklicht.

Ulrike Böhmdorfer moderierte die feierliche Ehrung, sie erzählte von den bisherigen Frauen des Jahres und ihren hervorragenden Leistungen und hob immer wieder hervor, Frauen, ihr seid spitze und handelt danach!!!

Maxie Klein vom Vorstand der Grünen Frauen Wien betonte die immer noch nicht erfüllten Forderungen der Frauen nach über 100 Jahren nach gleichen Rechten und gleichem Einkommen und hob das wahrhaft schlechte Ranking Österreichs im Internationalen Vergleich hervor.

Uschi Lichtenegger, Klubobfrau der Grünen Leopoldstadt, erzählte vom Ungleichgewicht der Benennung im öffentlichen Raum: 92 % der nach Menschen benannten Straßen tragen Namen von Männern; nur 8 % einen von Frauen, die genauso für die Gesellschaft aktiv waren, die nicht minder großartige Leistungen erbracht haben. Ein wirklich positives Beispiel ist in Wien vor ein paar wenigen Wochen gelungen, in der Seestadt Aspern scheint die Sonne – Sonnenallee – auf lauter Straßen, die nach Frauen benannt sind – unter anderem nach Anne Frank oder Ella Lingens.

Nationalrätin Alev Korun erwähnte in ihrer Laudatio, die sie in türkisch und deutsch hielt, dass sie immer wieder von Mainstreammedien gefragt wird, wieso die Frauen nicht deutsch lernen würden… Ein Besuch im Frauentreff bei Gül Lüle beantwortet alle Fragen der JournalistInnen; vor kurzem ist darüber ein Bericht in der Furche erschienen.

Viele Frauen folgten der Einladung und feierten die Frau des Jahres, Gül Lüle. Foto: Martin Juen

Auch Gül Lüle ging in Ihrer Dankesrede auf die besonderen Bedürfnisse der Frauen ein. Manche haben noch nie eine Schule besucht oder die Schulzeit liegt Jahrzehnte zurück.

Die Leopoldine wurde von der Leopoldstädter Künstlerin Nora Dibowski gestaltet und von Bezirksrätin Sabine Oberneder überreicht.

Yasmine Piruz mit Partner Kurt Obermair sang Lieder in verschiedenen Sprachen und begeisterte damit das internationale Publikum, das noch lange feierte!

Die Grünen Leopoldstadt dankten Gül Lüle und Alev Korun mit Frühlingsblumen und wünschten den zahlreich erschienenen Frauen Alles Gute zum Frauentag!

Fotoalbum von der Ehrung und vom Fest für Gül Lüle:

http://www.flickr.com/photos/leopoldstadt/sets/72157629545727977/

Uschi Lichtenegger





Grüner Lauftreff ab 12. März im Prater

11 03 2012

Die Grüne Sportvernetzung lädt zum ersten gemeinsamen Laufengehen ein, und zwar möchten wir, Christoph Obenhuber und Dominik Lueger ab sofort einen regelmäßigen Lauftreff anbieten. Der erste Termin findet am Montag, den 12. März statt, der Treffpunkt ist um 18:30 Uhr bei der “Kilometer 2″-Markierung  auf der Prater Hauptallee (auf Höhe des Ernst-Happel-Stadions).

Geplant ist, sich an einem fixen Wochentag zumindest alle 2 Wochen zu treffen (vorläufig mal der Montag, um sportlich in die Woche zu starten ;-) ) und die Hauptallee zu belaufen, ein bissl zu quatschen und auch ein paar inhaltliche Inputs zum Aufwärmen, Dehnen, Lauftechnik, Trainingsplänen oder Ähnliches zu geben.

Mehr zu den grünen Sportaktivitäten: Grüne Sportvernetzung auf Facebook





Grün2 eröffnet am Marianne-Schoiswohl-Platz

7 03 2012

Nur noch wenige Stunden, dann eröffnet Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou unser neues Grünes Bezirkslokal in der Novaragasse 7.

Ein besonderes Zuckerl ist auch die Aktion Wienerinnenplatz der Grünen Frauen Wiens, Frauen im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und einen feministischen Stadtplan zu erstellen. So liegt Grün 2 am Marianne-Schoiswohl-Platz, eine großartige Frau, die wir Grünen Anfang des neuen Jahrtausends kennenlernten, als sie mit „ihren“ Kindern der VS Czerninplatz tolle Projekte umsetzte.

Grün2 soll ein Zentrum der Kommunikation werden

Wir haben uns für das Lokal direkt gegenüber dem Aufgang der U2-Station Taborstraße entschieden, weil es eben zentral im Bezirk gelegen ist. So sind wir aus allen Teilen der Leopoldstadt relativ leicht erreichbar. Unser neues Lokal – Grün2 – Grün Quadrat – ist ein Angebot an alle Leopoldstädterinnen und Leopoldstädter, mit uns Grünen im Bezirk in Kontakt zu treten. Was wir im Bezirk bewirken können, wollen wir gerne mit allen Interessierten diskutieren und erarbeiten. Grün2 soll für kreative und politische Menschen Raum und Ort für Kommunikation bieten.

Im Grün2 finden auch wechselnde Ausstellungen statt. Zum Start zeigen wir „Occupy Augartenspitz!“ – eine fotografische Dokumentation des Widerstands gegen die Verbauung am Augartenspitz vom Fotografen Martin Juen. Die Eröffnungsworte spricht Wolfgang Zinggl, Nationalratsabgeordneter und Kultursprecher der Grünen.

Eine besondere Veranstaltung findet einen Tag nach der Eröffnung vom Grün2, am Internationalen Frauentag statt: Die Ehrung von Gül Lüle zur Frau des Jahres 2012. Mit diesem Frauenpreis waren wir Grünen Leopoldstadt VorreiterInnen, wir feiern dieses Fest nunmehr zum 11. Mal.

Ganz besonders freuen wir uns natürlich darüber, dass die Grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou das neue Lokal morgen, Mittwoch, 7. März, um 17:30 Uhr eröffnet. Alle LeopoldstädterInnen sind zu diesem kleinen Fest bei Buffet und freiem Eintritt herzlich eingeladen!

Uschi Lichtenegger





Ein neuer Postpartner für das Karmeliterviertel fehlt

6 03 2012

Die Pläne der Post AG. Für sie endet die Leopoldstadt offenbar bei der Taborstraße.

Klubobfrau Lichtenegger übergibt Bezirksvorsteher Kubik die von den Grünen gesammelten Unterschriften gegen die Postamtsschließungen. Foto: Juen.

Am Montag, den 27.2. fand im Haus der Begegnung in der Leopoldstadt eine Bürgerversammlung zu den geplanten Postamtsschließungen statt. Wie nicht anders zu erwarten war, haben die Vertreter der Post AG die geplanten Änderungen verteidigt. Offenbar ist es eine österreichweite Strategie der Post, die meisten ihrer Postämter in Bawag-Filialen zu verlegen. Die Frage, ob dadurch die Qualität der Postdienstleistungen erhalten werden kann, konnte an diesem Abend nicht beantwortet werden. Auch nicht meine konkrete Frage, ob durch die Zusammenlegungen die Anzahl der Postschalter in der Leopoldstadt noch geringer und damit die Warteschlangen für die PostkundInnen noch länger werden.

Die Postvertreter meinten, dass die geplanten Verlegungen keine Standortfrage seien. Dem muss ich heftig widersprechen. Gehen wir die einzelnen Standorte konkret durch.

1) Das Postamt 1022 am Praterstern soll in die Bawag-Filiale in der Praterstraße 68 verlegt werden – diese Filiale ist gerade einen Häuserblock vom Hauptpostamt in der Weintraubengasse entfernt. Tausende LeopoldstädterInnen, die derzeit täglich am größten Öffi-Knoten der Leopoldstadt vorbeikommen und ihre Postgeschäfte so nebenbei am Nachhauseweg erledigen können, können dies nicht mehr tun.

2) Das Postamt 1024 in der Engerthstraße 191 soll in die Bawag-Filiale in der Lassallestraße 36 verlegt werden. Vom Zentrum des Stuwerviertels an dessen Rand. Hier war allerdings Bewegung zu erkennen. Die Post kündigte an, im Bereich Engerthstraße/Hillerstraße einen Postpartner – der zumindest einige Funktionen eines echten Postamts übernehmen soll – zu suchen. Das wäre zumindest schon ein erster Erfolg der Proteste von Bürgerinitiativen, Grünen und Poldi.

Über 200 LeopoldstädterInnen nahmen an der Bürgerversammlung teil und protestierten gegen die Postamtsschließungen. Foto: Juen.

3) Das Postamt 1025 in der Krummbaumgasse 2 soll in die Bawag-Filiale in der Taborstraße 37 verlegt werden. Auch diese Bawag-Filiale ist am Rande eines Wohnviertels, des Karmeliterviertels, 550m vom jetzigen Postamt entfernt. Jenes liegt direkt neben dem Karmelitermarkt im Grätzlzentrum. Diese Verlegung bedeutet eine Schwächung des Karmelitermarkts. BewohnerInnen, die am äußersten Rand des Karmeliterviertels – beim Gaußplatz – wohnen, müssen in Zukunft 1,2 km bis zum Postamt 1025 gehen.

Das Podium: Bezirksvorsteher Kubik und die Herren Mondschein und Fuchs von der Post AG. Foto: Juen.

Hier war bei der Bürgerversammlung von Seiten der Post keinerlei Bewegung zu erkennen. Sollte der Standort Krummbaumgasse tatsächlich geschlossen werden, so verlangen wir rund um den Karmelitermarkt einen zusätzlichen Postpartner.

Denn was im Stuwerviertel möglich ist, sollte im Karmeliterviertel auch möglich sein.

Wolfgang





Postamtsschließungen in der Leopoldstadt

22 02 2012

Gabriela Moser, Renate Pachler, Uschi Lichtenegger und Michael Ortner mit den Unterschriften der BürgerInnen gegen die Schließung der Postämter. Foto: Martin Juen

Seit Monaten kämpfen BürgerInnen der Leopoldstadt, wie auch die Grünen und die KPÖ, gegen die Schließung der Postämter Krummbaumgasse 2-4, Engerthstraße 191 und Wehlistraße 309. Tagtäglich erleben die Kunden der Postfilialen, die mit Paketen, Briefen, Überweisungen, Abhebungen u.v.a.m. auf die Post angewiesen sind, lange Warteschlangen und lange Wartezeiten. Wie es künftig weitergehen soll, wird in einer BürgerInnenversammlung am 27.2.2012 präsentiert.

Von wo die Post holen – noch mehr Lebenszeit für Schlange stehen verwenden?

Postschalter in den Bawag-Filialen in der Taborstraße, in der Lassallestraße und im neuen ÖGB-Hauptquartier sollen eingerichtet werden. Und auch Postpartner werden gesucht. ZB wurde einem Geschäft am Karmelitermarkt Euro 3.000 von der Post AG angeboten. Wie soll das zu finanzieren sein? Gerüchte gibt es schon, dass es Interessenten für das Postlokal in der Krummbaumgasse gibt, vielleicht möchte hier die Post noch ein bisserl Gewinn auf Kosten der BewohnerInnen des Karmeliterviertels machen?

Das Postamt in der Krummbaumgasse liegt im Zentrum des Karmeliterviertels

Auch könnten die Bawag-Filialen überfordert sein. ZB gibt es in der Lassallestraße meist die Schlange bis zur Tür, die KundInnen steigen sich im Eingangsbereich gegenseitig auf die Füße. Zusätzlich ist die Bawag-Filiale in der Taborstraße 37 wegen der Stiegen vor dem Eingang nicht barrierefrei.

Die Nahversorgung leidet

Ein weiterer wichtiger Aspekt: es wird immer die Nahversorgung hochgerühmt, hier aber wird sie aber zerschlagen. Die Postämter liegen gut erreichbar zentral in ihren Grätzln. Die Ersatzstandorte verlängern die Wege zum Postamt für die meisten BewohnerInnen. Besonders für ältere Menschen ist das ein massiver Eingriff in ihre Lebensqualität, und vielleicht wieder auf Hilfe angewiesen zu sein.

Gabriela Moser, Grüne Nationalrats-Abgeordnete, bei der Unterschriftenübergabe an die zuständige Verkehrsministerin Doris Bures. Foto: Grüne Leopoldstadt

Über 3.000 Unterschriften gegen die Schließung der Postämter

Nach den ersten Meldungen in der Öffentlichkeit wurden sofort Unterschriftenaktionen gestartet. Wir Grünen haben im Herbst am Karmelitermarkt und in der Engerthstraße, wie auch im Internet Unterschriften gesammelt. Am Karmelitermarkt lagen in mehreren Geschäften von BürgerInnen gestaltete Listen auf, beim Postamt Engerthstraße war neben uns Grünen auch die Initiative poldi und die KPÖ aktiv.

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Zuständige Verkehrsministerin Bures bekam Unterschriften überreicht

Bei einem Termin der Grünen Nationalrats-Abgeordnete Gabriela Moser wurden der zuständigen Verkehrministerin Doris Bures die Unterschriftenlisten überreicht. Wir erwarten uns von Ministerin Bures, dass sie die Befürchtungen von über 3.000
Leopoldstädtern und Leopoldstädterinnen ernst nimmt und in Verhandlungen mit der Post AG die geplanten Schließungen verhindert.

Die BürgerInnen der Leopoldstadt stehen hinter ihren Postämtern!

Unsere Wahrnehmung bei den Standln, also in persönlichen Kontakten, im www, per Telefon ist überall gleich: Hier sind sich alle Leopoldstädterinnen und Leopoldstäder einig, die Postämter müssen erhalten bleiben.

Information BürgerInnenversammlung

Am Montag, 27.1., um 19 Uhr findet im Haus der Begegnung am Praterstern eine von der Bezirksvertretung beschlossene BürgerInnenversammlung statt. Vertreter der Post sollen ein Konzept zu den Überlegungen zur Schließung bzw. Verlegung von Postämtern und Schaffung von Postpartnern präsentieren und stehen den BewohnerInnen und Geschäftsleuten für Fragen zur Verfügung – so steht es in der Einladung.
Alle Fragen, wie zB, ob euer Postamt im April noch offen hat und warum die Post die Nahversorgung zerschlagen will…, auf der BürgerInnenversammlung ist die Gelegenheit, sie zu stellen.

Uschi Lichtenegger





Rodelverbot im Augarten

12 02 2012

Schade. Früher war der Augarten ein Eldorado für Downhill-Racer, wilde Skeleton-PilotInnen und angehende Wasalauf-SiegerInnen. Doch damit ist ab sofort Schluss.

Nichts als Verbote im Wintersportgebiet Augarten

Im Zuge ihrer angekündigten Charmeoffensive verbieten die Bundesgärten nun alle diese gefährlichen Freizeitaktivitäten im Augarten. Sollen sich die hoffnungsvollen Nachwuchs-SportlerInnen ihre Sportarten doch im Fernsehen anschauen. Da können sie sich wenigstens nicht so leicht dabei wehtun und die Bundesgärten haben keine Scherereien mit der Haftung, falls doch einmal ein Baum oder ein Mistkübel im Weg stehen sollte.

Aber jetzt einmal im Ernst: Seit kurzem steht beim Haupteingang zum Augarten in der Oberen Augartenstraße – ja, das ist dort, wo übrigens immer noch die Autos der Restaurant-BesucherInnen mit dem Auto reinfahren dürfen – ein Schild. Falls ich es richtig interpretiere, verbieten die Bundesgärten damit das Rodeln, Skifahren und Langlaufen im Augarten.

Darf ich jetzt nicht mehr rodeln?

Generationen von Kindern haben die kleinen Hügeln und abschüssige Flächen im Augarten genutzt, um bei geringer Schneelage in nächster Wohnnähe Wintersport zu betreiben, entweder mit Rodel und Bob oder mit Skiern. Das war nicht nur gesund, es hat auch viel Spaß gemacht.

Und das wollen die Bundesgärten nun verbieten? Das ist doch absurd. Daher werden wir den zuständigen Burghauptmann auffordern, dieses Verbot wieder aufzuheben.

Wolfgang





Ab Sommer 2012: Neue Autobuslinie 5B

29 01 2012

Neuer Bus als wichtige tangentiale Öffi-Verbindung im Bezirk

Nun ist es ganz offiziell und auch schon auf der Website der Stadt Wien nachzulesen. Ab Sommer 2012 wird eine neue Autobuslinie vom Praterstern (U1, U2) über die Taborstraße (U2), die Obere Augartenstraße, den Gaußplatz, den Wallensteinplatz und die Jägerstraße (U6) nach Heiligenstadt (U4) fahren.

Der Bus 5B ist v.a. für die östlichen Teile des Karmeliterviertels eine wichtige Querverbindung zu mehreren U-Bahnlinien, zur Tabor- und zur Wallensteinstraße. Außerdem bedeutet dies auch, dass die derzeit viel zu kurzen Betriebszeiten des 80A westlich des Pratersterns der Vergangenheit angehören, weil der 80A hier durch den 5B ersetzt wird und jener länger fahren wird.

Die neue Buslinie war echt eine schwere Geburt und ich frage mich immer wieder, wieso es in Wien so lange dauert, bis sich gute Ideen durchsetzen, aber wurscht, nun dauert es ja „nur“ noch ein paar Monate.

Früher fuhr in der Oberen Augartenstraße noch durchgehend eine Straßenbahn, nun kommt zumindest wieder ein Bus

Wir Grüne haben eine durchgehende ÖV-Verbindung in der Oberen Augartenstraße bereits seit langem gefordert. Eine Buslinie haben wir im März 2010 beantragt. Diesen Antrag hat Finanzstadträtin Brauner zuerst abgelehnt, weil ihrer Meinung nach dafür kein Bedarf bestand. Doch dann verkündeten die beiden Bezirksvorsteher aus dem 2. und 20. Bezirk in einer Presseaussendung im Wahlkampf 2010, dass es diese Buslinie ab 2011 doch kommen soll.

Und jetzt ist er endlich fix. Mit Sommer 2012. Spät, aber immerhin.

Wolfgang





50 Jahre Schnellbahn in Wien

17 01 2012

Schnellbahnen und U-Bahnen sind das Rückgrat des Öffentlichen Verkehrs in Wien. Mit Hilfe dieser Schnellverbindungen rücken die Wiener Bezirk, aber auch das niederösterreichische Umland nahe zusammen.

http://www.flickr.com/photos/32360853@N05/sets/72157628909908693/

Bei der heutigen Zugstaufe: GR Rüdiger Maresch, Verkehrssprecher der Wiener Grünen und ÖBB-Chef Christian Kern

Die Schnellbahn fährt in Wien nun bereits seit 50 Jahren.  Anlässlich dieses Jubiläums veranstalten die ÖBB heute am Praterstern einen kleinen Festakt. Um 11 Uhr gibt es einige Festansprachen und eine Zugstaufe. Anschließend bieten die ÖBB Medienvertreter und S-Bahn-Fans (Anmeldung über Facebook) eine ca. 1stündige Rundfahrt (Praterstern-Meidling-Donauländebahn, über Stadlau und Floridsdorf zurück zum Bahnhof Wien Praterstern) mit dem getauften Zug an.
Darüberhinaus gilt heute die Freifahrt für alle Kunden auf dem ÖBB-Netz innerhalb der Kernzone Wiens.

Schließlich wird morgen in 8 Bezirksmuseen die Sonderausstellung „50 Jahre Wiener Schnellbahn“ (von 17. Jänner 2012 bis zum 1. Juli 2012) eröffnet. Die Eröffnung der Ausstellung im Bezirksmuseum Leopoldstadt findet am 17.1.2012 um 18:30 Uhr statt.

Die Verlängerung der S45 bringt den BewohnerInnen der Leopoldstadt viele Vorteile

Wir Grüne setzen auf attraktivere Öffis, um den Autoverkehr in der Stadt effektiv reduzieren zu können. Deshalb treten wir in den Verhandlungen mit den ÖBB auch schon seit Jahren für eine Verlängerung der S45-Vorortelinie von der jetzigen Endstation Handelskai über die Donauuferbahn bis zum Praterkai (Verknüpfung mit der S80) ein.
Da nun auch unser Koalitionspartner sehr eindeutig davon spricht, bin ich optimistisch, dass wir diese Erweiterung des Schnellbahnverkehrs in der Leopoldstadt in den nächsten Jahren durchsetzen können. Wann genau, das steht leider noch in den Sternen.

Wolfgang








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