Am frühen Abend des 24.8. saß ich mit Freunden im Schanigarten vom Cafe Korb in der Tuchlaube im ersten Bezirk.
Wie in fast allen Schanigärten Wiens kam auch hier eine Augustin-Verkäuferin mit migrantischem Hintergrund vorbei und bot ihre Zeitung an. Plötzlich schoss der Kellner, auch mit migratischem Hintergrund (Deutscher), auf die Augustin-Verkäuferin zu und schrie, dass sie sich schleichen soll und der Augustin in diesem Lokal nicht angeboten werden darf. Er verlangte ihre Legitimationsnummer und meinte, dass er sich bei der Redaktion beschweren wird. Er kam von seinem Ärger auch nicht runter als wir ihm sagten, wir haben diese Frau zu uns gerufen, um ihr zwei Zeitungen abzukaufen.
“Die dürfen hier nicht rein, die dürfen hier nicht rein“, kläffte er weiter.
Als wenig später der Kronenzeitungsverkäufer, vom Kellner unbehelligt durch die Tischreihen “tanzen” durfte, musste ich ihn schon zur Rede stellen, ob im Cafe Korb mit zweierlei Maß gemessen wird. Seine lapidare Antwort:
“Die Kronenzeitung ist was anderes.”
Meine Frage: Ob er das inhaltlich meint, verneinte er. Aber was dann? Da ich annehme, dass der Kellner, der ja selbst einen migrantischen Hintergrund hat, nicht aus rassistisch motivierten Gründen gehandelt hat, muss ich davon ausgehen, dass es hier eine Weisung der Geschäftsleitung gibt, die “Armut” vom Lokal fernzuhalten.
Wahrlich ein Armutszeugnis.
Adi Hasch



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