Prostituierte lösen sich nicht auf Polizeiantrag in Luft auf!

28 05 2012

Kommenden Dienstag diskutieren wir im Grün2 das neue Prostitutionsgesetz und insbesondere die Auswirkungen: 29. Mai, 19 Uhr, 1020 Wien, Novaragasse 7
Mit
Birgit Hebein, Gemeinderätin und Mitverhandlerin des Gesetzes
Tina Leisch, Bewohnerin den Stuwerviertels, Filmemacherin
Claudia Barbara Jarnig, Ex-Sexarbeiterin, Frau, Mutter, Mensch
Lefö, Streetwork im Stuwerviertel/Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen
Uschi Lichtenegger, Klubobfrau Grüne Leopoldstadt (Moderation)

Eine Auswirkung des Gesetzes ist, dass es ungenügend sichere Plätze für die Frauen gibt, die am Straßenstrich ihr Geld verdienen wollen/müssen. Dieser für die Frauen Kampf um den Platz nun paart sich mit einem existentiellen Kampf. Eine weitere Verschärfung für die Frauen tritt nun durch einen Polizeiantrag ein, dem die Bezirksvertretung mehrheitlich – ohne Grüne und der KPÖ – zustimmte.

Außerordentliche Bezirksvertretungssitzung am 22.5.2012

In einer außerordentlichen Bezirksvertretungssitzung am 22.5. wurde ein Antrag der Polizei zur Einschränkung der Anbahnungszeiten der Prostitutierten im Prater im erlaubten Gebiet behandelt. Das war der einzige Tagesordnungspunkt, es ging um eine Stellungnahme des Bezirks.
Nachstehender Text war Teil meiner Rede bei dieser ao Sitzung der Bezirksvertretung.

Prostituierte lösen sich nicht auf Polizeiantrag in Luft auf!

Wir sind heute hier, weil augenscheinlich die Politik versagt hat und die PlayerInnen – das Stadträtinnenbüro und die Bezirke sich mit der Polizei den Ball hin und her schieben.
Und die Frauen, die Prostituierten, um die es hier geht und die von der zeitlichen Beschränkung betroffen sind, sind die Verliererinnen.
Statt dem Gesetz aus dem Herbst 2011, Straßenprostitution raus aus dem Wohngebiet zu bringen, dafür genügend sichere Plätze außerhalb von Wohnvierteln für die Prostituierten zu schaffen zu folgen, wird die Situation für die Frauen noch verschärft.
In den erlaubten praktisch nur 2 Straßen in Wien im Prater dürfen die Frauen nur nächtens, im Sommer nur zwischen 22 und 6 Uhr stehen und anbahnen, was auch eine Verschlechterung gegenüber des früheren Gesetzes bedeutet.
Aber, laut dem neuen Prostitutionsgesetz, könnte auf Antrag der Polizei nach Anhörung des Bezirks nicht nur Beschränkungen, sondern auch neue Erlaubniszonen beschlossen werden. D.h. wo ist der Antrag der Polizeidirektion Wien, eine Erlaubniszone einzurichten? Der vorliegende Polizeiantrag ist reine Augenauswischerei, Frauen lösen sich nicht in Luft auf.
Das spüren vor allem die BewohnerInnen des Stuwerviertels. Ein gebürtiger Stuwerviertler rief mich an und sagte, so schlimm wie in den letzten Tagen und Wochen war es hier schon lange nicht, Frauen und Mädchen, die mir beim Einparken vors Auto springen und mich angreifen und mitschleppen wollen. Von den Freiern und Zuhältern, die nun wieder vermehrt herumlaufen ganz zu schweigen.

Zum Prinzip des Heiligen Florian passt gut die Scheinmoral…

Neben dem Florianiprinzip ist es die Scheinmoral, die hier zum Tragen kommt. Es geht um Anbahnungsplätze für ca. 150 bis 200 Frauen in ganz Wien. Die meisten Frauen mit dem „Deckel“ arbeiten in Lokalen oder im Escortservice. – Escortservice, dort sollen über 4.000 Frauen tätig sein. Zurück zur Situation im Prater, diese ist für die Praterbesucher und die Prostituierten gleichermaßen angespannt. – Das liegt aber vor allem daran, dass es nicht genügend sichere und sozial verträgliche Plätze für die Prostituierten gibt.
Wenn in den Zeitungen zu lesen ist, dass Kondome und andere Hinterlassenschaften im Wurstelpratereingangsgebiet zu finden ist, dann liegt es auch hier daran, dass die Politik hier nicht ihren Aufgaben nachgekommen ist. Die Frauen in zwei Straßen zu drängen und für keine Infrastruktur zu sorgen, keine WCs, keine Mistkübel, drängt die Arbeit, die diese Frauen ausüben, in einen noch schmutzigeren Bereich. Wir haben diese Anträge nach Infrastruktur hier in diesem Raum schon gestellt, sie ruhen gut in irgendeiner Schublade. Auf Kosten der Frauen wird dann in den Zeitungen über sie hergezogen.
Es gibt hier auch keine Lokale oder Stundenhotels in der Nähe, so müssen die Frauen zu den Freiern in den Wagen steigen, um irgendwo hinzugelangen. Die Konzentration des Straßenstrichs im Prater steigert auch in auf einem andern Gebiet den Konkurrenzkampf zwischen den Sexarbeiterinnen: Die Frauen bieten Sexpraktiken an, die sie zuvor nicht gemacht hätten. Geschlechtsverkehr gibt es nun zu Dumpingpreisen.

Ausweichen in die Illegalität

Die Frauen dürfen jetzt tagsüber der Nachfrage nicht nachgehen, sie lösen sich aber nicht in Luft auf. Die Frauen weichen aus in die illegale Wohnungsprostitution, bahnen an in U-Bahn- und Straßenbahnstationen, bieten sich in Kinos an. Oder die Empfehlung an die Frauen von der Politik, sich in Laufhäusern zu verdingen. Das bedeutet in den meisten Fällen, sich vom Laufhausbetreiber abhängig zu machen, die Zimmer gibt es nur längerfristig anzumieten. Sie müssen 80 bis 150 Euro täglich für das Zimmer zahlen. Verdienen sie nicht genug, sind Schulden und Abhängigkeit vorprogrammiert.
Wir wissen, die prekäre Lage ist nicht allein die Folge des neuen Gesetzes: Die Tätigkeit verstößt gegen die guten Sitten, so können Sexarbeiterinnen nicht angestellt werden und Vertragsbrüche nicht einklagen. Trotzdem müssen sie Steuern abführen. Viele arbeiten deswegen bei Eskortagenturen als Geheimprostituierte. Diese rechtliche Situation und das Arbeiten in der Illegalität fördern genau jene Verhältnisse, die die Politik zu bekämpfen vorgibt.

Prostitutionsgesetz von Herbst 2011

Das Prostitutionsgesetz vom November 2011 hatte den engagierten Ansatz, AnrainerInnen zu entlasten und sichere Bereiche für die Prostituierten schaffen. Bei der Umsetzung zeigt sich, ein Gesetz kann nicht den notwendigen gesellschaftspolitischen Diskurs ersetzen, d.h. die Gespräche müssen hier intensiv mit allen PlayerInnen weitergeführt werden. Wir Grünen werden sich wie bisher darum bemühen, dass die Vereinbarung, AnrainerInnen durch das neue Gesetz zu entlasten und genügend sichere Bereiche für die Straßenprostitution zu schaffen, umgesetzt wird.

Aber, wie man sieht, sind bis zu dieser Problemlösung die Prostituierten Spielball zwischen der dem Stadträtinnenbüro, den Bezirken und der Polizei. Die Frauen werden in die Illegalität gedrängt. Illegale Frauen sind rechtlose Frauen. Und das wollen wir hier sicher nicht!

Internationaler Hurentag, 2. Juni

Zum Internationalen Hurentag gibt es die Diskussion zum Prostitutionsgesetz am 29.5.im Grün 2 und
am 2. Juni, 14 bis 17 Uhr, eine Veranstaltung von Lefö mit Unterstützung der Grünen Frauen am Praterstern, Ausgang Richtung Wurstelprater. Freecards und Videos werden von der Grünen Frauenorganisation für den Internationalen Hurentag vorbereitet.





Workshop wertschätzende gewaltfreie Kommunikation

28 05 2012

Wir Grünen Leopoldstadt laden herzlich ein!

Am Montag, 4. Juni, 19 Uhr, präsentiert Peter Pressnitz, GFK-Trainer, syst. Sozial- und Bildungsmanager, was hinter dem Schlagwort „gewaltfreie Kommunikation“ steht.

Sind wir in unserer Wortwahl wertschätzend und ist das für unsere Kommunikation, unsere Beziehungen hilfreich?

Ort: Grün2, 1020 Wien, Novaragasse 7
Kosten: keine

Begrenzte TeilnehmerInnenzahl – wir bitten um rasche Anmeldung per eMail: uschi.lichtenegger@gruene.at

Inhalte der Präsentation:

  • Wozu ist die wertschätzende/gewaltfreie Kommunikation (GFK) gut?
  • Was ist lebendig in uns und wie können wir dazu beitragen, unser Leben zu bereichern? … Empathie als Schlüssel zur GFK
  • Praxis … das 4 Schritte-Modell einfach über
  • Macht “mit” und Macht “über” – leben in einer Welt von Gewalt. Anmerkungen zu den Menschen- und Gesellschaftsbildern

Infos zum Thema und zum Trainer Peter Pressnitz.





Heute: FrauenJourFixe mit Gemeinderätin Martina Wurzer

25 04 2012

Mittwoch, 25. April, 19 bis 21 Uhr, im Grün 2, Novaragasse 7

Wir freuen uns, zwei tolle Frauen beim FrauenJourFixe vorstellen zu können!

Martina Wurzer wohnt in der Leopoldstadt

Martina Wurzer, Grüne Frauensprecherin Wiens, mit den weiteren Schwerpunkten Demokratie & Menschenrechte, Antifaschismus, Datenschutz, Bildung, Wissenschaft, erzählt von ihrer Arbeit im Gemeinderat und Grünen Rathausklub.

Maxie Klein, Grüne Aktivistin aus Rudolfsheim-Fünfhaus, Mitglied des Vorstands der Grünen Frauen Wien, kandidiert bei der Landesversammlung im Juni als Landessprecherin der Grünen Wiens.
Was sind ihre Ziele, wo würde sie die Schwerpunkte setzen und wo gibt es ähnliche gelagerte Probleme und Projekt in den Bezirken 2 und 15?





Das war die Ehrung von Gül Lüle zur Frau des Jahres 2012

12 03 2012

Ulli Böhmdorfer und Alev Korun bewunderten mit Gül Lüle die "Leopoldine". Foto: Martin Juen

Am 8. März 2012, dem Internationalen Frauentag, vergaben die Grünen Leopoldstadt die Auszeichnung Frau des Jahres an Gül Lüle.
Der Preis ist mit 1.100 € dotiert. Gül Lüle ist Mitbegründerin und Leiterin des Frauentreffs, sie setzt sich engagiert und einfühlsam für die Frauen und Mädchen im Volkertviertel ein. Derzeit wird mit ihrer Hilfe ein EU-Projekt, ein Lerncafé am Markt, mit den Partnern Integrationshaus und VHS 16 verwirklicht.

Ulrike Böhmdorfer moderierte die feierliche Ehrung, sie erzählte von den bisherigen Frauen des Jahres und ihren hervorragenden Leistungen und hob immer wieder hervor, Frauen, ihr seid spitze und handelt danach!!!

Maxie Klein vom Vorstand der Grünen Frauen Wien betonte die immer noch nicht erfüllten Forderungen der Frauen nach über 100 Jahren nach gleichen Rechten und gleichem Einkommen und hob das wahrhaft schlechte Ranking Österreichs im Internationalen Vergleich hervor.

Uschi Lichtenegger, Klubobfrau der Grünen Leopoldstadt, erzählte vom Ungleichgewicht der Benennung im öffentlichen Raum: 92 % der nach Menschen benannten Straßen tragen Namen von Männern; nur 8 % einen von Frauen, die genauso für die Gesellschaft aktiv waren, die nicht minder großartige Leistungen erbracht haben. Ein wirklich positives Beispiel ist in Wien vor ein paar wenigen Wochen gelungen, in der Seestadt Aspern scheint die Sonne – Sonnenallee – auf lauter Straßen, die nach Frauen benannt sind – unter anderem nach Anne Frank oder Ella Lingens.

Nationalrätin Alev Korun erwähnte in ihrer Laudatio, die sie in türkisch und deutsch hielt, dass sie immer wieder von Mainstreammedien gefragt wird, wieso die Frauen nicht deutsch lernen würden… Ein Besuch im Frauentreff bei Gül Lüle beantwortet alle Fragen der JournalistInnen; vor kurzem ist darüber ein Bericht in der Furche erschienen.

Viele Frauen folgten der Einladung und feierten die Frau des Jahres, Gül Lüle. Foto: Martin Juen

Auch Gül Lüle ging in Ihrer Dankesrede auf die besonderen Bedürfnisse der Frauen ein. Manche haben noch nie eine Schule besucht oder die Schulzeit liegt Jahrzehnte zurück.

Die Leopoldine wurde von der Leopoldstädter Künstlerin Nora Dibowski gestaltet und von Bezirksrätin Sabine Oberneder überreicht.

Yasmine Piruz mit Partner Kurt Obermair sang Lieder in verschiedenen Sprachen und begeisterte damit das internationale Publikum, das noch lange feierte!

Die Grünen Leopoldstadt dankten Gül Lüle und Alev Korun mit Frühlingsblumen und wünschten den zahlreich erschienenen Frauen Alles Gute zum Frauentag!

Fotoalbum von der Ehrung und vom Fest für Gül Lüle:

http://www.flickr.com/photos/leopoldstadt/sets/72157629545727977/

Uschi Lichtenegger





Eröffnung von Grün2 durch Maria Vassilakou

12 03 2012

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Uschi Lichtenegger, Klubobfrau Grüne Leopoldstadt, durchschnitten das grüne Band und eröffneten das Lokal GRÜN2. Foto: Wladimir Fried

Endlich war es soweit! Am 7.3.2012 um 18.15 durchschnitt Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou symbolisch ein grünes Band und eröffnete das Lokal Grün2 der Grünen Bezirksorganisation Leopoldstadt. Ein Meilenstein für die Grünen Leopoldstadt!
Das Lokal Grün2 – Grün Quadrat – liegt in der Novaragasse 7 direkt gegenüber dem Aufgang der U2-Station Taborstraße, ist sehr zentral im Bezirk gelegen und aus allen Teilen der Leopoldstadt relativ leicht erreichbar.
In der Eröffnungsrede sprach Maria Vassilakou von der Herausforderung die Grünräume zu erhalten und trotzdem innovative Projekte zuzulassen, der besondere Schutz gilt aber in diesem Zusammenhang dem Erholungsgebiet Prater. Dass nachwievor die Feinstaubbelastung in der Leopoldstadt sehr hoch ist und Handlungsbedarf aller Verantwortlichen gefordert ist.
Positives berichtete Maria Vassilakou von der Durchwegung des Augartens. Hier ist mit einer Öffnung noch heuer zu rechnen, für den kommenden Sommer ist die Zeit zu knapp.

Nationalratsabgeordneter Wolfgang Zinggl eröffnete die Fotoausstellung "Occupy Augartenspitz!" von Martin Juen. Foto: Wladimir Fried

Nationalrat Wolfgang Zinggl eröffnete gleichzeitig auch die Ausstellung Occupy Augartenspitz! Diese Ausstellung zeigt in 27 Bildern des Fotografen Martin Juen eine fotografische Dokumentation des Widerstands gegen die Verbauung am Augartenspitz.

Bei großartiger Jazz-Musik von Anita Horn und Ensemble und freiem Buffet kamen rund 200 LeopoldstädterInnen und warfen ein neugieriges Auge auf das neue Lokal, welches zu einem Kommunikationszentrum in der Leopoldstadt werden soll. Die tolle Stimmung lud zum Verweilen ein, die letzten Gäste verließen kurz vor Mitternacht das Lokal.

Die nächste Veranstaltung im Grün2 am Donnerstag, 15. 3., 19 Uhr ist eine Podiumsdiskussion und trägt den Titel

„Kampf um den öffentlichen Raum, Beispiel Augartenspitz“.

Es diskutieren Sabine Gretner (ehem. Grüne Gemeinderätin), Uschi Schreiber (Aktionsradius Wien), Raja Schwahn-Reichmann (Josefinisches Erlustigungskomitee). Moderation: Sibylle Hamann (freie Journalistin, Autorin).

http://dieleopoldstadt.at/beitrag/article/1/occupy-augar.html

Davor laden am Mittwoch, 14.3., die Grünen Leopoldstadt zur BezirksrätInnen-Sprechstunde – 17 bis 19 Uhr – und ab 19 Uhr gibt es das 1. open house.
Mehr Fotos im flickr-Album der Grünen Leopoldstadt:
http://www.flickr.com/photos/leopoldstadt/sets/72157629192000502/
Uschi Lichtenegger





Grün2 eröffnet am Marianne-Schoiswohl-Platz

7 03 2012

Nur noch wenige Stunden, dann eröffnet Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou unser neues Grünes Bezirkslokal in der Novaragasse 7.

Ein besonderes Zuckerl ist auch die Aktion Wienerinnenplatz der Grünen Frauen Wiens, Frauen im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und einen feministischen Stadtplan zu erstellen. So liegt Grün 2 am Marianne-Schoiswohl-Platz, eine großartige Frau, die wir Grünen Anfang des neuen Jahrtausends kennenlernten, als sie mit „ihren“ Kindern der VS Czerninplatz tolle Projekte umsetzte.

Grün2 soll ein Zentrum der Kommunikation werden

Wir haben uns für das Lokal direkt gegenüber dem Aufgang der U2-Station Taborstraße entschieden, weil es eben zentral im Bezirk gelegen ist. So sind wir aus allen Teilen der Leopoldstadt relativ leicht erreichbar. Unser neues Lokal – Grün2 – Grün Quadrat – ist ein Angebot an alle Leopoldstädterinnen und Leopoldstädter, mit uns Grünen im Bezirk in Kontakt zu treten. Was wir im Bezirk bewirken können, wollen wir gerne mit allen Interessierten diskutieren und erarbeiten. Grün2 soll für kreative und politische Menschen Raum und Ort für Kommunikation bieten.

Im Grün2 finden auch wechselnde Ausstellungen statt. Zum Start zeigen wir „Occupy Augartenspitz!“ – eine fotografische Dokumentation des Widerstands gegen die Verbauung am Augartenspitz vom Fotografen Martin Juen. Die Eröffnungsworte spricht Wolfgang Zinggl, Nationalratsabgeordneter und Kultursprecher der Grünen.

Eine besondere Veranstaltung findet einen Tag nach der Eröffnung vom Grün2, am Internationalen Frauentag statt: Die Ehrung von Gül Lüle zur Frau des Jahres 2012. Mit diesem Frauenpreis waren wir Grünen Leopoldstadt VorreiterInnen, wir feiern dieses Fest nunmehr zum 11. Mal.

Ganz besonders freuen wir uns natürlich darüber, dass die Grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou das neue Lokal morgen, Mittwoch, 7. März, um 17:30 Uhr eröffnet. Alle LeopoldstädterInnen sind zu diesem kleinen Fest bei Buffet und freiem Eintritt herzlich eingeladen!

Uschi Lichtenegger





Postamtsschließungen in der Leopoldstadt

22 02 2012

Gabriela Moser, Renate Pachler, Uschi Lichtenegger und Michael Ortner mit den Unterschriften der BürgerInnen gegen die Schließung der Postämter. Foto: Martin Juen

Seit Monaten kämpfen BürgerInnen der Leopoldstadt, wie auch die Grünen und die KPÖ, gegen die Schließung der Postämter Krummbaumgasse 2-4, Engerthstraße 191 und Wehlistraße 309. Tagtäglich erleben die Kunden der Postfilialen, die mit Paketen, Briefen, Überweisungen, Abhebungen u.v.a.m. auf die Post angewiesen sind, lange Warteschlangen und lange Wartezeiten. Wie es künftig weitergehen soll, wird in einer BürgerInnenversammlung am 27.2.2012 präsentiert.

Von wo die Post holen – noch mehr Lebenszeit für Schlange stehen verwenden?

Postschalter in den Bawag-Filialen in der Taborstraße, in der Lassallestraße und im neuen ÖGB-Hauptquartier sollen eingerichtet werden. Und auch Postpartner werden gesucht. ZB wurde einem Geschäft am Karmelitermarkt Euro 3.000 von der Post AG angeboten. Wie soll das zu finanzieren sein? Gerüchte gibt es schon, dass es Interessenten für das Postlokal in der Krummbaumgasse gibt, vielleicht möchte hier die Post noch ein bisserl Gewinn auf Kosten der BewohnerInnen des Karmeliterviertels machen?

Das Postamt in der Krummbaumgasse liegt im Zentrum des Karmeliterviertels

Auch könnten die Bawag-Filialen überfordert sein. ZB gibt es in der Lassallestraße meist die Schlange bis zur Tür, die KundInnen steigen sich im Eingangsbereich gegenseitig auf die Füße. Zusätzlich ist die Bawag-Filiale in der Taborstraße 37 wegen der Stiegen vor dem Eingang nicht barrierefrei.

Die Nahversorgung leidet

Ein weiterer wichtiger Aspekt: es wird immer die Nahversorgung hochgerühmt, hier aber wird sie aber zerschlagen. Die Postämter liegen gut erreichbar zentral in ihren Grätzln. Die Ersatzstandorte verlängern die Wege zum Postamt für die meisten BewohnerInnen. Besonders für ältere Menschen ist das ein massiver Eingriff in ihre Lebensqualität, und vielleicht wieder auf Hilfe angewiesen zu sein.

Gabriela Moser, Grüne Nationalrats-Abgeordnete, bei der Unterschriftenübergabe an die zuständige Verkehrsministerin Doris Bures. Foto: Grüne Leopoldstadt

Über 3.000 Unterschriften gegen die Schließung der Postämter

Nach den ersten Meldungen in der Öffentlichkeit wurden sofort Unterschriftenaktionen gestartet. Wir Grünen haben im Herbst am Karmelitermarkt und in der Engerthstraße, wie auch im Internet Unterschriften gesammelt. Am Karmelitermarkt lagen in mehreren Geschäften von BürgerInnen gestaltete Listen auf, beim Postamt Engerthstraße war neben uns Grünen auch die Initiative poldi und die KPÖ aktiv.

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Zuständige Verkehrsministerin Bures bekam Unterschriften überreicht

Bei einem Termin der Grünen Nationalrats-Abgeordnete Gabriela Moser wurden der zuständigen Verkehrministerin Doris Bures die Unterschriftenlisten überreicht. Wir erwarten uns von Ministerin Bures, dass sie die Befürchtungen von über 3.000
Leopoldstädtern und Leopoldstädterinnen ernst nimmt und in Verhandlungen mit der Post AG die geplanten Schließungen verhindert.

Die BürgerInnen der Leopoldstadt stehen hinter ihren Postämtern!

Unsere Wahrnehmung bei den Standln, also in persönlichen Kontakten, im www, per Telefon ist überall gleich: Hier sind sich alle Leopoldstädterinnen und Leopoldstäder einig, die Postämter müssen erhalten bleiben.

Information BürgerInnenversammlung

Am Montag, 27.1., um 19 Uhr findet im Haus der Begegnung am Praterstern eine von der Bezirksvertretung beschlossene BürgerInnenversammlung statt. Vertreter der Post sollen ein Konzept zu den Überlegungen zur Schließung bzw. Verlegung von Postämtern und Schaffung von Postpartnern präsentieren und stehen den BewohnerInnen und Geschäftsleuten für Fragen zur Verfügung – so steht es in der Einladung.
Alle Fragen, wie zB, ob euer Postamt im April noch offen hat und warum die Post die Nahversorgung zerschlagen will…, auf der BürgerInnenversammlung ist die Gelegenheit, sie zu stellen.

Uschi Lichtenegger





Fotograf Martin Juen gewinnt Prozess gegen die Wiener Sängerknaben

21 12 2011

Martin Juen vor dem Bezirksgericht 2 in der Taborstraße

 

Von Uschi Lichtenegger.

Fast zwei Jahre musste Martin Juen auf das Urteil warten, und es hat sich ausgezahlt den Prozess zu führen. Auf seinem Blog Martin Juen Fotografie ist die Geschichte detailliert dokumentiert.

Der bestdokumentierteste Widerstand

Der Widerstand gegen den Bau einer Konzerthalle der Wiener Sängerknaben (WSK) am Augartenspitz schrieb Geschichte. In Beiträgen in Blogs, im Facebook, Fernsehen, youtube, Printmedien berichteten JournalistInnen und WiderständlerInnen mitunter auch life vom Augartenspitz.

Hier weiterführende Links:

http://www.erlustigung.org/

http://www.baustopp.at/

http://augartenspitz.wordpress.com/

http://www.flickr.com/photos/leopoldstadt/collections/72157620492367880/

http://www.flickr.com/photos/martin-juen-fotografie/collections/72157622759604818/

Die erste Pressekonferenz der BefürworterInnen für Grün- und Naherholungsgebiet und somit GegnerInnen gegen der Verbauung des Augartenspitzes durch Private Sängerknaben fand im Dezember 2006 vor dem Augartenspitz statt. Ein Journalist, Martin Juen, war von Anfang an dabei und fast könnte man sagen „rächten“ sich die Wiener Sängerknaben und brachten vertreten durch den Rechtsanwalt Dr. Gärner am 1. April 2010 – kein Scherz! – eine Klage wegen Besitzstörung gegen Martin Juen ein.

und hier vor der Baustelle vor der Konzerthalle, die im Augartenspitz gebaut wird.

Die unterstellte Tat – Besitzstörung

Martin Juen habe mit anderen in der Nacht am 9. März , um 1.15 Uhr den Bauzaun, der die Baustelleneinrichtung begrenzt, umgerissen und weiters mit Daraufstehen bzw. -sitzen verhindert, dass dieser wieder aufgestellt werden konnte. „Der Beklagte hat dadurch körperlich in die Sachherrschaft der Klägerin (der Wiener Sängerknaben, UL) widerrechtlich eingegriffen und dadurch gestört“, wie in der Klagsschrift zu lesen ist.

Was passierte wirklich?

Martin Juen dokumentierte in seiner bewährten Weise in unzähligen Fotos auch in der Nacht vom 8. auf den 9. März, was sich am Augartenspitz abgespielt hat. Nämlich, GegnerInnen der Verbauung des Naturraums Augartenspitz wollten die Baumfällungen verhindern. Der Bauzaun fällt und von der ganzen Geschichte brachte Martin Juen Fotos davon in den Prozess ein. Dass man kaum in Distanz fotografieren und Zäune niederreißen gleichzeitig kann, versteht sich ja von selbst. Aber der Vertreter der Wiener Sängerknaben, RA Dr. Gärner, unterstellte bei einer Verhandlung, dass Martin Juen die Fotodaten gefälscht haben könnte. Was er damit bezweckte, ist auch nicht ganz klar ist, da die Sache an sich, das Zaunniederreißen in den Fotos gezeigt wird, aber vielleicht hat diese auch Martin Juen gefälscht???

Prozessbeobachtungen

Anfangs hat Martin Juen im Prozess nur 3 Fotos eingebracht, den Bauzaun betreffend. Bei der Verhandlung im September 2010 legte er ein Konvolut von Fotos vor, zu dem die Richterin meinte, das sei ein „Ballast, was die Sache aufbauscht“. Im Prozess gab es auch Aussagen von Zeugen, die sich nicht mit den Fotos von Martin Juen decken. Z.B. versuchte Zeuge G.F. den Widerständigen anzuhängen, dass sie alle vermummt gewesen seien. „Der Angeklagte ist mit Vermummten auf dem Zaun gestanden.“ – Im Urteil ist zu lesen, dass die Leute nicht vermummt waren, sondern die Kleidung darauf schließen läßt, es sei in jener Nacht kalt gewesen. – Was es auch war, leichte Minusgrade, und trotzdem hielten sich GrünraumschützerInnen die ganze Nacht in den Bäumen auf, und wurden im Laufe des 9. März’ von der Polizei von den Bäumen geholt, die zuvor schon trotz der BesetzerInnen, mit Kettensägen beschnitten wurden…

Ende gut, alles gut?

Martin Juen sprach das Gericht frei und auch seine Rechtsanwaltskosten seien von den WSK zu übernehmen. Martin Juen kann zu Recht feiern. Bei der Konzerthalle der Wiener Sängerknaben hingegen feierten andere die Dachgleiche…

Abschließend möchte ich noch die Frage an die Wiener Sängerknaben stellen, ob JournalistInnen, die in einem Jahr über die Eröffnung der Konzerthalle berichten, Gefahr laufen, sollten sie dies vor Ort tun, von den Wiener Sängerknaben auf Besitzstörung geklagt zu werden?





16 Tage gegen Gewalt an Frauen

24 11 2011

Von 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, dauert die Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen. Die Grünen Frauen thematisieren im Rahmen dieser Kampagne den Frauenhandel und zeigen am 1.12.2011 im Lokativ den Film von Anja Salomonowitz „Kurz davor ist es passiert“.

Immer noch ist eine von fünf Frauen von Gewalt in der Familie betroffen. Aber nicht nur physische, auch psychische und strukturelle Gewalt soll in den 16 Tagen gegen Gewalt thematisiert werden. Ziel ist die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen sowie die allgemeine Stärkung von Frauenrechten, denn Gewalt an Frauen ist die weltweit häufigste Menschenrechtsverletzung.

Frauenhandel = Gewalt gegen Frauen

Auch Frauenhandel ist Gewalt an Frauen und eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung. Anja Salomonowitz schafft mit ihrem Film „Kurz davor ist es passiert“ eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Frauenhandel, ohne dabei die Frauen zu reinen Opfern zu degradieren. Gehandelte Frauen erzählen ihre Geschichten, aber sie erzählen sie Anja Salomonowitz und nicht dem Publikum. Im Film werden die Erzählungen der Frauen von anderen Menschen wiedergegeben und zwar von Menschen, die in irgendeiner Form einen Bezug zu den Ereignissen oder Orten der Erzählung haben: Ein Zöllner, ein Kellner in einem Bordell, eine Diplomatin, ein Taxifahrer.
Im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen zeigen die Grünen Frauen Wien und die Grünen Leopoldstadt den Film „Kurz davor ist es passiert“.

Begrüßung:
Martina Wurzer, Frauensprecherin Grüne Wien
Uschi Lichtenegger, Klubobfrau der Grünen Leopoldstadt

Im Anschluss an den Film Publikumsdiskussion. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Wann: 1. Dezember 2011, 19 Uhr
Ort: Lokativ, Arnezhoferstrasse 12, 1020 Wien





Bildungsvolksbegehren – jetzt unterschreiben!

2 11 2011

Ist Dir/Ihnen Bildung ein Anliegen? – Dann auf zur Unterschrift! Denn eine Unterschrift für das Bildungsvolksbegehren ist eine Stimme für die Veränderung und Reform unseres Bildungssystems. – Die Regierung muss endlich runter von der Bildungsbremse und aufhören, uns für dumm zu verkaufen! Der Schritt von der Hauptschule zur Mittelschule ist keine Reform des Bildungssystems, sondern bloß ein Wir-tun-so-als-ob-und-tun-uns-nicht-weh-in-der-Regierung…

Wir Grüne unterstützen das Bildungsvolksbegehren mit aller Kraft. Unterstützen und unterschreiben auch Sie das Volksbegehren „Österreich darf nicht sitzen bleiben“ vom 3. bis 10. November 2011!

Gute Bildung: Ja, es geht!








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