Die “Kritische Masse” und die Leopoldstadt

15 09 2011

Diesen Freitag, den 16.9.2011, ist es wieder Zeit für Critical Mass. Wer gemeinsam mit anderen gemütlich und mit viel Platz für sich durch Wien radeln möchte, sollte unbedingt dabei sein.

Bei Critical Mass geht es darum, dass sich eine kritische Masse an Radfahrern trifft, gemeinsam radelt und sich damit Platz im öffentlichen Raum schafft. Durch die Menge der Radler kann auch auf Straßen gefahren werden, wo sonst nur Autos fahren. Man sieht dadurch die Stadt von einer anderen Seite, die normalerweise den Autofahrern vorbehalten ist. Im Gegensatz zu uns auf unseren Rädern, können sie aber die Stadt nicht so genießen, weil sie entweder an den Häuserfronten schnell vorbeiziehen oder im Stau stecken und im Frust die Rückseite des Vorderautos anstarren.

Im Mai waren wir mit 700 RadlerInnen am Gürtel und Wienzeile unterwegs. Kurz vor dem Ende haben wir noch ein paar Runden vor Schloss Schönbrunn gedreht.

Der Naked-Bike-Ride im Juni war so etwas wie der offizielle Höhepunkt der Critical-Mass-Ausfahrten. Heuer gab es wunderschönes Wetter und viele hatten etwas weniger Bekleidung an. Die ganz mutigen haben sich verkleidet oder mit Bodypainting herausgeputzt.

Dabei ging es auch durch die Leopoldstadt über die Praterstraße und Praterstern, den wir dreimal umrundet haben. Danach weiter über die 3-spurige Lassallestraße, wo statt den Autorasern gemütliche Radfahrer unterwegs zur Reichsbrücke waren. Zum Abschluss gab es auf die Donauinsel Essen von der Volxküche und viele kühlten sich in der neuen Donau ab.
Auch im Juli und August ging es durch die Leopoldstadt. Für die jetzige Ausfahrt im September ist wieder ideales Wetter mit Sonnschein vorhergesagt. Wer sich ein Bild machen will, dem sei das Youtube-Video vom Juni empfohlen:

Und im Anschluss an die Critical Mass gibt es noch die Möglichkeit, am Jubiläums-Friday-Night-Skating (200. Ausgabe) teilzunehmen – auch mit Fahrrädern. Abfahrt ist wie immer um 21 Uhr am Wiener Heldenplatz.
Diesmal geht es über die A22 – Nordbrücke nach Floridsdorf. Oft hat man nicht die Gelegenheit, mit Skates und Fahrrädern auf einer Autobahn zu fahren.

Wäre es nicht herrlich, wenn wir immer ungefährdet die normalen Straßen benützen könnten? Wir wollen uns nicht mehr mit engen, gefährlichen, Konflikte mit Fußgängern fördernden Radwegen abfinden.

Am 22.9.2011 findet übrigens der alljährliche autofreie Tag statt, um für eine umweltfreundliche Mobilitätspolitik zu werben. Unter anderen mit der Sperre des Rings und einem Rasen am Ring zum gemütlichen Picknicken.

Mike und Robert





Offene Daten, Offene Bezirksvorstehung

13 12 2010

Gov2.0 Barcamp
Am vorletzten Freitag, den 3. Dezember 2010, fand das Gov2.0 Barcamp statt. Diese Veranstaltung diente zum Austausch von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und BürgerInnen über die Themen Rathaus 2.0, Open Government und Open Data.

Folgende Fragen wurden diskutiert:

  • Wie soll eine Verwaltung in Zeiten des Internet funktionieren?
  • Was soll sie den BürgerInnen bieten?
  • Welche Informationen sollen verfügbar sein?
Der Transparenz-Kreislauf

Der Transparenz-Kreislauf

Die Veranstaltung wurde von Maria Vassilakou eröffnet und Klaus Werner-Lobo bekannte sich für die Grünen zu einer Öffnung der Verwaltung, für mehr Transparenz und Partizipation der BürgerInnen, die auch im Regierungsübereinkommen festgehalten wurde.

Warum Open Data?
Bei OpenData geht es um die Veröffentlichung von “nicht personenbezogenen” Verwaltungsdaten. Die Verwaltung benötigt für ihre Aufgaben eine Menge an Daten und generiert auch eine große Menge, die durch unsere Steuermittel finanziert werden. Diese Daten sollten uns wieder zur Verfügung gestellt werden. Am besten natürlich kostenfrei und maschinenlesbar.

Wofür braucht man solchen Daten?
Es lassen sich 3 Hauptvorteile nennen.

  • Erleichterung des Alltags für Menschen
  • Entscheidungshilfe im politischen Diskurs
  • Wirtschaftliche Möglichkeiten

Als Beispiel könnten Liftdaten dienen. In einer Stadt mit unzähligen Aufzügen, gibt es immer wieder kurzfristig kaputte Aufzüge. Für behinderte Personen bedeutet das oft große Umwege. Besonders in der U-Bahn vor Ort zu bemerken, dass der Aufzug außer Betrieb ist, ist ärgerlich. Hier könnte eine Webseite mit Informationen über kaputte Lifte schon zuhause die Planung von alternativen Wegen oder eine Anforderung von Hilfen erlauben.

Auch die Wirtschaft kann von öffentlichen Daten profitieren. Innovative Anwendungen (Webseiten, mobile Apps) der Daten können neue Geschäftsfelder erschließen und damit zum Kraftstoff für den Motor der Kreativwirtschaft werden.

Aus Sicht der Grünen kann aber diese Transparenz der Verwaltung auch eine Mitgestaltungsmöglichkeit für die Menschen bieten. Für eine ideale Einbindung der Menschen in den Entscheidungsprozess benötigt es informierte BürgerInnen. Dazu brauchen diese aber eine Entscheidungsgrundlage. Derzeit sind sie auf die gefilterten Nachrichten der Verwaltung und der Medien angewiesen.

Aber nicht nur interessierte Menschen, auch für Journalisten würde dies Möglichkeiten zur umfangreichen Recherche geben. Wenn wir genau wissen, wo der Staat sein Geld ausgibt, können wir auch endlich auf gleicher Augenhöhe darüber diskutieren, wo wir zu sparen anfangen sollen.

Dadurch müßten z. B. Bürger Budgetdaten nicht in mühevoller Handarbeit aus PDFs abtippen, um damit die Sparmaßnahmen zu visualisieren, wie beim Projekt von Robert Harm



oder die einzelnen Inserate in Zeitungen zählen, um damit die Kosten der politischen Inserate hochzurechnen, wie beim Projekt von Georg Holzer
Steuergeld-Wahnsinn

Projekt von Georg Holzer

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Antrag in der Bezirksvorstehung
Auf Bezirksebene wären wir schon zufrieden, wenn die Bezirksvorstehung unseren Antrag auf Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle zustimmt. 5 Jahre rot-grün wird sich auch daran messen lassen müssen, inwiefern wir die Partizipation der Menschen gefördert haben. Dazu sind ausreichende Informationen notwendig und niedrigschwellige Möglichkeiten zur Kommunikation. Deswegen stellen wir am Mittwoch bei der nächsten Bezirksvorstehungssitzung folgenden Antrag:

Die Bezirksvorstehung möge die Sitzungsprotokolle der Bezirksvertretung auf wien.gv.at veröffentlichen. Weiters sollen alle dazugehörigen Anträge und Anfragen veröffentlicht werden. Als Format für die Protokolle sollte mindestens auch PDF angeboten werden.

Begründung:
Im Jahr 2010 erwarten sich Bürger, dass ihre Verwaltung die Vorteile des Internet nutzt.
Die Stadt Wien ist darin bereits vorbildlich mit ihren Virtuellen Amt (1) oder der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates (2).
Auch andere Bezirke bieten diesen Bürgerservice bereits an. Als Beispiel können die Protokolle der Bezirksvorstehung Neubau (3), Mariahilf (4), Wieden(5), Josefstadt (6), Alsergrund(7), Meidling(8) und Hernals(9) dienen. Die Kosten und der Aufwand sind dafür minimal, können aber den interessierten Bürger einen besseren Einblick in die Arbeit der Bezirksvorstehung ermöglichen.

Links:

  1. http://www.wien.gv.at/amtshelfer/
  2. https://www.wien.gv.at/infodat/
  3. http://www.wien.gv.at/bezirke/neubau/politik/sitzungsprotokolle.html
  4. http://www.wien.gv.at/mariahilf/politik/protokolle/
  5. http://www.wien.gv.at/bezirke/wieden/politik/antraege/index.html
  6. http://www.wien.gv.at/bezirke/josefstadt/politik/protokolle.html
  7. http://www.wien.gv.at/bezirke/alsergrund/politik/antrag.html
  8. http://www.wien.gv.at/bezirke/meidling/politik/sitzungen.html
  9. http://www.wien.gv.at/bezirke/hernals/politik/antraege.html


Die Sitzung am Mittwoch ist wie immer öffentlich zugänglich.
Details und unsere Anträge

Michael





Fahrplandaten der Wiener Linien gehören allen Wienern!

6 08 2010

Schon seit längerer Zeit ist es nicht mehr möglich mit Google Maps sich die nächsten Verbindungsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B in Wien anzeigen zu lassen.

Wer mit Hilfe von Google Maps, Bing Maps oder  anderen sich einen Überblick über die Stadt verschafft und im Anschluss eine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sucht, muss sich erst auf der Karte nahegelegene Haltestellen suchen und dann zur Homepage der Wiener Linien gehen und dort diese eingeben. Das mag nicht nach viel Aufwand klingen, kann aber auf Handys schon etwas mühsamer sein.
Gerade unterwegs ist eine rasche Auskunft hilfreich!





Politik in der Leopoldstadt

6 07 2010
Das ist mein erster Eintrag auf dem Blog der Grünen Leopoldstadt. Als Neuling was es für mich schwierig zu verstehen, wie die Politik hier im Bezirk funktioniert. Besonders interessierte mich, was auf der Wiener Bezirksebene politisch gestaltbar ist. Ich denke auch vielen anderen Menschen ist es nicht ganz klar, wo wir konkret etwas verändern können und wo uns die Hände gebunden sind.
Grob eingeteilt dreht es sich um folgende Themen: Verkehr, Bauen, Schulen und mit etwas Glück um Umwelt. Die Seiten der Grünen in unserem Bezirk sind voll von Verkehrsthemen wie Linienführung und Fahrzeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln, Markierungen von Zebrastreifen, Radwegen, ungünstig geschaltene Ampelanlagen, Radabstellanlagen und Parkplätzen. Ein zweiter großer Bereich ist die Einhaltung der Bauordnung, wo Abweichungen davon genehmigt werden müssen. Aber auch der Abriss von denkmalgeschützten Gebäuden, die Errichtung von Tiefgaragen und Verbauung von Grünflächen wie am Augartenspitz sind politisches Thema und können von der Bezirksvorstehung beeinflusst werden.







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