zu PISA: Selektion stellt Kinder und Jugendliche aufs bildungspolitische Abstellgleis

9 12 2010

Eine zukunftsweisende und tiefgreifende Bildungsreform muss dafür sorgen, dass kein Kind aufs Abstellgleis kommt.

Die desaströsen PISA-Ergebnisse sind ein Alarmzeichen und ein Resultat der Fehler, die in der Bildungspolitik jahrelang gemacht wurden. Die ÖVP steht seit Jahren auf der Bremse, was Reformen im Bildungsbereich betrifft. Die gemeinsame Schule für die 6 bis 14-jährigen muss dringend umgesetzt werden, die ÖVP darf hier nicht weiter blockieren.
Im österreichischen Schulsystem wird systematisch selektiert statt individuell gefördert. Wer in einer Klasse oder einer Schule, und sei es auch nur in einem Gegenstand, nicht mithalten kann, wird häufig einfach in eine andere Schule oder in eine andere Leistungsgruppe abgeschoben. Der Weg von einer schlechteren Schule bzw. Leistungsgruppe in eine bessere, ist so gut wie ausgeschlossen.

Dass von dieser Negativ-Selektion in aller erster Linie SchülerInnen aus sozioökonomisch schwächeren Gesellschaftsschichten betroffen sind, ist lange bekannt. Diese Selektion führt zu einer Demotivationsspirale, die letztendlich bei vielen Jugendlichen zu misslungenen Schulkarrieren und Arbeitslosigkeit führt.

Mit ihrem Vorschlag, Kinder mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen in eigene Vorschulklassen abzuschieben, setzt die ÖVP in der aktuellen Debatte leider noch eins drauf. Es ist wohl offensichtlich, dass Kinder Deutsch zu einem guten Teil mit und von anderen Deutsch sprechenden Kindern lernen. Es widerspricht jeder Vernunft, alle Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen in eine Klasse zu setzen. Die ÖVP nimmt mit ihrem Ghettoklassenvorschlag eine Selektion in Kauf, die es einer ganzen Generation von Kindern und Jugendlichen immer schwerer macht, in der Gesellschaft Fuß zu fassen.

Eine zukunftsweisende und tiefgreifende Bildungsreform muss dafür sorgen, dass kein Kind aufs Abstellgleis kommt. Die gemeinsame Schule der 6 bis 14jährigen ist der einzig richtige Weg, um Kinder und Jugendliche ausreichend zu fördern. Für Kinder aus sozio-ökonmisch benachteiligten Verhältnissen spielt auch der zügige Ausbau von Ganztagsschulen eine wichtige Rolle.

Martina





Picknick gegen Überwachung

29 09 2009

Heute um 16:00 Uhr findet am Praterstern eine Kundgebung gegen den Überwachungswahn und für Freiheit statt Angst statt.

Überwachung ist allgegenwärtig.

In den vergangenen Jahren haben sich in Wien verschiedene Formen der Überwachung rasant entwickelt. Wie viel Privatsphäre bleibt da noch? Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle. Handybewegungsdaten, Internetverbindungen und Bewegung im öffentlichen Raum werden emsig kontrolliert.

Flächendeckende Videoüberwachung in der Stadt? Immer öfter wird in Trafiken, Boutiquen und Supermärkten gefilmt. Die Wiener Kärntnerstraße wird nahezu flächendeckend überwacht. Schätzungen zu Folge sind rund 90% der Videokameras nicht ordnungsgemäß gemeldet. Zuletzt haben ÖBB, Wiener Wohnen und die Wiener Taxis Großinitiativen in Richtung privater Videoüberwachung gesetzt.

Im Rahmen der Kundgebung soll´s auch eine Aktion „Google dich selbst oder: Was weiß das Internet über dich?“ geben. Angesichts der steigenden Verbreitung von Social Network Services stellt sich die Frage, wie viele und welche Informationen über unser Privatleben im Internet zu finden sind.

Gerade der Praterstern ist seit dem Umbau ein sehr intensiv überwachter Platz und bietet damit leider eine sehr passende öffentliche Fläche zur Thematisierung des Überwachungswahns.





You´re entering a feminist danger zone

24 09 2009

Heute startet das feministische Musikfestival rampenfiber im Fluc. Vier Tage queer-feministischer Raumergreifung finden statt.

Nicht nur Konzerte und DJing, sondern auch Workshops, Panels und Filmvorführungen bieten vier Tage lang reichlich Gelegenheit für queer-feministisches Feiern, Vernetzen, Diskutieren und Ausprobieren.

Bands wie Kevin Blechdom, Scream Club oder Norah Noizzze and Band versprechen großartige Konzertabende, zahlreiche Workshops machen Lust auf  Djing, Visuals, Tontechnik, Videodokumentation, Breakdance oder Poetry Slam. In Panels wie „claim the feminist_space“ geht es darum Strategien und Praktiken zu entwickeln, wie Räume geschaffen werden können, die frei von Sexismus und Homophobie sind. Dabei geht´s um konkretes Raum-Verschaffen auf Tanzflächen und Bühnen ebenso wie um ein selbstverständliches Raum-Einnehmen auf persönlicher Ebene.

Der Sonntag klingt dann mit Filmvorführungen im Schikaneder aus. Darunter zB die Österreich Premiere des Doku-Films  „Girls Rock!“, der zeigt, was Mädchen zwischen 8 und 18 in einem Rock-Camp so alles lernen können und wie Empowerment von Mädchen gelingen kann.

24.- 27. September im Fluc+Schikaneder+Frauencafe+VBKÖ

Jetzt geht´s los!








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