Postamtsschließungen in der Leopoldstadt

22 02 2012

Gabriela Moser, Renate Pachler, Uschi Lichtenegger und Michael Ortner mit den Unterschriften der BürgerInnen gegen die Schließung der Postämter. Foto: Martin Juen

Seit Monaten kämpfen BürgerInnen der Leopoldstadt, wie auch die Grünen und die KPÖ, gegen die Schließung der Postämter Krummbaumgasse 2-4, Engerthstraße 191 und Wehlistraße 309. Tagtäglich erleben die Kunden der Postfilialen, die mit Paketen, Briefen, Überweisungen, Abhebungen u.v.a.m. auf die Post angewiesen sind, lange Warteschlangen und lange Wartezeiten. Wie es künftig weitergehen soll, wird in einer BürgerInnenversammlung am 27.2.2012 präsentiert.

Von wo die Post holen – noch mehr Lebenszeit für Schlange stehen verwenden?

Postschalter in den Bawag-Filialen in der Taborstraße, in der Lassallestraße und im neuen ÖGB-Hauptquartier sollen eingerichtet werden. Und auch Postpartner werden gesucht. ZB wurde einem Geschäft am Karmelitermarkt Euro 3.000 von der Post AG angeboten. Wie soll das zu finanzieren sein? Gerüchte gibt es schon, dass es Interessenten für das Postlokal in der Krummbaumgasse gibt, vielleicht möchte hier die Post noch ein bisserl Gewinn auf Kosten der BewohnerInnen des Karmeliterviertels machen?

Das Postamt in der Krummbaumgasse liegt im Zentrum des Karmeliterviertels

Auch könnten die Bawag-Filialen überfordert sein. ZB gibt es in der Lassallestraße meist die Schlange bis zur Tür, die KundInnen steigen sich im Eingangsbereich gegenseitig auf die Füße. Zusätzlich ist die Bawag-Filiale in der Taborstraße 37 wegen der Stiegen vor dem Eingang nicht barrierefrei.

Die Nahversorgung leidet

Ein weiterer wichtiger Aspekt: es wird immer die Nahversorgung hochgerühmt, hier aber wird sie aber zerschlagen. Die Postämter liegen gut erreichbar zentral in ihren Grätzln. Die Ersatzstandorte verlängern die Wege zum Postamt für die meisten BewohnerInnen. Besonders für ältere Menschen ist das ein massiver Eingriff in ihre Lebensqualität, und vielleicht wieder auf Hilfe angewiesen zu sein.

Gabriela Moser, Grüne Nationalrats-Abgeordnete, bei der Unterschriftenübergabe an die zuständige Verkehrsministerin Doris Bures. Foto: Grüne Leopoldstadt

Über 3.000 Unterschriften gegen die Schließung der Postämter

Nach den ersten Meldungen in der Öffentlichkeit wurden sofort Unterschriftenaktionen gestartet. Wir Grünen haben im Herbst am Karmelitermarkt und in der Engerthstraße, wie auch im Internet Unterschriften gesammelt. Am Karmelitermarkt lagen in mehreren Geschäften von BürgerInnen gestaltete Listen auf, beim Postamt Engerthstraße war neben uns Grünen auch die Initiative poldi und die KPÖ aktiv.

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Zuständige Verkehrsministerin Bures bekam Unterschriften überreicht

Bei einem Termin der Grünen Nationalrats-Abgeordnete Gabriela Moser wurden der zuständigen Verkehrministerin Doris Bures die Unterschriftenlisten überreicht. Wir erwarten uns von Ministerin Bures, dass sie die Befürchtungen von über 3.000
Leopoldstädtern und Leopoldstädterinnen ernst nimmt und in Verhandlungen mit der Post AG die geplanten Schließungen verhindert.

Die BürgerInnen der Leopoldstadt stehen hinter ihren Postämtern!

Unsere Wahrnehmung bei den Standln, also in persönlichen Kontakten, im www, per Telefon ist überall gleich: Hier sind sich alle Leopoldstädterinnen und Leopoldstäder einig, die Postämter müssen erhalten bleiben.

Information BürgerInnenversammlung

Am Montag, 27.1., um 19 Uhr findet im Haus der Begegnung am Praterstern eine von der Bezirksvertretung beschlossene BürgerInnenversammlung statt. Vertreter der Post sollen ein Konzept zu den Überlegungen zur Schließung bzw. Verlegung von Postämtern und Schaffung von Postpartnern präsentieren und stehen den BewohnerInnen und Geschäftsleuten für Fragen zur Verfügung – so steht es in der Einladung.
Alle Fragen, wie zB, ob euer Postamt im April noch offen hat und warum die Post die Nahversorgung zerschlagen will…, auf der BürgerInnenversammlung ist die Gelegenheit, sie zu stellen.

Uschi Lichtenegger





Städtebaulicher Ideenwettbewerb Nordbahnhof

17 02 2012

Nächste Woche wird die Jury für den städtebaulichen Ideenwettbewerb am Nordbahnhof zusammentreten. Etwa 150 Einreichungen sind zu bewerten. Eine Ausstellung wird sicher später die Möglichkeit für zum Einblick in die spannenden  Ideen geben.
Das Nordbahnhof Areal sollte einmal ein städtebauliches Musterviertel werden. Ob sich dieser Anspruch im nächsten Planungsschritt vielleicht doch noch erfüllt, wird sich dann zeigen.
Tatsache ist, daß momentan in Wien, besonders in der Leopoldstadt, Verdichtung oberstes Gebot ist.
Dem schließen sich die Entwickler und Bauträger sehr gern an. Der Gestaltungsspielraum wird eng,  übergeordnete Zukunftsplanungen oder Leitbilder gehen unterwegs verloren.- Nicht alle, so eng darfs gar nie werden.
Wesentliche Zielsetzungen Freiraum/Grünraum/Ökologie:
Ausbildung eines Grün- und Freiflächensystems mit hoher Nutzungsqualität für alle Bevölkerungsgruppen.
Bestmögliche des neuen Siedlungsgebietes mit den umliegenden übergeordneten Grün- und Freiräumen (Grüner Prater, Donauufer, Augarten, etc.).
Schaffung der Voraussetzungen für die Ausbildung qualitätsvoller wohnungsbezogener Spiel- und Freiflächen.
Erhaltung der ökologisch wertvollen Ruderalfläche (Stadtwildnisfläche) an der Vorgartenstraße als Stadtbiotop wie auch extensiv nutzbarer Erholungsraum („Ökopark“).
Fortsetzung des „Alleen-Konzeptes“ im öffentlichen Raum.
Auffassen der bahntrassenbegleitenden Böschungsbereiche als bedeutende ökologische Potentialbereiche.
Integrative Berücksichtigung stadt- und siedlungsökologischer Aspekte (ökologisches Bauen, regenerative Energienutzung, umweltbewusste Verkehrserschließung, etc.).
Minimierung des Versiegelungsgrades
Damit Verantwortung für die Zukunft sozial, kulturell und ökologisch nachhaltig  wahrgenommen wird.





Rodelverbot im Augarten

12 02 2012

Schade. Früher war der Augarten ein Eldorado für Downhill-Racer, wilde Skeleton-PilotInnen und angehende Wasalauf-SiegerInnen. Doch damit ist ab sofort Schluss.

Nichts als Verbote im Wintersportgebiet Augarten

Im Zuge ihrer angekündigten Charmeoffensive verbieten die Bundesgärten nun alle diese gefährlichen Freizeitaktivitäten im Augarten. Sollen sich die hoffnungsvollen Nachwuchs-SportlerInnen ihre Sportarten doch im Fernsehen anschauen. Da können sie sich wenigstens nicht so leicht dabei wehtun und die Bundesgärten haben keine Scherereien mit der Haftung, falls doch einmal ein Baum oder ein Mistkübel im Weg stehen sollte.

Aber jetzt einmal im Ernst: Seit kurzem steht beim Haupteingang zum Augarten in der Oberen Augartenstraße – ja, das ist dort, wo übrigens immer noch die Autos der Restaurant-BesucherInnen mit dem Auto reinfahren dürfen – ein Schild. Falls ich es richtig interpretiere, verbieten die Bundesgärten damit das Rodeln, Skifahren und Langlaufen im Augarten.

Darf ich jetzt nicht mehr rodeln?

Generationen von Kindern haben die kleinen Hügeln und abschüssige Flächen im Augarten genutzt, um bei geringer Schneelage in nächster Wohnnähe Wintersport zu betreiben, entweder mit Rodel und Bob oder mit Skiern. Das war nicht nur gesund, es hat auch viel Spaß gemacht.

Und das wollen die Bundesgärten nun verbieten? Das ist doch absurd. Daher werden wir den zuständigen Burghauptmann auffordern, dieses Verbot wieder aufzuheben.

Wolfgang








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