während rundum die welt von nerzpelztragenden “kulturmenschen”, die sich´s immer schon richten können, in den abgrund gefahren wird, feiern die wiener sängerknaben eine heile welt, die es nur in der erinnerung irgendwelcher dementer ewiggestriger gibt.
wie soll das ding heissen? “vox augarten” oder “konzertkristall”?
nein: titanic, und nicht vox augarten sollte das ding heissen, titanic heisst das ding ab sofort. die arroganz tanzt weiter, die welt versinkt.
zwischen dem weltkulturerbe eines nazi-balls in der hofburg und den sängerknaben agiert als scharnier die verwaltung der österreichischen bundesgärten.
so ist es um die republik bestellt und das riesenrad dreht sich rechtsherum.
(vgl. http://derstandard.at/1326502996286/Wiener-Saengerknaben-Ein-Schiff-wird-kommen v. 17.1. 2012)

Dieser Hass auf Kultur erinnert peinlich an Kulturrevolution und die Roten Khmer.
nein, es erinnert an die 33 gesänge von hans magnus enzensberger: der untergang der titanic.
Wien, am 23.1.2012 – Die Beschreibung des Augarten in der Theorie: –Der Augarten ist der älteste Barockgarten Wiens und gehört zu den bedeutendsten Grünanlagen Österreichs, in der schon Größen wie Mozart, Beethoven, Schubert, Strauß, Lanner ihre Künste zum Besten gegeben haben. Wunderbare Bauten wie das Schloss Augarten, das Augartenpalais und das Joseph-Stöckl, die heute unter anderem Sitz der Wiener Sängerknaben sind, beglücken das Auge des Besuchers. Das Augarten Contemporary mit Skulpturengarten beheimatet heutzutage zeitgenössische Kunst der Österreichischen Galerie Belvedere.
Die Beschreibung des Parks in der Praxis: — Der Zustand des Parks ist heute alles andere als ein Barockgarten. Dieser Name gilt nicht mehr, nachdem viele Institutionen die im Augarten niedergelassen haben und ihre Bereich abgesteckt haben. Man hat Zäune errichtet und damit die Parkbesucher ausgegrenzt. Was von Barock übrig blieb ist entweder nicht zugänglich oder der Schlosshof wurde zum Teil als Parkplatz umfunktioniert. Eine verstärkte Auto- und Motorradzufahrt ist heute die gängige Praxis. Niemand sorgt für die Einhaltung (Gesetzesverletzung) des generell gültigen Parkverbotes. Zwei furchtbar aussehende Flakbunker, bei denen viele Besucher gar nicht mehr wissen worum es dabei überhaupt geht, dürfen keiner archiktektonischen Veränderung (Verschönerung) zugeführt werden weil der ganze Augarten unter Naturschutz steht. Der Contemporay-Park der früher ein schöner gepflegter Kunstgarten war ist verwahrlost und wird nur zu bestimmten Zeiten für die Besucher geöffnet.
Nicht zuletzt bringt die dauernde Diskussion über den bereits im Rohbau fertig gestellten Konzertsaal für die Sängerknaben den Augarten dauernd in die negativen Schlagzeilen. Die bei der Baubewilligung dieses Saales aufgetretenen Unregelmäßigkeiten ändern die Situation heute nicht mehr.
Man sollte froh sein das in einem generell verwahrlosten Augarten wieder moderne Architektur entsteht, wie dies in vielen anderen Kulturstädten Europas bereits der Fall ist. Man kann sich derzeit in der Postsparkasse (Georg–Coch-Platz – Wien 1) über diesen modernen Bau eingehend informieren. Unverständlich, dass von Gegnern aus der Vergangenheit über diese Projekt lustig oder verbissen protestiert wird. Es ist eine große Aufwertung für die Wiener Kulturszene. Heute noch gegen bürokratisch falsch abgelaufenen Baubewilligungen zu protestieren, schadet dem Ansehen Wiens und Österreichs. Die Kräfte sollten eher dafür verwendet werden, einen neuen Gesamtmasterplan für den Augarten zu erstellen, denn jeder Park des Magistrates in Wien nist besser gepflegt als der Augarten, für den die Bundesgärten verantwortlich sind. Die Verwaltung durch die verschiedenen Behörden für den Augarten ist aus heutiger Sicht unübersichtlich. Niemand ist zuständig ! Es zeigte sich in der Folge, dass die Interessen zu unterschiedlich waren und die einzelnen Vorstellungen über die Zukunft des Augartens laufen auseinander. Es kam eher zu Konflikten als zu Einigungen über verschiedene Zukunfts-Projekte.
Die einzelnen Interessen waren zu unterschiedlich. So gibt es Proteste die bis heute anhalten, da Projekte nicht im Sinne der Besucher des Augartens gelöst wurden. Letztlich haben die verantwortlichen Behörden begonnen ihre Ziele ohne Einbeziehung der Bürger zu verwirklichen. Damit leidet der Ruf des Augartens generell und auch Gartenpflege durch die Burghauptmannschaft und Bundesgärten wurde sträflich vernachlässigt.
Ein Neubeginn unter Einbeziehung aller interessierten Kräfte ist daher ist daher dringend notwendig !
Karl Rescheneder – Wien – karlrescheneder@hotmail.com
s.g. herr rescheneder, vielen dank für Ihren ausführlichen kommentar.
womit Sie recht haben: der augarten hätte schon längst ins eigentum der stadt wien überführt werden sollen, da wären viele konflikte gar nicht erst entstanden und was das wichtigste ist: die ursprünglichen projektbetreiber hätten planungssicherheit gehabt. es ist nämlich nicht “bürokratisch etwas schief gelaufen”, nein, das filmarchiv, das im jahr 2000 mit zustimmung aller fraktionen in der bezirksvertretung eine überdachung (und die entsprechende widmung) beantragt und genehmigt bekommen hatte für ein sommerkino, wurde hintenach schlichtweg von den sängerknaben von verhandlungstisch gestossen. das war ein politkum, und das war ein kulturpolitischer akt der unfreundlichen übernahme des augartenspitzes. das die stadt wien sich in dem konflikt rausgehalten hatte, hat am ende nur mit dem prall gefüllten geldsäckel der pühringer-stiftung zu tun. der privatisierung des augartens stand nichts mehr im wege. die sängerknaben erfüllen sicherlich eine wichtige kulturpolitische funktion, wenngleich – und da scheiden sich möglicherweise die geister – die effekte der finanzieller umwegrentabilität über einnahmen aus dem tourismus mittlerweile höher einzustufen sind.
mehr info zu „voxaugarten“ am spitz
hingehn und anschaun!
bis 24. februar 2012
im kassensaal der postsparkasse (BAWAG/PSK)
1010 wen, georg coch-platz 2
mo-fr 08.00 -17.00 Uhr do 08.00 bis 17.30 uhr sa 10.00 -17.00 uhr
die ausstellung „MOMENTAUFNAHME“ zeigt das architektonische und inhaltliche konzept der konzerthalle, an modellen, plänen und vox.
denn voxaugarten hat sich einem einfachen prinzip verschrieben: offenheit
(so die veranstalter)
„das ergebnis ist nicht nur ein konzertsaal, sondern auch ein offenes gebäudeensemble –sowohl mit dem potenzial vielseitiger begegnungen und musikalischer erlebnisse als auch der öffnung bisher verschlossener parkbereiche des augartens.“..für wen?
dem täglichen augartenpublikum erschließt sich das gar nicht so offen.
kein großzügiger eingang nahe der U2 station taborstrasse,(im sinne des leitbildes)-. die „umwegsrentabilität“ spüren diese besucher/innen mehr in den beinen!