Tempo 30 – Zonen und Blaulicht

8 11 2011

Ein kurzer Bericht von der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Leopoldstadt

Nach einigen formalen Abstimmungen wurden zuerst beide Grünen Anträge zur illegalen Durchfahrt über den Volkertmarkt und einer Prüfung einer Verlegung der Endstelle des 11B einstimmig angenommen.

Danach gab es nur 2 FPÖ-Anträge, über die sich längere Diskussionen ergaben.

1) Ein Resolutionsantrag gegen weitere Tempo 30 – Zonen in der Leopoldstadt.

Die Grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou hat ja angekündigt, dass in den nächsten beiden Jahren die Tempo 30 – Zonen in Wien auf quasi alle noch fehlenden Wohngebiete ausweitet werden soll. In der Leopoldstadt würde das insbesondere das Karmeliterviertel, die noch fehlenden Teile des Volkertviertels (Mühlfeld-, Rueppgasse und Volkertstraße) sowie die Walcherstraße betreffen.

Zuerst bedauerte der ÖVP-Vertreter, dass sie nicht selber auf die Idee für diesen Antrag gekommen sind. Dann trug er genauso wie der FPÖ-Vertreter die alte, falsche Litanei vom höhertourigen Fahren im niedrigeren Gang vor. ‘Warum können wir Grüne für so eine Maßnahme sein, die die Umwelt so stark belaste?’

Doch das ist falsch. Es gibt genügend Untersuchungen, die gezeigt haben, dass bei T30 nicht mehr oder sogar weniger Stickoxide erzeugt werden, als bei T50. Die Erklärung dafür ist einfach: In einem städtischen Wohngebiet kann man eben nur ganz selten gleichmäßig T50 fahren, sondern muss bei Ampeln und Nachrangkreuzungen immer wieder abbremsen und beschleunigen. Das ist nicht nur lauter, sondern erzeugt eben auch mehr Schadstoffe.

T30 halbiert den Anhalteweg

Überlebenswahrscheinlichkeit

Es gibt viele Gründe für Tempo 30 – Zonen, der wichtigste Grund ist für uns aber die Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Das wollten die blauschwarzen Mandatare aber nicht wahrhaben und haben es einfach abgestritten. Besonders beleidigt reagierten sie in der Diskussion auf meinen Vorwurf, mit der Ablehnung von Tempo 30 – Zonen in Wohngebieten bewusst Todesopfer in Kauf zu nehmen. Doch genau das ist es . Was wiegt’s, des hat’s!

Besonders geschmacklos war dann noch ein FPÖ-Bezirksrat, der erklärte, FußgängerInnen hätten außer auf Zebrastreifen und bei Ampeln eh nichts auf der Straße verloren. Law and Order pur.
Schließlich warf mir ein ÖVP-Bezirksrat dann noch Dogmatismus vor. Doch der Einsatz von Tempo 30 – Zonen hat nichts mit einem Dogma zu tun, sondern viel mehr mit den physikalischen Grundlagen von Reaktions- und Bremsweg. Als Dogma würde ich eher das Festhalten der katholischen Kirche am geozentrischen Weltbild im Mittelalter bezeichnen. Diese Tradition führt die ÖVP Leopoldstadt offenbar heute noch fort.

Der blaue Resolutionsantrag wurde schließlich von rotgrün abgelehnt.

2) Die 2. Diskussion war dann schon etwas skurril. Die FPÖ machte die Toiletten der U-Bahnen als einen sicheren Hort für Drogensüchtige aus. Und deshalb sollen nun in allen U-Bahn-Toiletten in der Leopoldstadt blaue Lampen montiert werden. Angeblich soll das Drogensüchtige davon abhalten, sich auf den Toiletten Drogen zu spritzen, weil jene dann die Venen nicht mehr genau sehen könnten.

Jetzt kann es schon sein, dass es dieses Problem fallweise gibt. Und es spricht auch nichts dagegen, dies zu verhindern. Aber diese Maßnahme ist doch nur eine Symptombekämpfung und keine Maßnahme, den Drogensüchtigen zu helfen. Hier wäre das Angebot von Konsumräumen viel wichtiger.

Und: wieso gerade blaues Licht? Blaues Licht ist sehr unangenehm und schreckt auch die 99,99% der „ordnungsgemäßen“ BenützerInnen der U-Bahn-Toiletten von einem Aufsuchen derselben ab. Auf einem fremden Klo ist wohl ein gutes Licht sehr wichtig, um die sanitären Zustände genau prüfen zu können. Ein unangenehmes schummriges Licht ist da genau die falsche Wahl.

Leider waren sich in dieser Frage blauschwarzrot einig und beschlossen das Allheilmittel „Blaulicht gegen Fixer“. Wenn Sie also in einiger Zeit auf ein U-Bahn-Klo im 2. Bezirk gehen und dort blau beschienen werden, wissen Sie also, wem Sie das zu verdanken haben.

Wolfgang


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18 Antworten

8 11 2011
Friedrich Hochmann

Tempo 30 sollte nicht auf sog. Wohngebiete beschränkt werden, schließlich wohnen auch an hochrangigen Strassen Menschen, oder gelten die als Untermenschen ? Aufgrund des zynischen Vollzugs des §43 Abs. 2 StVO, der bereits zur Vermeidung von Belästigungen verkehrsbeschränkende Maßnahmen vorschreibt, in einer Weise, dass an den hochrangigen Strassen nicht bloß belästigende sondern schwer gesundheitsschädliche Lärmwerte herrschen, liegt ein disbezüglicher Verdacht wohl durchaus nahe.
Tempo 30 könnte aufgrund §43 Abs2 StVO auch an hochrangigen Strassen verhängt werden, wodurch der Lärmpegel an diesen Strassen erheblich sinken würde.Außerdem könnte man dann auch sehr leicht auf Radwege verzichtet wrden, da bei einem solchen Tempo auch Radfahrer weitgehend mithalten können…

10 11 2011
Friedrich Hochmann

Vielleicht könnte die Bezirksvertretung den blauen und schawarzen Mandataren Nachhilfestunden in Physik zahlen. Vielleicht kapieren sie es dann, dass sich z.B. die Bremswege bei T50 sehr erheblich verlängern gegenüber T30.

11 11 2011
Johannes Spalj

Die weltfremden grünen Hascherln fürchten sich offenbar ob des “Horrortempos” 50 zu Tode. Verhängen wir doch gleich für alle Kraftfahrzeuge Schritttempo. Zusätzlich geht noch ein “Verkehrswarner” mit bimmelnder Glocke und Scheinwerfer neben jedem Auto her.
Einfach erbärmlich!
Die neuen Zusatzgefahren sind StVO-ungebildete, durch Handybenutzung u.ä. total unkonzentrierte Fußgänger und Radfahrer.

P.S.: fahre seit 1980 ohne selbstverschuldeten Unfall 15.000km jährlich.

11 11 2011
wolfgangkamptner

Sehr geehrter Herr Spalj!

Ich erläutere Ihnen gerne noch einmal die Aussage des Diagramms in meinem Beitrag.
Stellen Sie sich vor: Ein Kind läuft beim Spielen vor Ihr Auto auf die Fahrbahn. Das sollte es natürlich nicht, aber auch Sie werden 1980 bei der Führerscheinprüfung gelernt haben, dass Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind. Ich hab das zumindest 1983 in der Fahrschule gelernt.

Also angenommen, es rennt 25 Meter vor Ihrem Auto auf die Fahrbahn. Dann hängt das Leben des Kindes – aber auch Ihr Seelenheil – nur von der gefahrenen Geschwindigkeit ab.

a) Fahren Sie 30km/h, so beträgt aus physikalischen Gründen der Reaktionsweg 16,7m und der Bremsweg 4,7m. Sie kommen also nach 21,4m zum Stehen. Das Kind kommt mit dem Schrecken davon und Sie haben eine große Adrenalinausschüttung, aber mehr ist nicht passiert.

b) Fahren Sie 50 km/h, so beträgt aus physikalischen Gründen der Reaktionsweg 27,8m und der Bremsweg 13,1m. Sie fahren das Kind also mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h nieder, noch bevor Sie überhaupt reagieren konnten.
Die Überlebenschance eines Fußgängers, eine Kollision mit einem 50km/h schnellen Auto zu überleben, liegt rein statistisch bei ca. 30%. Bei einem Kind wird diese Zahl vermutlich noch geringer sein, da Sie es mit Ihrer Stoßstange eher in der Körpermitte erwischen und nicht bei den Beinen, wie bei einem Erwachsenen.

Und auch in diesem Fall haben Sie an dem Unfall kein Verschulden. Doch mit der Tatsache, dass Sie ein Kind getötet oder schwer verletzt haben, müssen Sie leben. Wahrlich kein erstrebenswerter Zustand.

Deshalb: Tempo 50 ist für Wohngebiete zu schnell, weil zu gefährlich.

15 11 2011
sg

wobei 2 sekunden reaktionszeit anzunehmen ist schon ein bisserl realitätsfern

17 11 2011
wolfgangkamptner

Okay, man soll halt nicht jeder Grafik aus dem Internet trauen oder zumindest selber nachrechnen. Zwei Sekunden Reaktionszeit sind für die vielen Handyfonierer immer noch zu kurz, aber normalerweise nimmt man eine Sekunde Reaktionszeit an. So hab ich es zumindest in der Fahrschule gelernt.
Die Aussage bleibt allerdings dieselbe. T50 braucht einen mehr als doppelt so langen Bremsweg wie T30. Daher habe ich die Grafik nun ausgetauscht.

16 11 2011
Johannes Spalj

Eine typische frisierte Milchmädchenrechnung, die die eigene These des selbsternannten Experten in einer gedanklichen Endlosschleife untermauern soll.
Wenn das “Thesenkind” 50 Meter vor mir auf die Fahrbahn läuft dann passiert auch bei Tempo 50 nichts, wenn es 10 Meter oder weniger vor mir auf die Fahrbahn läuft dann ist das Tempo wieder ziemlich wurscht.
Null Risiko also nur bei Tempo Null. Was ja hinsichtlich Autoverkehr auch angesichts der exorbitanten Parkgebührenerhöhung ohnehin als Endziel der Grünen erscheint.

P.S. zur angenommenen Reaktionszeit von zwei Sekunden enthalte auch ich mich jeglichen Kommentares
. Das spricht für sich.

5 12 2011
n

Es ist wirklich wurscht ob die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Unfalls bei 15% oder 45% liegt? Das ist nur der Unterschied in der Aufprallgeschwindigkeit bei 30km/h bzw. 50km/h – also ungebremst, innerhalb von 10 Metern.

Wobei man für 10 Meter bei 30km/h schon ab einer Reaktionszeit von 1,2 Sekunden vor dem Aufprall zu bremsen beginnt – bei 50km/h darf die Reaktionszeit dafür max. 0,7 Sekunden betragen und würde man auf eine Aufprallgeschwindigkeit von 30 km/h kommen wollen müsste sie sogar unter 0,1 Sekunden liegen (auch abhängig von der Bremsverzögerung).

9 12 2011
wolfgangkamptner

Beim ersten Satz irritiert mich das Fragezeichen. Das ergibt keinen Sinn. Falls es aber eine Feststellung ist und keine Frage, dann ist diese Aussage schon einfach nur menschenverachtend.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie diese Aussage auch im direkten Gespräch mit Angehörigen von Unfallopfern aufrechterhalten können, ohne dabei kotzen zu müssen.

15 12 2011
n

Siehe den Satz direkt dahinter. Bezieht sich direkt auf die “wurscht” Aussage darüber – also für einen Unfall innerhalb von 10 Meter. Nicht einmal da ist es wurscht ob man 50 fährt oder weniger, weil mit 30 auf einmal jeder 2te überlebt anstatt nur jeder 6te. Das ist schon ohne Null Risiko ein massiver Gewinn.

Oder man schafft es keine Reaktionszeit mehr zu brauchen – dann dürfen Fahrzeuge auch gerne mit 50 km/h durch die Stadt fahren. Reine Physik und Mathematik, mit den Angaben Hindernis in 10 Meter, 30 km/h vs. 50 km/h. Ähnlich dem Unfall im 19ten letztes Jahr mit dem wissentlich gedopten Lenker.

Autos mit 50 km/h in der Stadt durch Wohngebiete fahren zu lassen – das ist menschenverachtend, aber Politik. Weiß aber jetzt auch nicht warum man Angehörige von Unfallopfern nicht mal ins Rathaus kotzen schickt um endlich aus Wien eine Tempo 30 Zone zu machen.

16 12 2011
wolfgangkamptner

Sorry, dann habe ich das falsch verstanden.
Freut mich, dass wir einer Meinung sind.

Zur Frage von Tempo 30 in Wohngebieten muss man fairerweise sagen, dass hier in den letzten Jahren auch unter der SPÖ schon einiges weitergegangen ist – wenn auch oft durch sanften Druck der Grünen und der betreffenden Bevölkerung.
Bereits jetzt gilt in 2/3 aller Gemeindestraßen in Wien Tempo 30. Das Ziel der Grünen ist es aber, in allen Wohngebieten lückenlos T30 einzuführen. Die MA46 hat daher bereits im Auftrag von Verkehrsstadträtin Vassilakou einen Stufenplan für die Umsetzung erarbeitet. Spätestens 2013 soll in allen Wiener Wohngebieten T30 gelten. Falls sich nicht manche Bezirksvorsteher querlegen, wie zum Beispiel in Döbling. In der Leopoldstadt habe ich da weniger Angst.

16 12 2011
Friedrich Hochmann

Das Problem mit Tempo 30 in den Wohngebieten ist, dass an den Hauptstrassen ja weiter Tempo 50 (in der PRaxis Tempo 70) gelten soll und daher an den Hauptstrassen Dauerschallpegel von 75dB bis 80dB und damit das 4- bis 6-fache des Grenzwertes für den vorsorglichen Gesundheitsschutz nach WHO herrschen, die schwe gesundheitsschädlich sind.
Vernünftig wäre es in der Stadt generell Tempo 30 zu verordnen. Damit würden auch Radwege entbehrlich werden.

23 11 2011
Max Wolkinger

Also die Argumente gegen blaues Licht sind nicht nachvollziehbar, ist zB. auf der TU seit Ewigkeiten der Fall, und hat sicher nicht “99,99% der ordnungsgemäßen Benutzer” abgeschreckt, das ist einfach nur lächerlich.

Ich vermute einen Grünen Beißreflex der Farbe Blau gegenüber.

29 11 2011
Friedrich Hochmann

@ Spalj. Die Reaktionszeit hängt sehr davon ab, ob Sie mit einem Ereignis rechnen. Ein Läufer vor dem Start erwartet das Startsignal und reagiert daher in 01, bis 0,2sec. Wenn Sie aber nicht mit einem Ereignis rechen,(oder rechenen Sie in jeder Sekunde damit, dass ein Kind auf die Fahrbehn läuft?) so ergibt sich eine erhebliche Reaktionszeit, die sicher im Bereich von 1 bis 2sec. liegt, insbesondere, wenn man auch die Ansprechzeit der Bremsen mit einrechnet.

5 12 2011
Friedrich Hochmann

@ Spalj.

Zum Thema “Horrortempo” 50. Wieviel der Autofahrer halten sich denn an Tempo 50 ? Bekanntlich hat die Polizei in Wien zu wenige Strafreferenten, weshalb die Radarboxen an sich illegaler Weise zu hoch eingestellt werden. Nur abgesehen von der unnötigen Erhähung des Risikos eines Verkehrsunfalles führt dies auch zu einer sehr dramatischen Erhöhung der Lärmbelastung der Anrainer, ein Umstand zu dem der Verstand der meisten Autofahrer bei weitem nicht reicht. Diese Lärmbealstung führt zu einer Vielzahl von sehr teuren Erkrankungen, wie Herzinfakte, aber was ein echter Autofahrer ist, der zahlt lieber höhere Steuern und Soz. Vers. als beim Autofahren Vernunft und Rücksicht walten zu lassen.

13 12 2011
nikolaus demetrescu

zu den kommentaren von reaktionszeit usw – da kann ich nur sagen, wer normal im verkehr fährt und nicht von telefon, navi oder exorbitanter musik, wo der bass draussen besser zu hören ist als drinnen, auch beifahrer, die einen auf schöne auslagen aufmerksam machen, der braucht sicher nicht mehr als 0,5 bis 0,7 sek zum raschen reagieren ausserdem wird da ja immer mit uraltwerten gerechnet – wobei moderne autos innerhalt von 35 – 40 m aus 100 km zum stehen kommen. klar wenn ich mit den werten von oldtimern die tabellen ausfülle, dann kommen solche zahlen heraus. ob ich mit höheren gang fahren soll . das kann ich weniger beeinflussen, das macht eben die automatiki + die fährt halt nicht im 6. gang mit 30 . so schauts aus. herzlichste grüsse an DJ vom nauki

15 12 2011
n

Man darf nicht von einem Fahrzeug ausgehen sondern muss von allen Fahrzeugen den maximal möglichen Bremsweg heranziehen. Der ergibt sich aus der Bremsverzögerung die ein KFZ für die Zulassung erfüllen muss. Aus der ergeben sich dann auch die vereinfachten Formeln die man in der Fahrschule lernt.

Und dann kommt noch Wetter, Fahrbahn und die anderen Teilnehmer dazu. Wenn das Fahrzeug hinter mir einen längeren Bremsweg hat werde ich nicht in meinem Bremsweg stehen bleiben sondern nach dem Auffahrunfall von diesem noch weiter nach vorne geschoben.

Und zur Verlängerung der Reaktionszeit reicht schon ein Einsatzfahrzeug das sich annähert. Das blaue Licht oder das Folgetonhorn nimmt einem schon einen Teil der Konzentration und dann sind es schon nicht mehr 0,7 Sekunden. Wenn man es also geschafft hat sein Auto komplett leer zu räumen um nicht mehr abgelenkt zu werden gibt es immer noch Dinge die als Ablenkung bleiben werden. Wobei dann noch die Frage ist warum man, wenn man allein fährt und nichts mehr transportiert immer noch soviel Stahl unterm Hintern brauch um von A nach B zu kommen. Wie wäre es mal mit Öffis? Dort hat man auch Zeit Worst-Case Rechnungen durchzuführen und zu ermitteln was für einen Sinn die “Uraltwerte” haben.

14 12 2011
Friedrich Hochmann

Im normalen Verkehr ist es sicher möglich, dass manche FahrerInnen, so sie ausgeruht und nicht durch Stress in Beruf oder Familie oder durch die Einnahme relativ harmloser Medikamente eingeschränkt sind in 0,7sec reagieren. Dazu kommt dann noch die Ansprechverzögerung der Bremsen. Wollen Sie nun ernstlich verlangen, dass sich niemand, der zu Hause oder im Beruf Stress hatte, ans Steuer setzt, ganz zu schweigen von der Einnahme relativ harmloser Medikamente, wie z.B. Hustentropfen. Weiters wollen Sie nur solchen Personen gestattten sich ans Steuer zu setzen, die besonders rasch reagieren? Sind Sie sicher, dass Sie persönlich immer innerhalb 0,5 bis 0,7sec reagieren. Vermutlich müssten dann alle ab einem Alter von 35 Jahren den FS abgeben. Wünsche viel Glück bei der Durchsetzung einer solchen Forderung.
Offensichtlich gehen Sie selbst nicht davon aus, dass alle eien derart rasche Reaktion schaffen, sonst würden Sie nicht auf Einschränkungen wie einen Beifahrer hinweisen, mit dem ein Gespräch zu führen ist. Um dies zu vermeiden dürften dann nur mehr einsitzige Autos ohne Handyverbindung zugelassen werden. Wollen Sie das wirklich?

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