Sonntagsmatinée im Theater Nestroyhof/Hamakom „Aus dem Judentum kommt man nicht heraus“

25 01 2011

Im Theater Nestroyhof/Hamakom inszeniert Michael Grunner ein Stück der Israelin Savyon Liebrecht: Die Banalität der Liebe. Ein Gespräch, eine Geschichte über die Liebe zwischen zwei bedeutenden Philosophen des 20. Jhdts. – Hannah Arendt und dem durch sein nationalsozialistisches Engagement nicht unumstrittenen Martin Heidegger.
Mehr dazu: http://www.hamakom.at/index.php?id=397
Ankündigung der Premiere: http://derstandard.at/1295570704521/Wiener-Nestroyhof-Todtnauberg-liegt-an-der-U-1

Für den Salon des Theaters Nestroyhof/Hamakom, hat Susanne Höhne sich mit einem Werk von Hannah Arendt befaßt und eine Textcollage zusammengestellt, aus der Dagmar Schwarz kommenden Sonntag liest.

„Aus dem Judentum kommt man nicht heraus“ – aus Briefen von Rahel Varnhagen und Gedanken dazu von Hannah Arendt

Rahel Varnhagen (1771 – 1833) war eine Jüdin aus Berlin, die von 1790 und 1806, in der Frühzeit der deutschen Romantik, einen Salon in ihrer Dachstube führte, wo die bedeutendsten Männer ihrer Zeit verkehrten. Unter anderem gingen dort der preussische Kronprinz, die Brüder Humboldt, Friedrich Schlegel, Clemes Brentano aus und ein. Rahel, die nicht schön war, wie sie selbst meinte, bezauberte ihre Zeitgenossen durch ihren scharfen und genauen Verstand.

In der Zeit der frühen Romantik, unter König Friedrich dem I., waren für kurze Zeit in Berlin jüdische Salons möglich in denen die Standesgesetze ausser Kraft gesetzt waren, und für einen Moment im Verlauf der Geschichte nur der Einzelne mit seinen Fähigkeiten zählte. Mit der Niederlage Napoleons und der Restauration änderte sich die gesellschaftliche Situation, und Rahels Salon hörte auf zu existieren. 1913 ließ Rahel Lewin sich taufen und heiratete den preußischen Junker August Varnhagen, der nach ihrem Tod ihren literarischen Nachlass verwaltete, der aus zahlosen Briefen bestand. Gegen Ende ihres Lebens befreundete sie sich mit dem viel jüngeren Heinrich Heine, den sie als ihren geistigen Erben ansah.
„(..)Keine Wohltätigkeitsliste, kein Vivat, keine Herablassung; keine gemischte Gesellschaft, kein neues Gesangbuch, nichts, nichts konnte mich je beschwichtigen(..) (Brief an Heinrich Heine, 23. 9. 1830)

Am persönlichen Einzelschicksal von Rahel Varnhagen schildert Hannah Arendt, in „Rahel Varnhagen, Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik.“ ein Stück deutscher Geschichte, nämlich den Beginn der Emanzipation des jüdischen Bürgertums. Hannah Arendt hat die „Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik“ 1930 begonnen und 1933 in der Emigration in Paris fertig gestellt, also „schon mit dem Bewusstsein des Untergangs des deutschen Judentums“ geschrieben, wie sie selbst in ihrem Vorwort schreibt.

Es liest: Dagmar Schwarz
Textcollage: Susanne Höhne
Ort: Theater Nestroyhof/Hamakom, 1020 Wien, Nestroyplatz 1 (U1 Nestroyplatz)
Datum: 30. Jänner 2011
Beginn: 12 Uhr
Vorverkauf Tickets: +43 1 8900 314 oder tickets@hamakom.at


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