Im März 2010 startete das Artenschutzprojekt „Comeback Wanderfalke“ im Wiener Augarten. An den beiden Flaktürmen wurden vier Nistkästen für Wanderfalken montiert. An dem Projekt sind der Verein BirdLife, die Bundesgärten, das Naturhistorische Museum Wien und die Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 beteiligt.
Der Wanderfalke dringt heute immer weiter in den urbanen Raum vor. Zu den beliebten Beutetieren des schnellsten Flugjägers gehört die Haustaube. Doch während der Turmfalke in Wien häufig brütet, gab es vom Wanderfalken bisher nur ein einziges Brutpaar in Wien, weil geeignete Nistmöglichkeiten fehlen. Laut BirdLife ist der Flakturm dafür ideal, weil die Wanderfalken ein sehr hohes Gebäude bevorzugen und es es dort wegen der Nahrung sehr viele Tauben geben muss.

Das Aus für dieses Projekt gerade im Internationalen Jahr der Biodiversität ist ein herber Rückschlag für den Artenschutz in Wien. Damit ist der Augarten um ein Stück Natur ärmer geworden.
Unverständlicherweise wurden am Mi., 1.12. die Nistkästen auf Anweisung des Wirtschaftsministeriums wieder entfernt.
Es stellt sich natürlich die Frage, welche Motive das Wirtschaftsministerium für diese Anweisung hat. Die Burghauptmannschaft begründet im Bericht auf ORF On ihren Schritt damit, dass das Artenschutzprojekt künftige Sanierungen oder Umbauten der Türme erschweren könnte. Auch die Bezirkszeitung hat ausführlich darüber berichtet.
Das klingt ganz so, dass die Demontage der Nistkästen ein Zeichen dafür ist, dass das umstrittene Datencenter-Projekt im Flakturm weiterhin verfolgt wird.
Folgt nach den Sängerknaben-Projekt am Augartenspitz nun der nächste Anschlag auf den Augarten?
Wolfgang



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