Nun ist es also fix. Wien wird in den nächsten 5 Jahren von einer rotgrünen Regierung regiert werden. Auch das höchste Gremium der Wiener Grünen, die Landesversammlung hat heute eindeutig dem vom Verhandlungsteam ausgehandelten Koalitionspakt zugestimmt.

Vor allem die Übereinstimmung in Bildungsfragen soll laut Häupl den Ausschlag für Grün gegeben haben. Na, dann gemmas an…
Das war wenig verwunderlich, denn erstens ist das Wahlprogramm inhaltlich absolut herzeigbar und zweitens ist auch uns Grünen schon seit langem klar, dass wir unsere Ideen und Konzepte viel besser umsetzen können, wenn wir dafür in einer Regierung sitzen.
Die Grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou ist damit auch Stadträtin für Stadtplanung, Verkehr, Klimaschutz, Energie und Bürgerbeteiligung. Das sind Sachbereiche, in denen wir auf kommunaler Ebene wirklich etwas bewegen können.
Natürlich sind diese Bereiche auch mit Risiken für uns Grüne behaftet, aber ob wir diese Chancen nützen, liegt primär an uns.
Vor allem zum Thema Verkehr möchte ich als Verkehrssprecher der Grünen Leopoldstadt und als Verkehrsreferent des Grünen Rathausklubs ein paar Worte verlieren.
Entgegen der Ängste und Falschmeldungen von politischen Konkurrenten und mancher Medien, werden die Grünen das Autofahren nicht verbieten.
Es geht vielmehr um den sinnvollen Einsatz aller Verkehrsarten. Wir wollen den Menschen den Verzicht aufs Auto in der Stadt erleichtern. Deshalb hat für uns der Umweltverbund (Öffis, Rad, Zu Fuß) Priorität. Wir sind davon überzeugt, dass die Umsetzung einer Grünen Verkehrspolitik in Wien die Lebensqualität aller hier lebenden Menschen erhöht. Auch jene der AutofahrerInnen, die auf Ihr Auto angewiesen sind. Denn weniger Autos auf den Straßen bedeutet auch mehr Platz und weniger Stau für den Wirtschaftsverkehr und den notwendigen Autoverkehr.
Im Grünen Verkehrskonzept für Wien aus dem Jahr 2007 heißt es wörtlich: “In der städtischen Mobilität soll der Autoverkehr ebenso seinen Platz haben wie alle anderen Verkehrsformen auch, ohne jedoch auf deren Kosten zu gehen. Wir sind der Meinung, dass weniger Autoverkehr mehr Mobilität für alle bedeutet.“
Im Koalitionspapier sind viele Grüne Vorschläge im Verkehrsbereich eingeflossen. Nicht alle so konkret wie wir uns das gewünscht hätten, aber hier liegt es eben stark an uns Grünen, aus den Absichtserklärungen, Konzepten und Arbeitsgruppen greifbare Erfolge zu machen.
Für die Leopoldstadt möchte ich aus dem Papier explizit einige konkrete Erfolge hervorheben:
1) Es soll wieder eine Straßenbahn-Verbindung zwischen Praterstern und Schwedenplatz kommen – quasi der halbe 21er, also dort, wo es die Schienen noch gibt.
2) Für die Errichtung von Wohnsammelgaragen ist in Zukunft eine Bürgerbefragung Pflicht. Die BI Trunnerpark hat dies im letzten Herbst Bezirksvorsteher Kubik noch mühsam abringen müssen. Die BI Manès-Sperber-Park ist mit dieser Forderung beim Bezirksvorsteher vor ein paar Jahren noch abgeblitzt.
3) Die S45 soll von der U-Station Handelskai bis zum Praterkai verlängert werden. Zwar findet sich diese Verlängerung nicht explizit im Koalitionspapier, sondern nur die Erarbeitung eines neuen S-Bahnkonzepts für Wien. Aber sowohl Bezirksvorsteher Kubik als auch der Wiener SPÖ-Verkehrssprecher Hora haben die bevorstehende S45-Verlängerung in den Bezirksmedien bereits verkündet.
Aber was bedeutet die rotgrüne Koalition auf Landesebene nun für die Zusammenarbeit von SPÖ und Grünen in der Leopoldstadt, zumal die SPÖ ja auch auf Bezirksebene die absolute Mehrheit klar verpasst hat und auf die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen in der Bezirksvertretung angewiesen ist, um Mehrheiten zu bekommen?
Das ist derzeit völlig unklar. Klar ist jedenfalls, dass wir Grüne sehr an der Zusammenarbeit aller Fraktionen in Sachfragen interessiert sind, um für die Leopoldstädter Bevölkerung wirklich etwas weiter zu bringen. Als ersten wichtigen Schritt müsste die SPÖ Leopoldstadt mit ihrer Geheimniskrämerei-Politik aufhören und allen Fraktionen in der Bezirksvertretung alle Informationen zukommen lassen, die für das Gelingen einer guten sachpolitischen Arbeit im Interesse aller LeopoldstädterInnen nötig sind.
Wir hoffen, die SPÖ sieht das auch so und handelt dementsprechend.
Wolfgang


Als Sprecher der B.I. Handeölskai würde ich mir wünschen, dass die StVO §43 Abs. 2 mehr beachtet und dadurch die Anrainer entlastet werden. Weiters wäre es dringend erforderlich die Fahrbahn des Handelskais zu sanieren um unnötigen Lärm zu vermeiden. Weiters sollte eine Tonnagebeschränkung kommen. Projekte, wie die Verbreiterung des Handelskais zwischen Joh. Böhmplatz und Marathonweg sollten in Zukunft unterbleiben, da sie einfach unnötig sind, da der Handelskai nicht durchgehend verbreitert werden kann, ganz abgesehen davon, dass bei einem Ausbau der Donauuferbahn zur S45 wohl auch Platz für Haltestellen geschaffen werden muss, was vermutlich auf Kosten des Handelskai gehen wird müssen, wenn man nicht extrem teure Lösungen wählt.
der 21er wird wieder fahren!!!! das wird KULT. Freu mich schon auf Inaugurationsfahrt.
Gratulation und Danke an Verkehrsexpertinnen der Gruenen Leopoldstadt (hallo Wolfgang!) und uns allen Fahrgästen!
brig
hmmm… 21er? Die kurze Strecke bringt wirklich was? Ihr habt doch den 11er im Wahlkampf gefordert, der würde sicher mehr Sinn machen.
Okay, also zu den Details steht im Koalitionspapier nichts drinnen. Aber ich gehe schon davon aus, dass der 21er (oder wie immer er dann auch heißen wird) eine Verknüpfung über den Ring mit einer anderen Radiallinie erhält und somit das Umsteigen für manche Destinationen am Schwedenplatz wegfällt.
Auch die Verknüpfung mit der geplanten Bim durch das Nordbahnhofgelände am Praterstern ist möglich.
Das müssen erst weitere Gespräche über die Umsetzung klären. Und da werden wir jedenfalls mitreden.
Schön wär’s natürlich, aber explizit steht die 21er-Verlängerung meines Wissens nicht im Koalitionsabkommen. Deshalb sollte man sich nicht zu früh freuen.
Dennoch viel Erfolg, dass es gelingt!
Eine Verknüpfug Praterstern – Schwedenplatz wäre ja ganz schön, insbesondere, wenn diese nicht bereits um 20h30 eingestellt wird, wie der derzeitig in der Heinestrasse fahrende Bus.
Allerdings sollte nicht immer wieder klein-klein Lösungen angedacht werden, sondern aufgrund des nun doch schon beachtlichen U-Bahnnetzes das gesamte Öfi-Netz durchforstet und aufgeknüpft und nach neusten Start-Ziel Wünchen der Benutzer neu aufgestellt werden, wobei natürlich auch die Einflüsse der geplanten neuen Stadtentwicklungsgebiete mit berücksichtigt werden müssen.
Viel Erfolg – heute wollte ich vom Praterstern zum Karmeliterplatz, ja wie kommt man auf dieser Relation jetzt am schnellsten ohne Auto ans Ziel? Mit dem Citybike. Aber ehrlich: Soll man den öffentlichen Verkehr zu Gunsten des Radverkehrs ausdünnen? Die 21er-Einstellung war eine Fehlentscheidung, und jetzt sollte gerettet werden, was noch zu retten ist, sprich die Gleise in der Heinestraße. Alles darüber hinausgehende ist eh schon weg.
Dass der 21er Schwedenplatz U – Praterstern S U alleine nicht viel Sinn ergibt, steht außer Frage. Man müsste ihn freilich mit irgendeiner anderen Linie verbinden.
Bei den Zielen der (Leopoldstädter) Grünben vermisse ich die seit vielen Jahren geforderte Sperre der Hauptallee für den PKW-Verkehr!!! Bitte dringend dem Michi gute Argumente dafür liefern, verhandeln, beschließen und DANACH damit an die Öffentlichkeit gehen.
Lg,
Renate Stark
Hallo Renate!
Mir ist nicht ganz klar, worauf du dich beziehst, wenn du von den Zielen der Grünen Leopoldstadt sprichst.
Die 3 in diesem Kapitel angeführten Punkte sind aus meiner Sicht die wichtigsten, die Leopoldstadt betreffenden Maßnahmen aus dem rotgrünen Koalitionspakt auf Landesebene. Auf Bezirksebene gibt es – noch? – kein ähnliches Übereinkommen.
Die autofreie Hauptallee ist sein 2 Jahrzehnten eine wichtige Forderung der Leopoldstädter Grünen. Wir sind sehr froh darüber, dass wir in diesem Punkt bereits sehr viel erreicht haben. In Längsrichtung wird die Hauptallee so gut wie nicht mehr von Autos befahren.
Was noch offen ist, ist die Querung der Hauptallee auf Höhe der Stadionallee unter der Woche. Hier fordern wir nach wie vor eine Sperre für den motorisierten Individualverkehr.