Am frühen Abend des 24.8. saß ich mit Freunden im Schanigarten vom Cafe Korb in der Tuchlaube im ersten Bezirk.
Wie in fast allen Schanigärten Wiens kam auch hier eine Augustin-Verkäuferin mit migrantischem Hintergrund vorbei und bot ihre Zeitung an. Plötzlich schoss der Kellner, auch mit migratischem Hintergrund (Deutscher), auf die Augustin-Verkäuferin zu und schrie, dass sie sich schleichen soll und der Augustin in diesem Lokal nicht angeboten werden darf. Er verlangte ihre Legitimationsnummer und meinte, dass er sich bei der Redaktion beschweren wird. Er kam von seinem Ärger auch nicht runter als wir ihm sagten, wir haben diese Frau zu uns gerufen, um ihr zwei Zeitungen abzukaufen.
„Die dürfen hier nicht rein, die dürfen hier nicht rein“, kläffte er weiter.
Als wenig später der Kronenzeitungsverkäufer, vom Kellner unbehelligt durch die Tischreihen „tanzen“ durfte, musste ich ihn schon zur Rede stellen, ob im Cafe Korb mit zweierlei Maß gemessen wird. Seine lapidare Antwort:
„Die Kronenzeitung ist was anderes.“
Meine Frage: Ob er das inhaltlich meint, verneinte er. Aber was dann? Da ich annehme, dass der Kellner, der ja selbst einen migrantischen Hintergrund hat, nicht aus rassistisch motivierten Gründen gehandelt hat, muss ich davon ausgehen, dass es hier eine Weisung der Geschäftsleitung gibt, die „Armut“ vom Lokal fernzuhalten.
Wahrlich ein Armutszeugnis.
Adi Hasch

Adi, du solltest nicht im Schanigarten vom Korb sitzen.
Sei solidarisch, das Volk trifft sich woanders. Du bekommst nur eine Bobo-Infektion, daran kann man jahrelang laborieren, bis man sie weghat!
lg Heinz
heinz, du hast ja recht. ich sitze auch lieber im grünen prater beim „wirten“. obwohl ich 22 jahr um die ecke vom cafe korb gearbeitet hab war dieser besuch für mich eine premiere und werde nach diesem vorfall auch so schnell nicht mehr hingehen.
man wird doch hin und wieder der hasch im korb sein dürfen!!!;-)
mei, das ist schade zu lesen. bisher habe ich als traumatisierte mutter mit meinen beiden töchtern (postpubertierend + radikaltrotzend) bzw. wenn innenstadt aus welchem grund auch immer nicht zu umgehen war, genau im korb ein wenig verschnaufen können. die kellner verhielten sich immer souverän, sowohl bei meinen kindern und auch bei sonstigen schwierigen situationen. also, ich glaube, dieser integrations-grantler wird’s da nicht lange machen!
zu uns als kunden war der kellner ja auch ausgesprochen freundlich. deshalb verstand ich ja auch nicht warum er bei der augustinverkäuferin so ausgezuckt ist.
ach, der kommt vermutlich aus Hamburg oder so, da gibt es schon so an die zwanzig verschiedenen projekte mit zeitungs-verkaufspersonal, und das nervt dann auch irgendwie. ich denke, der kellner war einfach blöd übereifrig. also, entweder er passt sich an (bzw. akzeptiert Augustin-VerkäuferInnen) oder er geht sowieso bald.