Schon seit längerer Zeit ist es nicht mehr möglich mit Google Maps sich die nächsten Verbindungsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B in Wien anzeigen zu lassen.
Wer mit Hilfe von Google Maps, Bing Maps oder anderen sich einen Überblick über die Stadt verschafft und im Anschluss eine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sucht, muss sich erst auf der Karte nahegelegene Haltestellen suchen und dann zur Homepage der Wiener Linien gehen und dort diese eingeben. Das mag nicht nach viel Aufwand klingen, kann aber auf Handys schon etwas mühsamer sein.
Gerade unterwegs ist eine rasche Auskunft hilfreich
Auch die beworbene Handy-Applikation “Qando” http://www.qando.at ist nicht für alle Handy-Typen verfügbar und über die Benutzerfreundlichkeit gibt es geteilte Meinungen.
Gerade für Touristen kann es hilfreich sein, die Informationen in ihrere Landessprache zu erhalten, während die Fahrplanauskunft der Wiener Linien nur auf Deutsch und Englisch verfügbar ist. Auch ist man als Tourist nicht immer mit den lokalen Verkehrsbetrieben vertraut und kann eine bekannte Oberfläche verwenden.
Bis Ende letzten Jahres konnte man noch, wie in anderen Städten, hier am Beispiel von Zürich, über die Karten eine Fahrplanauskunft bekommen. Seit Anfang des Jahres funktioniert dies nicht mehr für Wien. Es gab darüber schon hitzige Diskussionen im Kreise von Informatikern auf der TU, dass es sehr ärgerlich ist, dass die Daten eines öffentlichen Unternehmens nicht öffentlich verwendet werden können. http://www.informatik-forum.at/showthread.php?78122-Wiener-Linien-Routenplanung-auf-Google-Maps-deaktiviert
Eigentümer der Wiener Linien sind zu 100% die Wiener Stadtwerke, welche wiederum zu 100% der Stadt Wien gehören.
Jetzt wurde sogar ein engagierter Programmierer, der eine komfortable Abfrage für die Fahrplanauskunft für sein Handy (N900) entwickelt hat und dies anderen kostenlos zur Verfügung stellte mit einer Klage bedroht. Er muss die Software zurückzuziehen und alle Hinweise darauf in Internet löschen. Näheres gibt es hier: http://oskar.twoday.net/stories/6356384/
Ich habe bereits vor 3 Monaten eine Email an die Wiener Linien mit der Bitte um Klärung des Sachverhaltes bezüglich der Verfügbarkeit von Fahrplandaten geschrieben. Damals hieß es nur lapidar:
“Die Fahrplandaten wurden Google vom Verkehrsverbund Ost-Region zur Verfügung gestellt. Es gab aber Urheberrechtsprobleme, diese wurden zwischenzeitlich beseitigt. Wir gehen davon aus, dass in Kürze auch wieder Fahrtrouten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln über Google-Maps abrufbar sind.”
Passiert ist seither nichts, wie leicht festzustellen ist. Warum auch. Wien ist ein Selbstbediendungsladen der SPÖ Wien wie Martin Margulies in seinem Blog genau ausführt: http://martinmargulies.wordpress.com/2010/08/03/reiches-wien-–-armes-wien/
Die Bereicherung an öffentlichen Budgetmittel durch SPÖ und SPÖ-nahe Unternehmen hat System. Wenn wie hier keine Möglichkeit besteht mitzunaschen, dann soll es niemand machen dürfen. Deswegen werden Bürger, die durch ihr Steuergeld erstellte Daten verwenden wollen, mit Klagen bedroht, sogar wenn dies uneigennützig passiert.
Wir Grünen sind für einen freien Zugang zu allen öffentlichen Daten und natürlich auch zu allen behördlichen Entscheidungsprozessen! Wir hoffen in der nächsten Legislaturperiode durch Brechung der absoluten Macht der SPÖ hier eine Öffnung herbeizuführen.
Update: Ingrid Puller und Marco Schreuder haben die Geschichte weiterverfolgt und einen Antrag im Gemeinderat gestellt: http://www.marco-schreuder.at/2010/09/fahrplandaten-der-wiener-linien-unter.html
Michael Greifeneder


Dioe Informationspolitk der Wr. Linien, ist auch bei relativ kleinen Dingen katastrophal. Als z.B. aufgrund der Bauarbeiten in der Engerthstrasse die Haltestelle bei der Offenbachgasse aufgelassen wurde, wurden nicht einmal die anrainenden Gemeindebauten, bzw. deren Bewohner darüber informiert.. Erst später wurde eine ERsatz-Haltestelle in der Offenbachgasse beim Spar errichtet. Ganz klar sind mir die Bedenken der Wr. Linien bei der Benützung eines freien Programms nicht, denn ohne entgelt handelt es sich um keine gewerbliche Nutzung.
Wer schmiert, bekommt Daten, so ist es in Wien!
Hab ich soeben gefunden:
http://oskar.twoday.net/stories/8416585/