Im Zuge der U2-Eröffnung hat die SPÖ die Straßenbahnlinie 21 gekillt. Im Anschluss daran hat die Stadt Wien die Ausstellungsstraße umgebaut
So wie sich die SPÖ die perfekte Straße halt vorstellt – nämlich autogerecht:
Jede Menge neue Parkplätze, zwei bis vier Fahrspuren, viele Ampeln, eigene Abbiegespuren und am Rand Radwege, die v.a. bei den Kreuzungen ein hohes Konfliktpotential mit FußgängerInnen und abbiegenden AutofahrerInnen in sich bergen. Und über weite Strecken völlig ohne Gehsteig auf der Seite des Praters – da braucht sich jetzt niemand wundern, dass die FußgängerInnen dort eben am Radweg gehen.
Wie wir befürchtet

U-Bahnaufgang Messe: Wenn die/der RadlerIn zwischen Stationsgebäude und Parkverbotsschild durchgekommen ist, lauern immer noch FußgängerInnen aus dem U-Bahnaufgang, die auf den Radweg steigen (und daran sind nicht die FußgängerInnen schuld, sondern die völlig verkorkste Anlage des Radwegs).
haben, ist die Ausstellungsstraße durch den Umbau zu einer Rennstrecke geworden, das Tempo ist eindeutig höher geworden. Klar, weder RadfahrerInnen noch eine Straßenbahn stehen nun mehr im Weg, die Straße ist zu einem seelenlosen, gefährlichen Schlauch verkommen.
Unter einem Grünen Bezirksvorsteher hätte die Straße sicher ganz anders ausgesehen. Wahrscheinlich so ähnlich wie die Badenerstraße in Zürich in der Nähe des Fußballstadions Letzigrund.
Dominierendes Element dieser Straße ist ein Rasengleis für die Straßenbahn. Daneben gibt es genau eine Fahrspur in beide Richtungen für den Autoverkehr. Aufweitungen für Abbieger habe ich dort keine gesehen.
Und ganz wichtig: Keine parkenden Autos am Straßenrand. Das gibt es übrigens häufig in Europas Städten.
Nur Wien ist anders – hier dominiert das abgestellte Blech den Straßenraum.
Ein weiterer Unterschied zwischen Wien in Zürich:

Zürcher Ampelschaltung: Wenn sich die Bim der Kreuzung nähert bekommt sie Grün, ohne dass sie stehen bleiben muss.
In Wien steht die Vorgabe „Öffis – Halt nur an Haltestellen“ seit 2003 im Masterplan Verkehr, dem offiziellen Verkehrskonzept der Stadt Wien. Doch in der Wiener Realität ist das viel zu selten umgesetzt – Papier ist eben geduldig.
In Zürich ist die Vorgabe in die Realität umgesetzt. Dort müssen die Öffis bei Ampeln einfach nicht stehen bleiben, weil sie immer rechtzeitig Grün bekommen.



all das war absehbar, all das hab ich mal bei der “info”-veranstaltung im grätzelzentrum angesprochen, was mir ein dumm-dreistes anschnautzen von junek(?) eingebracht hat. alles blödsinn und so. und das haben “experten” geplant.
zu dem zeitpunkt waren 3 experten mit universitären verkehrswesen know how im publikum und haben sich still das ihre gedacht. echt frustrierend, was aus der einstigen wiener sozialdemokratie geworden ist. die verwaltung des eigenen dillentantismus. :/
Vielen Dank für das herzerwärmend schöne Foto aus Zürich; es zeigt in den Augen der Leopoldstädter SPÖ vermutlich den “GAU”, das “Größte Anzunehmende Unglück”. Straßenbahn als dominierendes Verkehrsmittel? Keine autogerechte Gestaltung? Keine Parkplätze? Das darf nicht sein – die SPÖ-Wähler sind doch alle Autofahrer, und denken folglich genauso wie der Herr SPÖ-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Junek, der im Brotberuf übrigens im Fahrplanbüro der “Wiener Linien” arbeitet… Leider hat die Automafia auch unsere Stadt, unser Land und (beinahe) alle unsere Politiker fest im Griff; wie hat es die Stadt Zürich geschafft, sich von diesen Verbrechern zu befreien?
In Zürich finde ich 2 Aspekte besonders bemerkenswert:
1) hat die Bevölkerung bereits in den 70ern die U-Bahn per Volksabstimmung abgelehnt. Sicher mit ein Grund, warum sie jetzt so ein vorbildhaftes Öffentliches Verkehrsnetz haben.
2) Bei meinem Besuch in Zürich hat mir mein Freund folgendes erzählt: Er ist von Wien nach Zürich gezogen und hat sich auch darüber gewundert, warum für die Autos in Zürich so wenig Platz ist und warum die Verwaltung nichts gegen die Staus auf den Autobahnen macht. Er hat das nachgefragt und die Antwort der Stadt Zürich war: „Wenn wir den öffentlichen Verkehr fördern wollen, können wir doch nicht gleichzeitig den Autoverkehr fördern. Das wäre ja kontraproduktiv.“
Völlig logisch, sag ich. Doch in Wien ist eben alles anders, da setzt der Hausverstand in Verkehrsfragen gerne aus und am liebsten wäre der SPÖ sicherlich Dauergrün für alle VerkehrsteilnehmerInnen, um es allen Recht zu machen. Aber das geht eben nicht – rein aus physikalischen Gründen.
Also generell bin ich ganz bei Euch dass ein öffentliches Netz sehr wichtig ist, aber ich persönlich halte die U-bahn für ein fast perfektes öffentliches Verkehrsmittel. (Vor allem wenn man bedenkt, dass die U-bahn ja nicht direkt den 21 gekillt hat…) Das hier mit Zürich zu vergleichen das schon deutlich kleiner ist, ist mMn nicht ganz fair.
Ebenso bin ich nicht der Meinung dass man den Autoverkehr nicht fördern darf, um den öffentlichen Verkehr zu fördern. Klar hat man nicht unendlich Budget, aber es gibt nun mal Strecken, wo die Öffentlichen quasi unzumutbar sind, und wenn die Autofahrer stundenlang Abgase in die Luft pumpen anstatt rasch ans Ziel zu kommen, ist auch niemanden geholfen. Soll heissen: Schwerpunkt stark auf die Öffis, aber trotzdem keine polarisierende Schwarz-Weiss-Malerei.
Wenn man dieses Blog über die Öffis von Zürich ließt und dann bei uns um 09:19 in den 80A einsteigt, bei der Haltestelle Heinestraße in den 2er umsteigen will, dann wartet man genau 22 Min. bis die Bim kommt, dass ohne einer Anzeige und ohne einer Durchsage, dann kommt der 2er, bumvoll, braucht zur Station Taborstraße 4 Min und 23 Sek. (STAU), weiter bis zum Kai gab es weitere Ampelhalts, denn der Vorrang für die Autos ist ja in Wien besonders wichtig. Vorrang für Öffi? wo, in Wien? FEHLANZEIGE! – Wie sogs der Häupl: I leg mas doch net mit de Autofora au!
Passiert: heute am 25. Mai 2010, also 2 Jahre und 15 Tage nach der Einstellung des 21er !!! – Mit dem 21er hätte diese Fahrt 7 Min. gedauert. Heute knapp 30 Min.
Eine Lese-Empfehlung an alle, die sich über den allgemeinen Auto-Wahnsinn wundern oder ärgern: “Totalschaden – das Autohasserbuch” von Klaus Gietinger, Westend Verlag, € 17,50. Die Auto-Narrheit hat ihre Wurzeln im Kapitalismus der USA der 1920er und im deutschen Faschismus der 1930er Jahre – die “freie Fahrt für freie Bürger” ist eine Nazi-Erfindung, und ARBÖ und ÖAMTC setzen diese Politik gemeinsam mit SPÖVPFPÖ fort…
Verkehrsplanung in Wien dürfte deshalb so schwierig, bzw, ineffizient sein, da immer noch von einer “grünen Welle” gesprochen wird, die aber in einer gewachsenen Stadt schon theoretisch nicht möglich ist, noch viel weniger praktisch, allein schon aufgrund der geringen Disziplin der Wr. Autofahrer. Ein weiteres Problem ist der wweit verbreitete Irrglaue, dass man mit dem Auto rascher an sein Ziel kommen muss. Dies steht weder in der Verfassung, noch ist es ein Naturgesetz. Schließlichh kann man von Verkehrsexperten wie Hr. Junek nict erwarten, dass sie zu vernünftigen Lösungen kommen (O-Ton Junek: Es wäre ein totes Viertel, wenn am Handelskai keine schwerden LKWs fahren würden) Obestes Ziel ist offenbar dasQäulen der Anrainer, die meist schon vor dem wahnwitzigen und sinnlosen Ausbau des Handelskais dort hin gezogen sind.
Interessante SPÖ-Logik.
Mit anderen Worten: Der 5-spurige Ausbau des Handelkais zwischen Einkaufszentrum und Südosttangente, der im Juli gestartet werden soll, dient also in erster Linie dazu, das Viertel am Handelskai zu beleben. Na ja, lebhafter wird’s auf jeden Fall, wenn dann noch mehr LKW-Mautflüchtlinge über den Handelskai donnern.
Zum Thema Auto-Verkehr erlaube ich mir eine weitere Lese-Empfehlung: “VIRUS AUTO – die Geschichte einer Zerstörung” von Prof Hermann Knoflacher (€ 19.90). Dieses Buch erklärt, warum der Mensch sein Denken und Verhalten vollkommen ändert, wenn er zum Autofahrer wird. Damit ist auch eine tragische Figur wie der SPÖ-Verkehrsexperte Junek erklärt: Solche Leute sind keine “Menschen” mehr, sondern “Autisten”: Sie denken nur mehr in Auto-Kategorien, und für sie sind der Krach und der Dreck donnernder LKWs tatsächlich ein Zeichen von Fortschritt. Daß diese Art von “Fortschritt” unsere Stadt, unser Land und unser Klima zerstören, versteht ein “Autist” wie Junek wirklich nicht: Das Auto-Virus hat sein Hirn zerstört…