Kreuzung Hauptallee/Stadionallee/Meiereistraße, Teil 2
In Reaktion auf die Diskussion in der Verkehrskommission vom letzten Dienstag und unsere Presseaussendung dazu hat die ÖVP heute ihre Idee eines Tunnels unter der Prater Hauptallee aus der Versenkung geholt und zum x-ten Male als neu verkauft.
Auch die Bezirkszeitung berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe dazu.
Zugegeben, der Tunnel würde die Konflikte zwischen AutofahrerInnen und JoggerInnen bzw. RadfahrerInnen entschärfen – aber um welchen Preis? Und damit meine ich nicht nur die Kosten, sondern v.a. die negativen Auswirkungen auf das Landschaftsschutzgebiet Prater.
Dieser Tunnel unter der Hauptallee ist eine echte Schnapsidee. Die Bauarbeiten für einen Tunnel sind in einem Landschaftsschutzgebiet nicht vertretbar und würden die Erholungssuchenden in der Hauptallee viele Monate behindern.
Der wichtigste Grund gegen diesen Tunnel: Er macht diesen Schleichweg für den motorisierten Individualverkehr durch den Grünen Prater noch attraktiver und würde damit noch viel mehr Autos anziehen. Auch die Samstagssperre des Straßenzugs würde in absehbarer Zeit aufgehoben werden, um die automobile Zufahrt zum Einkaufszentrum Stadioncenter am umsatzstärksten Tag zu verbessern.
Interessant sind auch die diversen Kostenschätzungen für dieses Projekt. Während VP-Stadtrat Walter heute von 1,3 bis 1,4 Millionen Euro spricht, ging er noch im Jänner von 1,8 bis 2 Millionen Euro aus. SP-Bezirksvorsteher Kubik schätze die Baukosten auf rund 5 Millionen Euro. Auf Grund des hohen Grundwassers in den Praterauen ist mit einer aufwändigen Bauweise und hohen Kosten zu rechnen. Schäden für den Grundwasserhaushalt der Praterauen sind auch nicht auszuschließen.
Die Kreuzung Hauptallee/Stadionallee ist die unfallträchtigste Kreuzung in der Leopoldstadt. 2008 ereigneten sich hier 5 Unfälle mit Personenschaden. Deshalb muss die Kreuzung rasch entschärft werden.
Wir schlagen daher schon seit langem eine Totalsperre dieser Straße durch den Grünen Prater vor. Das ist die einfachste, billigste, umweltfreundlichste und schnellste Lösung. Als Alternativstrecke steht die bestens ausgebaute, achtspurige Prater-Hochstraße der Südosttangente zur Verfügung.
Interessant auch die Aussagen von SP-Bezirksvorsteher Kubik zu dem Vorschlag. In seiner Presseaussendung behauptet er, dass der Bezirk bereits an einer Lösung für diese Kreuzung arbeitet. In der Verkehrskommission vom letzten Dienstag hat der SP-Vorsitzende der Verkehrskommission davon jedenfalls noch nichts berichten können. Man wird sehen, ob die Arbeit der Bezirksvorstehung auch zu einer Entschärfung der Kreuzung führen wird – und zwar noch vor der Wahl. Viel Hoffnung habe ich da aber nicht.
Wolfgang


Die ÖVP ist ja nicht dafür bekannt ein Feind der Baulobby zu sein. Tatsache ist, dass im 4/U2 entlang der U2 bis zur Tangente und im Messegebiet, dazu das Happel Stadion mit 40 000m² Bürofläche , jede Menge Büroraum gebaut wird oder wurde. Gleiches gilt für den ERberger Mais. Was liegt näher als diese beiden Zentren miteinander zu verbinden, u.zw. über die Stadionallee. Aus dieser Sicht macht die Untertunnelung der Hauptallee Sinn. Das Praterraumschutzgesetz ist kein echtes Hindernis. 51 verantwortungslose GR heben die Hand und der Kas ist gegessen. Ganz sicher werden sie die Hand mit lautem Wehklagen über die extremen Zwänge heben, denen sie leider leider nachgeben müssten.
Um die Kreuzung zu entschärfen würde es schon gegnügen die Höchstgeschwindigkeit auf 30kmh zu reduzieren, auch wenn die Wr. Linien aufschreien, oder den Plan von Gitti Ederer umzusetzen und die Wochenendregelung auf 7 TAge pro Woche auszudehnen.
Also, ich wusste nicht, dass die Fr. Ederer die Ausdehnung der Wochenendregelung auf 7 Tage/pro Woche auch vorgeschlagen hatte. Ich weiß aber, das der frühere Bezirksvorsteher Weißmann sie wollte. Ich weiß, dass Anfang Mai 1998 bereits die entsprechenden Tafeln aufgestellt, aber noch nicht enthüllt waren.
Doch dann haben ÖAMTC und Krone Stadtrat Svihalek so zugesetzt, dass dieser weiche Knie bekommen hat und die Sperre abgesagt hat. Eigentlich meinte Svihalek damals, dass sie nur bis nach der Renovierung der Prater-Hochstraße (inkl. Erweiterung auf 4 Spuren/Richtung) aufgeschoben wurde – also auf 2001. Danach haben wir allerdings nie mehr etwas davon gehört, was sicher auch mit dem Wechsel von Weißmann auf Kubik zu tun hat.
Wir haben entsprechende Anträge (Ausdehnung der Wochenendregelung auf 7 Tage/pro Woche) im Jahr 2000, 2005 und 2009 eingebracht, alle wurden von der SPÖ Leopoldstadt abgelehnt.
Wenn irgendjemand einen guten Draht zur Fr. Ederer hat, dann soll er/sie doch bitte mit ihr reden, damit sie mit unserem Bezirksvorsteher darüber spricht. Denn die Entscheidung über eine Sperre liegt rein auf Bezirksebene.
FRau Ederer hatte als Stadtrat die Wr. Linien über und hat als Vorbereitung auf die generelle Sperre der Stadionallee für den MIV die div. Haltestellencups errichten lassen, Leider ist dann Svihalek wegen 200 ÖVP Unterschriften gegen die Sperre umgefallen und die ganze Investition im Bereich der Stadionallee waren für die Katz. Nur nebenbai die damalige Bezirks-ÖVP Chefin Phillipi hat damls ebenfalls davon gesprochen, dass die Sperre der Stadionalle nur zum damals bereits geplanten Ausbau der A23 auf acht Spuren erfolgt ist.
FRau Ederer hat damals die Haltestellencups errichten lasseen, als Vorbereitung für die MIV-Sperre an allen Tagen.
Kleine ERgänzung: Da es Frau BV Kaufmannn (Mariahilf) geschafft hat den Wr. Linien eine Tempo 30 Zone in der Amerlingstrasse abzutrotzen, obwohl die Linie 13A die dort fährt, mit einer Konzession der Wr. Linien betrieben wird, sollte es eigentlich für einen so erfahrenen und durchsetzungsfähigen BV wie Herrn Kubik ein Leichtes sein, für die Stadionallee eine Tempo 30 Zone durchzusetzen.
Auto. Parkplätze. ÖVP – die Autolobbypartei. – Eine Untertunnelung schafft eine weitere Stadtautobahn durchs Landschaftsschutzgebiet Prater. Wurscht. Eine weitere Durchtrennung des Lebensraums für Wildtiere. Wurscht. Mio. werden hinausgeschmissen. Wurscht. Es gibt aber auch die SPÖ, da war ein BV schon für die Sperre, ÖAMTC schrie auf. So ist es halt in der Leopoldstadt, durch die Absolute der SPÖ ist es oft eine Farce, Wiener Linien, u.a. ÖAMTC, betreiben ihre Klientel-Macht-Politik, auf der Strecke bleiben Natur und Menschen…
wir freuen uns schon auf den wahlkampf…….
wird lustig werden – euch werden wir noch zeigen, wo der bartel (und zwar der österreichische) den most holt…..
mit lieben grüßen…..
Wir auch.
Und noch mehr freuen wir uns auf die Obmanndiskussion bei der FPÖ nach der Wahlniederlage am 10.10.2010.
Also wenn ich mir das auf Google-Maps anschaue denke ich dass das für einen Autofahrer die zusätzliche Fahrzeit vertretbar sein sollte. Immerhin sind die Autofahrer in vielen Bereichen der Stadt noch immer “bessergestellte” gegenüber den Öffifahrern. Ich würde also auch ein sperren der Strasse für den Autoverkehr für sinnvoll halten. Als Fan der öffentlichen Verkehrsmittel würde ich aber für den Bus eine Ausnahme machen, und diesen sehr wohl noch fahren lassen. Im Hauptallee-Bereich allerdings ruhig auch mit einer 30er Begrenzung. (Für 100m mit 30 statt 50 km/h braucht man ca 12 statt 7,2 Sekunden. Glaub über die 5 Sekunden wird niemand weinen – vor allem wenn dann vor der Kreuzung eine Haltestelle ist, weshalb der Bus eh nicht schneller fahren kann.)
Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich es doch etwas befremdlich finde, wenn die Grünen sich jetzt schon über den Wahlkampf freuen – glaube nicht dass das Niveau vom letzten so viel steigen wird. Und auch wenn ich es natürlich nicht hoffe – ich fürchte mich davor, dass die FPÖ wieder massiv dazugewinnen wird. Immerhin schaffen sie es besser als alle andere Parteien die Ängste des kleinen Mannes anzusprechen, und so die Wähler zu mobilisieren.
Kenne einige Leute die zB Pendler sind, oder in einer Gegend wohnen, wo sie Angst davor haben ihr Kind in eine Volksschule zu stecken wo es voraussichtlich das einzige mit deutscher Muttersprache ist, die sich echt fragen, was sie denn nun wählen sollen…
Wir wollen eh eine Regelung wie am Wochenende. Da dürfen Busse und Taxis weiterhin dort fahren. Die Busfahrer sind ja auch diejenigen, die fast immer stehen bleiben, vorsichtshalber. Mit denen gibt es auch überhaupt kein Problem.
Und von wegen dem „auf den Wahlkampf freuen“.
Ja, das war ja hauptsächlich eine Reaktion auf den Komiker Holundersaft. Viel mehr freue ich mich natürlich darauf, dass es nach dem Wahltag keine absolute Mehrheit der SPÖ im Bezirk mehr geben wird. Dadurch steigt die Chance, dass der Stillstand der Politik in der Leopoldstadt beendet wird.
wer Kinder in die Schule “steckt” hat vielleicht die “deutschen Muttersprache” ist aber Ausdrucks-Waise;-)
“Viel mehr freue ich mich natürlich darauf, dass es nach dem Wahltag keine absolute Mehrheit der SPÖ im Bezirk mehr geben wird. Dadurch steigt die Chance, dass der Stillstand der Politik in der Leopoldstadt beendet wird.”
1.) Laut http://www.wien.gv.at/statistik/daten/grafik/gr-05.gif hat die SPÖ im Moment eh keine Absolute – immerhin habt ihr ja den Bezirkshauptmannstellvertreter, oder?
2.) Selbst wenn die SPÖ Stimmen verliert – sie wird nach der Wahl sicher aus allen Parteien einen Koalitionspartner suchen. Und theoretisch können das genauso gut FPÖ oder ÖVP sein. (Oder irgendeine “Kleinliste” die vielleicht billig zu haben ist…?)
Formal hast du recht, de facto leider ich.
Es stimmt zwar, dass die SPÖ derzeit nur 30 von 60 Mandaten im Bezirksparlament besitzt, aber nachdem bei den Sitzungen fast immer irgendwer von den Schwarzen oder Blauen gefehlt hat, haben sie fast immer die absolute Mehrheit gehabt. Ich glaube, es war nur ein einziges Mal in den letzten 5 Jahren anders.
Außerdem hat die SPÖ die Anzahl der Mitglieder der diversen Ausschüsse und Kommissionen so festgesetzt (ist laut GO möglich), dass sie dort immer einen Sitz mehr als alle anderen zusammen haben.
Und ja, wir haben den Bezirksvorsteherstellvertreter, doch hat der real so gut wie nichts mitzureden. Informationen bekommt auch er vom Bezirksvorsteher nur, wenn es gar nicht mehr anders geht. Laut – von der SPÖ beschlossenen – Geschäftsordnung der Bezirke kann der Bezirksvorsteher schalten und walten wie er will, v.a. wenn seine Partei auch noch die absolute Mehrheit im Bezirksparlament hat.
Und formale Koalitionen gibt es auf Bezirksebene nicht. Die stimmenstärkste Partei bekommt den Bezirksvorsteher, auch wenn sie nur 25% der Stimmen hat.
Fehlen bei den Sitzungen immer Vertreter der ÖVP und FPÖ? Ihr seid immer vollzählig?
Von Anfang an waren VP und FP so gut wie nie vollzählig. Wir schon, bis auf ganz wenige krankheitsbedingte Ausnahmen. Im letzten Jahr waren dann auch nicht mehr so oft vollzählig, weil die SPÖ eh immer die absolute Mehrheit in den Sitzungen hatte.
Die SPÖ ist fast immer vollzählig vertreten. Ich glaube, in den letzten 5 Jahren haben nur 1x 2 SPÖ’ler gefehlt.