Der nächste Umwelt-Minuspunkt

26 11 2009

ÖVP-Umweltminister Berlakovich wurde im letzten Report von der Moderatorin gefragt, wie das nun ist, mit dem Schlagwort vom Umweltmusterland Österreich, was davon bleibt, nachdem klar wurde, dass Österreich in der EU beim Klimaschutz Schlusslicht ist. Daraufhin erklärte er trotzig, dass beim Umweltschutz ja nicht nur aus Klimaschutz besteht, sondern z.B. auch aus der Abfallpolitik und da sind wir ja weiterhin führend.

Wegwerfflaschen statt Glasflaschen – Ergebnis der Umweltpolitik der österreichischen Regierungen

Netter Versuch, stimmt aber nicht. Eine aktuelle Eurostat-Statistik hat ergeben, dass Österreich mit knapp 600 Kilo Mist pro Jahr am 7. Platz in der EU liegt, vor 13 Jahren waren es noch 513 Kilo.

 

Kein Wunder, nachdem die Milchflasche vor einigen Jahren ausgestorben ist und der Coca Cola-Konzern alle seine Getränke nur mehr in Wegwerfgebinden (statt der 1,5l-Mehrwegflasche) verkauft, muss man jetzt auch schon Glas-Mineralwasserflaschen in Supermärkten suchen.

Und wer ist schuld? Primär die ÖVP, weil die schwarzen Wirtschaftsminister der vergangenen Jahrzehnte auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft gesetzt haben, statt auf verbindliche Vorgaben durch den Gesetzgeber, wie z.B. eine Mindestquote für Mehrweg- und Glasflaschen. Es hieß immer, die regeln das schon selber. Stimmt, sie haben das geregelt, aber eben nicht im Sinne der Umwelt und der Konsumenten.

Leute, auf die Gefahr hinauf, dass das plump klingt:
Wer Grüne Umweltpolitik will, muss auch Grün wählen.

Die allermeisten rotschwarzen Lippenbekenntnisse für die Umwelt sind nichts als warme Luft – und die tut dem Klima nicht gut, auch im übertragenem Sinn.

Im Übrigen hoffe ich dennoch, dass die beiden Mittelgroßparteien in Österreich es auch irgendwann kapieren werden, dass aktive Umweltpolitik die beste nachhaltige Wirtschaftspolitik ist.

Wolfgang


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