Klimaschutzschlusslicht Österreich

13 11 2009
CO2-2009

Klimaschutz – in Österreich ein Fremdwort

Seit vielen Jahren schon versucht jede Regierung den ÖsterreicherInnen einzureden, dass Ihnen Klimaschutz ein echtes Anliegen ist. Irgendwann ist einem oder einer Umweltministerin auch der Verkaufsschmäh vom Umweltmusterland Österreich eingefallen. Das mag in den 80ern mit der Einführung der Katalysatorpflicht unter Kanzler Vranitzky und anderer Aktivitäten ja auch noch irgendwie gestimmt haben.

Aber das ist lange her.

Leute, die Umweltpolitik in Österreich wird von Raiffeisen, der Porr, dem Verbund und anderer Großkonzerne gemacht und ist eine einzige Riesenbaustelle!

Oder eigentlich ein Potemkinsches Dorf.

Nur 2 Beispiele.

Während uns Deutschland – unter einer rotgrünen Regierung – gezeigt hat, wie Alternativenergien durch ein ambitioniertes Ökostromgesetz tatsächlich gepusht werden können, geht auf dem Sektor in Österreich einfach nichts weiter. Das österreichische Ökostromgesetz ist in Wahrheit ein Ökostromverhinderungsgesetz . In Deutschland hat es im Übrigen zu 100.000en neuen Arbeitsplätzen geführt.

treibhausgas-emissionen-Grüne-2007

Explosionsartige Zunahme der CO2-Emissionen im Verkehr

Während der Verkehrssektor die höchsten Steigerungsraten beim CO2-Ausstoß aufweist (+90% gegenüber 1990), werden munter weitere Autobahnen gebaut bzw. geplant (z.B. die Lobauautobahn) und in Ostösterreich eine Menge Nebenbahnen zugesperrt. Die Verkehrspolitik wird in Österreich von der Banken- und der Baulobby dominiert.

Kein Wunder, dass die österreichische Regierung heute dafür die Rechnung präsentiert bekommen hat. Ein aktueller Bericht der EU-Kommission hat heute Prognosen über die Einhaltung der Kyoto-Klimaziele präsentiert. Die EU als Ganzes wird bis zum Ende der Kyoto-Periode ihre Ziele erfüllen oder sogar übererfüllen. Es wird beim CO2-Ausstoß ein Minus von 13% statt der geplanten 8% geben.

Ganz anders in Österreich, das als einziges der EU-15-Staaten seine Klimaziele verfehlen wird, und das ganz klar. Der CO2-Ausstoß wird bis 2012 um 19% steigen, statt um 13% zu fallen.

Dafür fallen laut übereinstimmender Schätzungen Strafzahlungen für die Nichterreichung in der Höhe von ca. einer Milliarde Euro an. Geld, das schon längst in eine effektive Förderung von Alternativenergien hätte fließen können und damit vor allem der heimischen Wirtschaft zugute gekommen wäre.

Auspuff-2009

Völlig unbeeindruckt von der Klimadiskussion werden neue Autobahn geplant und gebaut

Und natürlich ist auch in der Verkehrspolitik ein radikales Umdenken nötig. Stopp beim Autobahnbau und die Umleitung der Milliarden Euro, die alleine der Autobahnring um Wien den SteuerzahlerInnen kostet in ein flächendeckendes Bahnnetz.

Viel Hoffnung habe ich aber nicht, dass die Regierung von selbst echte Umweltpolitik betreiben wird. Solange sich die österreichische Bevölkerung in der Umweltpolitik ein X für ein U vormachen lässt, sehe ich dabei leider schwarz. Denn es geht darum, dass die Regierung nicht immer nur von Umweltschutz redet, sondern auch danach handelt.

Umweltmusterland Österreich – der Schmäh geht spätestens ab heute nicht mehr rein.

Wolfgang


Aktionen

Information

9 Antworten

13 11 2009
Hans Kolpak

Wie wäre es mit einem EU-Austritt? Das wäre umweltverträglich und preiswert.

13 11 2009
wolfgangkamptner

Und was ändert das an der Klimaschutzpolitik der österreichischen Bundesregierung?

14 11 2009
Meta

Wenn ich mir überlege das auch die Schweiz fleissig Kohle in den EU-Budgettopf schmeisst, bin ich mir nicht sicher ob ein EU-Austritt wirklich preiswert wäre…

Ich fürchte, dass auch Aktionen wie zB http://www.voteearth.at nicht viel bringen. ;o(

17 11 2009
coyote

Sinowatz, nicht Vranitzky !
Die Kat – Einführung war eine Reaktion auf Hainburg (Winter 84/65).

17 11 2009
wolfgangkamptner

Sorry, du irrst.
Vranitzky wurde 1986 Bundeskanzler. Und die Katalysatorpflicht besteht in Österreich seit 1. 1. 1987 für alle Neuwagen über 1500 cm3, seit 1. 1. 1988 auch für alle übrigen neuen Kraftfahrzeuge mit Benzinmotor.

Ich kann mich noch genau erinnern, als Vranitzky dies in der ZIB verkündet hat.
Das war eine ziemliche Sensation damals, fast so, als würde Häupl heute die City-Maut für Wien verkünden.

24 11 2009
Hoeri

und uns schmilzt der gletscher

10 12 2009
Winter

Naja im Vergleich mit Italien sind wir auch ein Musterland in Sachen Umwelt

10 12 2009
wolfgangkamptner

Dazu die Tante Jolesch: „Was ein Mann schöner is wie ein Aff, is ein Luxus!“.
Im Vergleich mit Tibet ist Österreich auch ein Tiefland.

Wir leben aber in Österreich und hier wird die Regierung nicht müde, die Bevölkerung für blöd zu verkaufen und immer noch zu behaupten, dass Österreich ein Umweltmusterland ist, während sie ihre Straßenbaufirma, die Asfinag, weiterhin Ostösterreich mit neuen Autobahnen zupflastern lässt. Und sich danach darüber wundert, dass der Verkehr die höchsten Zuwachsraten an CO2-Ausstoß hat – Tendenz steigend.

26 05 2010
ökostrom vergleich

Nice Post,

Kürzlich hatte ich auf diesem Posten sehen, die Leitlinien für gute ökostrom vergleich , um mehr Strom durch environment.n bekommen wachsen
Durch diese Informationen, die wir in der heutigen Zeit bis in die Zukunft wachsen kann.

Vielen Dank,

Einen Kommentar hinterlassen