Wiener Umfahrungsring stürzt Wien ins Verkehrschaos

10 11 2009
A5-Traktor-0904

Die nö. Pendler werden wieder von der Bahn auf das Auto umsteigen

Manchmal frage ich mich schon, ob die Straßenbaulobbyisten schizophren sind?

Da gibt der Herr Matzke vom ÖAMTC in der Österreich-Zeitung ein Interview und prophezeit für 2010 einen Verkehrskollaps in Wien.

Interessant, dass er als Ursache dafür u.a. die Neueröffnung eines Teilstücks des Wr. Umfahrungsring (S1-Nord) und der Nordautobahn (A5) angibt.
Zitat: „Und mit der Eröffnung des S1-Teilstücks und der A5 wird der Osten bald im Verkehr untergehen“.

Toll, denke ich mir, er hat es endlich auch geschnallt, dass diese Autobahnen v.a. Verkehr nach Wien reinschaufeln werden, wie es Verkehrsstudien prognostiziert haben.

Doch ein paar Zeilen weiter fordert er schon den weiteren Ausbau des Autobahnrings um Wien. Die Lobauautobahn soll so bald wie möglich gebaut werden.

Streckengrafik-S1-LAB-Asfinag-0508

Lobauautobahn, Marchfeldautobahn und die A23-Verlängerung drohen. Trotz Peak Oil und Klimawandel.

Herr Matzke, diejenigen AutofahrerInnen, vor denen sie und viele Verkehrsplaner jetzt warnen, dass sie Floridsdorf und die Südosttangente zustauen werden, werden das auch mit der Lobauautobahn machen. Wer wird schon über die Lobauautobahn die Stadt in einem großen Umweg umfahren, wenn er nach Floridsdorf oder ins Stadtzentrum will? Und das betrifft viel mehr Fahrzeuge als die paar Transit-Lkws, die an Wien vorbei fahren wollen.

Entweder haben diese sogenannten Verkehrsexperten in der Schule in Geometrie nicht aufgepasst oder sie verlangen den Umfahrungsring, der ja noch mehr Autoverkehr anziehen wird, wider besseren Wissens.

Übrigens hat sich Hr. Matzke schon einmal gegen den Lobautunnel ausgesprochen, aus Sicherheitsgründen. Man darf gespannt sein, ob sich der ÖAMTC daran auch in der nun bevorstehenden Umweltverträglichkeitsprüfung für die Lobauautobahn daran erinnern wir.

Wolfgang


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Eine Antwort

11 11 2009
wolfgangkamptner

Matzke, die Zweite

Und wieder spricht der Mann große Worte gelassen aus. Heute im Kurier .

Stattdessen setzt man auf einen über eine Milliarde Euro teuren Tunnel unter der Lobau, den viele Experten längst als Fehlplanung kritisieren. „Diese Röhre dient dann lediglich jenen Autofahrern, die aus dem Raum Mistelbach zum Flughafen unterwegs sind“, ätzt Matzke. Der Lobautunnel firmiert in Expertenkreisen ohnehin nur mehr abwechselnd als „Milliardengrab“ oder „Milliardenloch“. Dennoch hält die Politik eisern daran fest.

Dass er stattdessen eine Autobahnbrücke über die Donau bei Fischamend will, darüber seh ich jetzt einmal einfach hinweg. Schließlich ginge diese Brücke genauso durch den Nationalpark Donauauen und der Umweg wäre noch viel größer.

Aber davon abgesehen, kann ich sein Zitat nur begrüßen. Und bin weiterhin neugierig, wie sich der ÖAMTC bei der Umweltverträglichkeitsprüfung zur Lobauautobahn verhalten wird.

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