Vorbild Salzburg

31 10 2009

Letzte Woche war ich beruflich in Salzburg. Nach den Terminen habe ich mir noch einige gute Verkehrslösungen angeschaut, an denen sich Wien ein Beispiel nehmen sollte.

Radfahren in der FuZo Linzerstraße erlaubt

Radfahren in der FuZo Linzerstraße in Salzburg problemlos möglich

1)      Radfahren in der Fußgängerzone.

Was in Wien – bis auf ganz wenige Ausnahmen – nicht geht, dürfte in Salzburg (gesehen in der FuZo Linzerstraße) keine Probleme machen. Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Kärntnerstraße in Längsrichtung) sollte das auch in Wien zur Regel werden.

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Genügend Aufstellfläche für den Radverkehr bei Kreuzungen vor dem motorisierten Verkehr.

Genügend Aufstellfläche für den Radverkehr bei Kreuzungen vor dem motorisierten Verkehr

 

2) Vorgezogene Haltelinie an Kreuzungen für RadfahrerInnen.

In Wien habe ich diese Maßnahme, die dem Radverkehr Vorrang einräumt und die Verkehrssicherheit hebt, bis jetzt nur auf der Schwedenbrücke gesehen – und das erst seit kurzem. Solche Lösungen sollten auch in Wien zum Normalfall werden.

Radständer in der Parkspur vor Kreuzungen – gute Sichtbeziehungen für AutofahrerInnen und FußgängerInnen heben die Verkehrssicherheit

Radständer in der Parkspur vor Kreuzungen – gute Sichtbeziehungen für AutofahrerInnen und FußgängerInnen heben die Verkehrssicherheit

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3) Radbügel in der Parkspur im 5 Meter-Bereich vor Kreuzungen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da erklärten uns MA46 und die SPÖ in der Verkehrskommission unisono, dass das laut StVO nicht möglich sei, da ja auch Fahrräder die Sicht im Kreuzungsbereich verstellen können. Die SPÖ Leopoldstadt stellt die Radständer lieber am Gehsteig auf  und hat auch kein Problem damit, dass erst vor kurzem im Volkertviertel die Parkspuren bis auf 2 Meter an die Schnittpunkte der Gehsteigkanten heranmarkiert wurden – was mE gegen die Straßenverkehrsordnung §24 Abs. 1 lit.d verstößt.  Denn im 5-Meter-Bereich der Kreuzungen gilt ein Park- und Halteverbot.

Radstreifen auf der Fahrbahn. Übersichtlicher Straßenraum ohne verparkte Ränder.

Radstreifen auf der Fahrbahn. Übersichtlicher Straßenraum ohne verparkte Ränder.

4) In breiten Straßen gibt es in Salzburg keine Parkspuren (zumindest dort, wo ich war).

Im Straßenzug Rainerstraße/Mirabellplatz schaut die Straße so aus, dass es auf der Fahrbahn nur Radstreifen und die Fahrspuren für Busse und Autos gibt. Aber keine Parkspuren.
Der Radverkehr ist damit gut sichtbar auf der Fahrbahn – wo das Fahrrad als Fahrzeug ja auch hingehört – und nicht auf dem Gehsteig. Und das Fehlen von parkenden Autos am Straßenrand schafft eine gute Sichtbarkeit, die allen VerkehrsteilnehmerInnen zu Gute kommt und die Verkehrssicherheit steigert.
In Wien hingegen ist es nach wie vor so, dass fast bei jeder Straße die Parkspuren nicht fehlen dürfen. Und dieses „Wiener Naturgesetz“ schafft viele Probleme. Nicht zuletzt sind sie auch oft die Ursache für die Gehsteig-Radwegerl, die viele Konflikte zwischen FußgängerInnen und RadfahrerInnen erst verursachen.

Möglicherweise sind diese Beispiele nicht für ganz Salzburg gültig, aber in der halben Stunde, die ich dort, im Bereich Mirabellplatz unterwegs war sind mir eben genau diese Beispiele begegnet.

Jedenfalls fasziniert mich immer wieder, was in anderen österreichischen Städten – in denen ja dieselbe StVO wie in Wien gilt – möglich ist.

Wolfgang


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