Erst unlängst wurde der stadteinwärts linke Gehsteig der Hollandstrasse von angemessener Breite (die Hollandstrasse ist nunmal eine breite Straße), in einer geradezu unglaublichen Aktion, auf die amtliche Mindestbreite von 2m zurückgestutzt, und damit die Fahrbahn verbreitert — wir berichteten darüber.
Doch die Architekten dieser heroischen Leistung haben bei dieser Gelegenheit auch weitere Erleichtungen für den bedauernswerten Autoverkehr durchgesetzt:
So wurde der Randstein von ehemals fast 25cm auf leicht überfahrbare Höhe von weniger als 10cm heruntergesetzt, um dem motorisierten Individualverkehr die leichtere Auffahrt auf den Gehsteig selbst, zum Zwecke des Parkens, zu ermöglichen.
Vor allem die vielen Lieferwagen machen bereits ausführlich Gebrauch von dieser neuen Möglichkeit, wie das Foto zeigt, und zwingen auch einzelne FussgängerInnen zum Spiessrutenlauf — an ein bequemes Nebeneinandergehen ist ohnehin nicht mehr zu denken.

Ungeniert zugeparkter Mindestbreiten-Gehsteig: Natürlich konnten die Verkehrsverantwortlichen im Bezirk nicht ahnen, dass die Autos auf den niedrigen Gehsteig auffahren würden.. na so ein Zufall aber auch...
Weiters ist durch die nun doch erheblich verbreiterte Fahrbahn auch das Parken in 2. Spur wesentlich leichter möglich, behindert man doch nur mehr den Radstreifen (deren „verbreiterter Radstreifen“ ja als Ausrede für die dreiste Gehsteigverstümmelung herhalten musste) und nicht mehr die nachkommenden PKWs.
Dass der Radständer bei der Grossen Sperlgasse ersatzlos entfernt und durch einen Parkplatz ersetzt wurde, und der Zebrastreifen seit Wochen, trotz fertiger Asphaltierung, noch immer nicht wieder aufgebracht ist (die Kreuzung liegt immerhin auf einem wichtigen Schulweg), wundert da schon fast nicht mehr.
Die ganze Aktion ist ein gutes Beispiel für die grauenhafte und völlig ungeniert weiterhin autofixierte Verkehrspolitik im Bezirk, unter dem derzeitigen Verantwortlichen für Verkehr und Bezirksvorsteher-Stellvertreter, Herrn Junek, der gerüchteweise bereits als kommender Bezirksvorsteher gehandelt wird.
Der demolierte Gehsteig reiht sich nahtlos in eine Serie weiterer Projekte, die die völlige Ignoranz gegenüber den nichtmotorisierten VerkehrsteilnehmerInnen zeigen (wie das Riesen-Kreuzungsplateau Taborstrasse/Augartenstraße mit schikanösen Wartezeiten für FussgängerInnen) — all das hat sogar im autofixierten Wien schon Seltenheitswert.
Wir sind sicher, dass die BürgerInnen der Leopoldstadt sich an diese Dinge gut erinnern werden, wenn in knapp einem Jahr in Wien neu gewählt wird

Angeblich wurde ja der Gehsteig für die Radfahrer verschmälert: Doch auf deren Radstreifen parken jetzt ungeniert die Autos. Natürlich konnten die Verkehrsverantworlichen im Bezirk nicht ahnen, dass die verbreiterte Fahrbahn zum Parken in 2.Spur einladen würde, schon wieder so ein Zufall...

Das Vorgehen in der Hollandstrasse ist typisch. Zuerst etwas durchsetzen und sich dann wundern, dass es zu leicht vorhersehbarem Missbrauch kommt, zumal ja die Verkehrsüberwachung in wien im Argen liegt, wegen des Kompetenzwirrwarrs. Solche Regelungen wie in der Hollandstrasse könnten bestenfalls dann angedacht werden, hätte Wien eine schlagkräftige Verkehrüberwachungstruppe. Dazu müsten sowohl die Weiß- wie auch die Blaukappler mit der gesamten StVO belehnt werden, sodass diese dann den gesamten Verkehr überwachen und entsprechende Strafen verhängen könnte.
Irgendwie erinnert die bewiesene Voraussicht an die Vorgangsweise bei der Widmung des Handelskai-Gebietes. zuerst industriegebiet- dann wohngebiet – dann eine Hochleistungsstrasse – damit die Anrainer früher im Lä
rm und den abgasen verrecken. Fürwahr eine Meisterleistung des SPÖ-lastigen Gemeinderates
ist nicht ganz richtig …Radständer bei der Grossen Sperlgasse…
muß heißen: Radständer bei der KLEINEN Sperlgasse
lg
wowa
ja stimmt natürlich, Kleine Sperlgasse. Der Radständer kommt übrigens angeblich wieder, fragt sich nur ob’s stimmt, und wann…
Gruß
Martin