Österreich: Spitzenreiter bei der Einkommensdiskriminierung – Platz 26 von 27 EU-Ländern

27 09 2009

Im EU-Schnitt ist Österreich mit 25,5 Prozent Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern beim Bruttostundenlohn an die vorletzte Stelle abgerutscht. Nur in Estland werden Frauen noch schlechter bezahlt.

Platz 121 von 130 Ländern weltweit

Im Ranking des Global Gender Gap Report 2008 des Weltwirtschaftsforums liegt Österreich bei der Einkommensgerechtigkeit zwischen den Geschlechtern auf Platz 121 unter 130 analysierten Ländern.

SPÖVP unterstützen die rückwärtsgerichtete Frauenpolitik

Frauen und Männer, wie geht es Euch dabei, wenn Ihr das liest? Ich finde es zum AusderHautfahren, besonders wenn frau sich die Wahlergebnisse von Vorarlberg und Oberösterreich ansieht. Es wird mit den Einkommen weiter abwärts gehen, die ÖVP wird weiter ein paar Gesten Richtung Familien setzen, die FPÖ für die Frauen am Herd und gegen die Abtreibung wettern, die SPÖ klopft sich weiter auf die Schulter und holt ein-, zweimal im Jahr die Dohnal zu einer Veranstaltung…

Equal-Pay-Day 27.9. – der Tag für die gleiche Bezahlung muss der 31. Dezember werden!

Frauen verdienen in Österreich bei gleicher Tätigkeit um 26,2 Prozent weniger als Männer. In Arbeitstage umgerechnet, verdienen Frauen erst zum Jahresende das, was Männer bereits bis 27. September verdient haben, in Wien am 5.10. Frauen arbeiten also 96 Tage “gratis”. Das ist ungerecht. Wir nehmen die Ungerechtigkeit beim Einkommen von Frauen und Männern nicht hin. Der Tag für die gleiche Bezahlung muss der 31. Dezember werden!

Die Lage in Wien

In Wien arbeiten Frauen “erst” ab dem 5. Oktober „gratis“. Der Einkommensnachteil ist besonders groß für Angestellte (37%), Arbeiterinnen (35%) und Pensionistinnen (36%). 15% weniger Einkommen sogar für Frauen, die das ganze Jahr über voll arbeiten. Drei von vier Teilzeitbeschäftigen sind Frauen. Atypische Beschäftigung von Frauen steigt auch im Öffentlichen Dienst, die Einkommensunterschiede nehmen zu, nur 1 Prozent der Männer im Magistrat geht in Elternkarenz. Berufsunterbrechung aufgrund von Kinderbetreuungsarbeit geht fast ausschließlich auf Kosten der Fraueneinkommen – und das ein Leben lang. Ungerechtigkeit beim Einkommen von Männern und Frauen ist nicht hinzunehmen! Frauenarbeit ist gleich viel wert!

Wir Grünen fordern daher für Frauen:

• Ein Aktionsprogramm für “gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit”
• Einen gesetzlichen Mindeststundenlohn
• verpflichtende Transparenz bei Gehältern für Unternehmen und öffentlichen Dienst
• Keine öffentlichen Aufträge für Unternehmen, die Frauen benachteiligen
• Diskriminierungsfreie Arbeitsbewertung
• Erhöhung der Lehrlingsentschädigung in frauendominierten Branchen

Und für Wien: Die SPÖ muß endlich in Wien umsetzten, was sie im Bund fordert!

• Stadt Wien mit rund 75.000 Beschäftigten sollte Vorreiterin in Sachen Einkommensgleichheit sein: Umsetzung von “gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit” im Magistrat und Hebung des Frauenanteils in Spitzenfunktionen, Vollständige Einkommenstransparenz, Förderung der Väterkarenz und Einführung “Papa-Monat”
• Koppelung der Wirtschaftsförderung und öffentlichen Auftragsvergabe an Frauenförderung


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