
Am Rand des Auto-Grossparkplatzes „Hollandstrasse“ wird dzt der Gehsteig nach den Vorstellungen der Bezirksmächtigen, „autokompatibel“ umgestaltet:
Aus dem ehemals einigermaßen breiten und angenehmen Gehsteig wird ein Wegerl mit amtlicher Mindestbreite. Da dort beidseitig quer geparkt wird, werden von den 2m Gehsteig nicht viel übrigbleiben, da die Motorhauben bekanntlich bei dieser Abstellrichtung bis zu einem Meter in den Gehsteig hineinragen.
Damit die dreiste Aktion nicht gar so schlecht kommt, muss als vorgeschobener Grund natürlich der „Radstreifen“ herhalten, der „nicht mehr den Vorgaben entsprochen hat“.
Da freut es doch die Autofahrerherzen in der Bezirksvorstehung, dass man auch mit dem SUVs in Hinkunft gleich besser umdrehen kann nach dem Ausparken, war ja wirklich lästig, bei fast 25m Strassenbreite so viel Platz an den Gehsteig zu verschwenden.
Unser Vorschlag, durch Umwandlung der Schrägparkplätze auf einer Seite in Längsparkplätze (hätte auf der ganzen Länge den Verlust von ca. 10 Parkplätzen bedeutet), um damit Platz für eine attraktive Gehsteiggestaltung zu gewinnen, wurde von allen anderen Parteien mit Hohn quittiert.
Soviel zum Stand der Diskussion „fussgängerfreundliches Wien“, im Herbst 2009, kurz vor dem Verlust der absoluten Mehrheit der Mehrheitspartei im Bezirk.

Als Anwohner der Hollandstraße, der im Jahre 1999 sein Auto abgeschafft hat und seitdem nur mehr mit Straßenbahn und Fahrrad unterwegs ist (funktioniert übrigens ganz hervorragend!), habe ich mich über den aufwendigen Umbau der Hollandstraße sehr gewundert. Ich kann einfach nicht glauben, daß im Jahre 2009 wirklich noch ein Straßenumbau zu Lasten von Fußgängern unnd Radfahrern zu Gunsten von PKWs – nur 33% des Verkehrsaufkommens in Wien bewältigen – durchgeführt wird. Vielleicht kommen noch ein paar Bäume hinzu? Oder die wenigen, stets völlig zugestellten Fahrradplätze werden erweitert? Weiß jemand vielleicht etwas?
Es kommen definiv keine Bäume, leider — da würden doch ein paar Parkplätze verlorengehen,..
Man sieht auch schon jetzt gut, wozu die Verbreiterung der Fahrbahn ua dient: Neben dem Querparken beidseitig wird auch noch in 2. Spur daneben geparkt, am sogenannten Radstreifen.
Dass wenigstens mehr Radständer kommen, dafür werden wir uns einsetzen. Ob’s hilft ist allerdings fraglich…
Es ist sagenhaft, wie rückständig und rückwärtsgewandt die 3. Garnitur (gibt es eigentlich überhaupt eine andere ?) der SPÖ ist.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass KLIP (forderte Mindestgehsteigbreite 2m / 2.5m bei Schrägparken) und Verkehrsmasterplan (siehe etwa http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/verkehrsmasterplan/strassennetz.htm) nur zum Augenauswischen beschlossen worden sind.
Erinnert mich auch an die Radverkehrspolitik:
Der Radverkehrskoordinator rät zu „1m Sicherheitsabstand zu geparkten Autos“ (http://www.wien.gv.at/verkehr/radfahren/sicherheit/tipps.html) und lässt ungeniert 1.20 breite Mehrzwangstreifen pinseln, um den Autos die Radler aus dem Weg (in die nächste aufgerissene Autotür) zu schaffen.
Mehr Radwegkilometer = weniger Platz und Sicherheitsabstand.
sehr gut, sehr gut!
… bäumestreicheln könnt ihr ja im prater!
freu mich schon auf die erleichterte parklatzsuche vor meinem einkauf in den zahlreichen koscheren geschäften.
bravo!
Euer Kurt