Wir können die Einkommensschere nicht wegkuscheln

2 07 2009

Schon traurig: Frauen verdienen in Österreich im Schnitt um ein Viertel weniger als Männer. Das ist der zweitschlechteste Wert innerhalb der EU. Nur in Estland gibt es einen noch größeren Abstand. Die Frauenministerin tut das einzig richtige und verlangt erstens: innerbetriebliche Offenlegung der Gehälter. Und Strafen, wenn Frauen für dieselbe Aufgabe nicht dasselbe am Konto haben. Und die AK verlangt die Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände. Na bitte, wir Grüne wollen das schon immer!

Tut weh, ist aber nur fair!
Konkret sollen künftig Betriebe mit mehr als 25 Mitarbeiterinnen die Gehälter anonymisiert offenlegen müssen. Wenn dabei eine unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen festgestellt wird, bleiben dem Unternehmen zwei Jahre Zeit, diese Ungleichbehandlung zu beenden. Sind Frauen danach immer noch benachteiligt, würde es – ähnlich wie bei Arbeitszeitüberschreitungen – Verwaltungsstrafen geben. Die Höhe der Strafe würde sich nach der Größe des Betriebes richten und kann von einigen tausend bis zu mehreren zehntausend Euro betragen. Diese Regelung soll im Gleichbehandlungsgesetz festgehalten werden.

Und schon schreien die Herren: „überzooogen!“
Jetzt geht’s ums Eingemachte. Sanktionen seien „der falsche Weg“, sagt die Industriellenvereinigung. Man würde ja eventuell „Äpfel mit Birnen vergleichen“ (wer ist denn hier die Birne bitte?) und Zwang bringe ja nie etwas. Das Argument lässt sich ja spielend widerlegen, oder werden die BürgerInnen in Zukunft auch nimmer zum Steuernzahlen gezwungen? Und die IV lehnt auch Quotenregelungen für die Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten ab. Na sicher. Wir haben ja alle Zeit der Welt! Das Gleichbehandlungsgesetz ist ja erst schlappe 30 Jahre alt.

Meine Herren: wir brauchen  die Quote. In den Vorständen, aber auch in den Parteien. Sonst gebt ihr nämlich keinen eurer bequemen Sessel auf. Die Bezirksvertretung ist ein trauriges Beispiel dafür: in der lukrativeren Etage haben sich die SPÖ-Herren breit gemacht. Der Bezirksvorsteher, sein Stellvertreter, der Vorsitzende und dessen Stellvertreter. Seit 1945 regieren die SPÖ-Männer den Bezirk, es scheint keine Frau gegen diese Bünde anzukommen. Sie haben auch in den Sitzungen recht wenig zu sagen. Ich finde das immer recht traurig.

Und wir brauchen auch die Sanktionen, denn Frauen haben ein Recht auf gleiche Bezahlung. Sie sollten weder drum betteln müssen, noch sich so aufblasen müssen wie die männlichen Kollegen wenn’s ums Gehalt geht. Es muss selbstverständlich sein. Wenn ein Unternehmen meint, es sich leisten zu können, Frauen zu diskriminieren, dann sag ich: selber schuld wenn Strafen kommen.

Jutta


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