Eigentlich ist es ja keine Überraschung mehr:
Die Verlängerung der Straßenbahnlinie O in das immer bevölkerungsreicher werdende Nordbahnhofgelände ist nun endgültig gestorben.
Die MA18 plant bereits seit sage und schreibe einem Jahrzehnt daran. Der Brigittenauer Bezirksvorsteher blockiert ebenso lange und der Leopoldstädter Bezirksvorsteher hat dazu nichts zu sagen; – zumindest habe ich von ihm dazu nichts in der Öffentlichkeit gehört.
Die Verlängerung der Linie O durch das Nordbahnhofgelände über die Engerthstraße bis zum Friedrich- Engels-Platz mit einer guten Anbindung an U6 und die S45 ist bereits im Masterplan Verkehr 2003 (dem Verkehrskonzept der Stadt Wien) enthalten. Auch in der Fortschreibung des Masterplans (2008) ist diese Verlängerung unverändert enthalten.
Doch seit kurzem liegt uns eine Anfragebeantwortung von Bezirksvorsteher Kubik vor, in welcher er erklärt
„dass aus heutiger Sicht keine Straßenbahnlinie in das Nordbahnhofgelände geplant ist.“
Verkehrsplanerische Bankrotterklärung
Aus verkehrspolitischer Sicht sind 1-2 Zubringerbusse zum Praterstern für einen neuen Stadtteil in der Größe des halben 8. Bezirks sicher viel zu wenig und eine politische Bankrotterklärung. Der 11A Bus platzt nicht erst seit gestern aus allen Nähten. Die zukünftigen BewohnerInnen des neuen – im Moment noch sehr staubigen – Stadtteils sind jetzt schon zu bedauern.
Für uns ist das Thema allerdings noch nicht beendet. Wir werden weiter für die Straßenbahn durch das Nordbahnhofgelände Druck machen.


Habe dem Herrn BV Derfler vor einigen Monaten ein E-Mail just zu diesem Thema geschrieben und ihn dabei auch auf die
Problematik des völlig überfüllten 11A hingewiesen. Da hieß es lediglich dass die Führung der Straßenbahn jedenfalls in dieser
bereits konkret geplanten Variante nicht erfolgen wird; ferner wurde mir mitgeteilt dass man an einem Konzept herumüberlege
sowohl das Nordbahnhofgelände als auch das zukünftig neu zu verbauende Nordwestbahnhofgelände mit Bus und/oder Bim (m. Auffassung nach eher ersteres) zu erschließen.
In meinen Augen ist es eine derartige Kurzssichtigkeit das Konzept aufzugeben… mir fehlen die Worte. Alleine die
Straßenbahnmäßige Erschließung der Engerthstraße würde uns Anwohnern endlich ein zuverlässiges, nicht ständig überfülltes
Verkehrsmittel in dieser Relation bringen. Statt nur der Linie O könnte man auch den reaktivierten 21er über Handelskai (U) zum Friedrich-Engles-Platz leiten und so zusätzlich eine attraktive Direktverbindung zum Schwedenplatz errichten.
Die Grünen sind die einzige Partei in dieser Stadt die vernünftige Lösungen für die kommenden (Stichwort: Peak-Oil und der damit verbundene hohe Ölpreis) Probleme des ÖV in Wien erarbeiten! Macht weiter so, ich denke damit werdet ihr eine Menge Wähler und Wählerinnen gewinnen!
Josef Stainz
@neues Konzept mit Nordwestbahnhof
BV Kubik schreibt in seiner Anfragebeantwortung ja auch, dass neuerliche Überlegungen für eine Tram ins Nordbahnhofgelände wahrscheinlich erst im Zusammenhang mit der Entwicklung des Nordwestbahnhofgelände erfolgen werden.
Das klingt für mich nach dem St.Nimmerleinstag. Das erste beschlossene Konzept für das Nordbahnhofgelände wurde 1994 beschlossen. 2008 wurde es überarbeitet und heuer wurde die darin angeführte Straßenbahn bereits entsorgt. Wenn es beim Nordwestbahnhofgelände ähnlich lange dauert, dann brauchen wir zumindest die nächsten 10 Jahre über eine Tram ins Nordbahnhofgelände erst gar nicht nachdenken. Und das ist indiskutabel.
@11A: ja, der Bus ist häufig völlig überfüllt. Doch das ist der Stadt Wien offenbar egal. Weder beim O durch das Nordbahnhofgelände noch bei der S45-Verlängerung zum Praterkai ist Land in Sicht. Und auch die SPÖ Leopoldstadt steht bei beiden Projekten auf der Bremse.
Aber ich kann Ihnen versprechen, wir werden weiterhin lästig sein und nach der nächsten Wahl, wenn die SPÖ in Land und Bezirk keine absolute Mehrheit mehr hat, dann werden die Karten neu gemischt.
Im 21. und im 22. Bezirk werden zwar die besten Autoschnellstraßen gebaut, aber es soll auch eine 5 km lange Neubaustrecke einer Straßenbahn gebaut werden.
Was tut die Leopoldstadt: sie setzt voll auf stinkende Busse, stellt Straßenbahnen ein und will auch keine neuen Straßenbahn, denn die Leopoldstadt ist und bleibt AUTOFREUNDLICH!
Obwohl eine Umfrage im Bezirksjournal folgendes Ergebniss brachte:
Bim zum Nordhahnholgelände?
Wäre eine Straßenbahn bis zum Nordbahnhofgelände in Anbetracht der vielen neuen Siedler sinnvoll?
JA 94% – NEIN 6%
Im 21. und im 22. Bezirk sollen gar 2 TRam- Neubaustrecken gebaut werden.
ICH ÄRGERE MICH ÜBER VIELE SOGENANNTE STRASSENBAHNFREUNDE, welche zwar die Ideen der Grünen begrüssen aber trotzdem SPÖ wählern obwohl der Brigittenauer Bezirksvorsteher gegen die Verlängerung der Straßenbahnlinie O in das immer bevölkerungsreicher werdende Nordbahnhofgelände ist, wenn keine Straßenbahnlinie durch das Nordbahnhofgelände möglich ist für mich nun die Verbauung des Nordbahnhofgelände endgültig gestorben und man solte nun dafür nostalgische Eisenbahnfahrzeuge sowie die erst vor kurzen vertriebene Wagenburg Treibstoff wieder am Nordbahnhofgelände ansiedlen!