Am vergangenem Sonntag gastierte die Rockband AC/DC im Praterstadion. Rundherum das übliche Bild. Die Gratisparkplätze auf den Straßen in der Nachbarschaft waren übervoll, die riesigen Parkhäuser der Messe gähnend leer. So wie immer.
Doch halt, etwas war anders. Wo früher der 21er fuhr, parkten gestern die Autos in 3er-Reihen. Die 21er-Trasse als Riesenparkplatz. Jetzt wissen wir endlich, warum Bezirksvorsteher Kubik so unbedingt den 21er einstellen wollte. Um noch mehr Gratisparkplätze zu bekommen.

Kurz vor Konzertbeginn: In den beiden Parkhäusern und der Parkgarage der Messe gab es noch 2.861 freie Stellplätze
Neben dem Praterstadion stehen die rund 4.500 Parkplätze der Messe. Meistens ziemlich leer. Würde im Stuwerviertel und im Gebiet zwischen Handelskai und Vorgartenstraße das Parkpickerl auch am Wochenende gelten, so würden die Parkhäuser bald ziemlich voll werden und die Laterndlparkplätze wieder vorrangig den AnrainerInnen zur Verfügung stehen. Solch chaotische Zustände wie am letzten Sonntag würden der Vergangenheit angehören.
Doch die SPÖ Leopoldstadt steckt den Kopf in den Sand und macht – seit Jahrzehnten – gar nichts, außer zu erklären, warum die verschiedenen Lösungsvorschläge ihrer Meinung nach nicht gehen. Doch wenn man nur will, dann geht vieles. Es war der SPÖ ja auch möglich, die Umweltverträglichkeitsprüfung für die 4.500 Parkplätze der Messe und für die rund 900 Parkplätze des Einkaufszentrums zu umgehen.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Schienentrasse der Straßenbahn legal als Parkplatz genutzt werden darf. Und wenn es illegal war, frag ich mich, wo denn die Polizei blieb. Schließlich werden die Schienen auch bei anderen größeren Veranstaltungen der Messe, des Praters oder im Stadion als Gratisparkplatz zweckentfremdet.
Wolfgang



wirklich deprimierend wie (falsch)parkraumbewirtschaftung in dieser stadt funktioniert. ich bin ohnehin dafür die parkpickerlzone auf ganz wien auszudehnen, ist für den einzelnen eh spottbillig. und das geld könnte z.b. für einen massiven ausbau des citybike systems genutzt werden..
…oder für den öffentlichen Verkehr, oder für Radbügel, etc.
Das Blöde ist nur, dass die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung eh genau für diese Zwecke gewidmet sind (auch für die Citybikes). Aber dieses Geld ist auch für die Errichtung von Garagen und überdimensionierten P&R-Anlagen in der Stadt gewidmet. Und wird zum überwiegenden Teil auch genau für diese Projekte ausgegeben.
Morgen schon wird im Finanzausschuss des Gemeinderats eine weitere Wohnsammelgarage (früher hießen sie Volksgaragen) unter dem 12.Februar-Platz vor dem Karl-Marx-Hof in Döbling gegen die Stimmen der Grünen beschlossen werden. Und die SPÖ Leopoldstadt hat bereits vor einiger Zeit den Antrag gestellt, eine Wohnsammelgarage in der Leopoldsgasse vor der Polizei zu bauen. Derzeit laufen die Voruntersuchungen dafür.
Nichtsdestotrotz sind wir Grüne dennoch für die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf alle Wohngebiete in ganz Wien, bis 24h und an 7 Tagen die Woche – ohne Mehrkosten für die Wohnbevölkerung.
Das Problem am Parkpickerl ist weiterhin, dass man dafür ein Auto besitzen muss – nur dort wo man wohnt zu wohnen reicht nicht aus. Wenn man also führerscheinloser Radfahrer ist und aber Gäste mit Auto hat (das sie selbst fahren müssen, weil man sie nicht holen kann) oder sich hin und wieder ein Auto ausborgt, darf man sich alle 2 Stunden einen neuen Parkplatz suchen.
Könnte man auch so ein Parkpickerl, von mir aus ein eigenes für diesen Zweck mit umständlicher Anmeldung via SMS oder Internet gegen Missbrauch, anmelden ohne ein Auto, dann hilft man damit sogar, weil man eben selbst nicht den Grossteil der Zeit einen recht grossen Platz im öffentlichen Raum in Anspruch nimmt. Bis dahin bin ich gegen die Parkraumbewirtschaftung – sie bringt mir keinen Vorteil, sondern nur meinen Gästen Nachteile.