Obere Augartenstraße/Taborstraße: FußgängerInnen bitte warten

4 05 2009
Taborstraße: Autoverkehr hat lange Grün, die parallel gehenden FußgängerInnen lange Rot

Taborstraße: Autoverkehr hat lange Grün, die parallel gehenden FußgängerInnen lange Rot

Ich habe schon einmal hier im Blog über die unerträgliche Ampelschaltung an der Kreuzung Obere Augartenstraße/Taborstraße berichtet. Nun haben auch zwei Journalisten der Bezirkszeitung einen Lokalaugenschein () durchgeführt und unsere Kritik voll und ganz bestätigt.

FußgängerInnen, die von der U2-Station Taborstraße kommend, die Obere Augartenstraße zum Schöps hin überqueren wollen, müssen ewig warten, während der parallel führende Autoverkehr zur gleichen Zeit Grün hat. Das muss sich endlich ändern. Diese Geringschätzung der FußgängerInnen muss endlich ein Ende haben.
Wir haben daher in der März-Sitzung des Bezirksparlaments einen entsprechenden Antrag eingebracht, der der Verkehrskommission zur Beratung zugewiesen wurde – gegen die Stimmen der FPÖ.

Allzu schnell darf man sich allerdings nichts davon erwarten, da es der SP-Vorsitzende der Verkehrskommission, Hr. Junek, in letzter Zeit immer weniger eilig mit der Einberufung der Verkehrskommission hat. Die letzte ordentliche Sitzung der Verkehrskommission war Mitte November, fraglich ob noch eine Sitzung vor dem Sommer stattfindet.

Die Bezirkszeitung führte einen Lokalaugenschein durch

Die Bezirkszeitung führte einen Lokalaugenschein durch

Schließlich möchte ich noch auf den Bezirkszeitungsartikel zurückkommen, denn in diesem Artikel hat SP-Bezirksvorsteher Kubik einige Aussagen getätigt, auf die ich einfach eingehen muss.

  1. Kubik meint, die Menschen hätten sich bereits mit der Situation arrangiert. Sicher nicht, Herr Kubik, die Leute sind nach wie vor stinksauer auf diese von Ihnen zu verantwortende Ampelschaltung.
  2. Kubik verspricht Verbesserungen der Ampelschaltung über die Taborstraße, wenn die Tram (Linie 2) in die Station einfährt. Immerhin, das ist eine wirkliche Verbesserung. Aber den FußgängerInnen, die die Obere Augartenstraße überqueren wollen, hilft das nicht viel. Sie werden nach wie vor ganz lange warten müssen.
  3. Kubik erklärt, dass die Einbahn in der Castellezgasse wegen dem Bus 80A nicht geändert werden kann.
    Aber ja doch: Lasst den 21er vom Praterstern bis zum Schwedenplatz wieder fahren. Dann könnt ihr den unnötigen Bus 80A wieder am Praterstern enden lassen und die Einbahn umdrehen. Damit wäre auch das Nadelöhr Taborstraße stadteinwärts entschärft.
  4. Kubik macht den Umbau des Pratersterns für die Situation verantwortlich. Ein ziemlich armseliges Argument. Die Probleme an der Kreuzung gibt es bereits seit der Einstellung des 21ers vor einem Jahr. Damals war von einem Umbau des Pratersterns noch lange nichts zu sehen.

Insgesamt sind die Probleme rund um diese Kreuzung und die „Lösungsversuche“ des Bezirksvorstehers ein eindrucksvolles Symbol für die autozentrierte Verkehrspolitik der SPÖ Leopoldstadt.

Wolfgang


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10 Antworten

5 05 2009
Sabine Reifenauer

Ja, das ist wirklich eine Zumutung, wie lange man da immer stehen muss! Ich versuche meinen Kindern beizubringen, dass man bei Rot warten muss – und dann stehen wir ewig an dieser Kreuzung und sehen, wie alles an uns vorbei bei Rot rüberläuft und ich muss dann meinen Kindern erklären, wieso die (auch Mütter mit Kindern!) rüber dürfen und wieso wir warten müssen … also schon im Interesse der Kindersicherheit: schleunigst ändern!!!

7 05 2009
wolfgangkamptner

Hallo Sabine!

Das Problem kenne ich auch mit meinen Kindern. Es ist ziemlich frustrierend.
Allgemein sind die Umlaufzeiten (=die Zeit für einen gesamten Ampelumlauf, also von einem Grünbeginn bis zum nächsten) bei den Wiener Ampeln ja schon viel zu lange, in anderen europäischen Ländern sind sie kürzer.

In Wien sind Umlaufzeiten von 100 sec. recht häufig, bei dieser Ampel wäre das ja schon ein Fortschritt. 60 Sekunden wären angebracht. Die maximale Rotzeit für FußgängerInnen, die wir gemessen haben, lag bei 3 Minuten – okay, war besonders ungünstig wegen der Straßenbahn, aber jedenfalls völlig indiskutabel.
Ich kann jeden verstehen, der nach einer Minute Wartezeit (bei gleichzeitiger Grünschaltung für den parallelen Autoverkehr) die Nerven schmeißt und bei Rot drüber geht. Ideal ist das trotzdem nicht.
Deswegen versuchen wir, die Verantwortlichen für diese Schaltung (MA33 und Bezirksvorsteher Kubik) zu einer Änderung der Ampelschaltung im Sinne der FußgängerInnen zu bringen. Es ist sicher kein Fehler, wenn Du deine Meinung auch dem Herrn Bezirksvorsteher schreibst (post@bv02.wien.gv.at).

5 05 2009
Simon Rosner

Wenn wir schon dabei sind: Eine Ampel weiter stadteinwärts (Tabor/Schmelzg) ist es genauso. Aufgrund der Straßenbahn hat der Taborstraßenverkehr ewig grün, während die Fußgängerampeln schon auf Rot stehen. Für mehr als eine halbe Minute darf kein Fußgänger gehen, natürlich hält sich niemand dran. Auch nicht die Volksschüler der Sperlgasse, die hier ständig drüberlaufen. Kann mir sogar irgendwie vorstellen, dass die Straßenbahn-Bevorzugung gut gemeint ist, so ist sie jedenfalls völlig absurd.

7 05 2009
wolfgangkamptner

Hallo Simon!

Ich bin mir gar nicht sicher, ob das so unbedingt mit der Straßenbahn zusammenhängt, denn was bringt es der Straßenbahn, wenn die FußgängerInnen, die über die Schmelzgasse gehen wollen, besonders lange rot haben?

Wie auch immer, wir haben das Problem schon erkannt und in der März-Sitzung einen entsprechenden Antrag gestellt, der auch der Verkehrskommission zugewiesen wurde. Mal sehen, wann der SP-Vorsitzende die nächste ordentliche Verkehrskommission einberuft. Die letzte ist schon wieder 6 Monate her.

6 05 2009
so oder so

Diese Kreuzung ist seit U2 Eröffnung insgesamt eine Zumutung für Radverkehr und Fußgänger.
Haltestellen an denen hinten und vorne der Verkehr vorbeirauscht sind obendrein äussert unangenehm.
An dieser Kreuzung wird wieder einmal mehr deutlich, daß der beschleunigte Indiviudalverkehr Vorrang hat.
Die langen Rotphasen sind Ergebnis solcher Planung.
Und wenn schon Bevorzugung des Individualverkehr, dann auch noch der Hinweis, daß die gesamte Taborstrasse zu Stoßzeiten ohne seitlichen Parkplätzen stadteinwärts zumindest auch für die Strassenbahn freie Fahrt ermöglichen würde.

7 05 2009
wolfgangkamptner

Genau, wir sind auch der Meinung, dass ein Halteverbot in der Taborstraße vor dieser Kreuzung Richtung stadteinwärts, zumindest zur morgendlichen Rush-hour viel bringen würde. Den Autostau würde es vermutlich weiterhin geben, aber zumindest würde die Straßenbahn nicht mehr dadurch behindert werden.

Deshalb haben wir auch schon im Dezember einen entsprechenden Antrag gestellt. Parkplatzvernichtung war noch der mildeste Kommentar der anderen Parteien in dieser Sitzung. Die FPÖ zieh uns in einem Artikel des Bezirksjournals sogar des Schwachsinns.
Natürlich haben die Autofahrerparteien SPÖVPFPÖ den Antrag abgelehnt.
Aber sie haben auch keine Lösung für das Problem.

6 05 2009
leckse

Für die Ausnahmesituation an der Kreuzung sorgt vor allem auch der extrem lange Zebrastreifen, der hier fast 20 Meter lang ist. Die Fußgängerampel muß an der Stelle extrem früh auf rot schalten, damit die Fußgänger den Schutzweg noch verlassen können, bevor der Querverkehr Grün bekommt.

7 05 2009
wolfgangkamptner

Hallo leckse!

Ich gebe dir recht, dass sich die Straßenbau(!)abteilung an dieser Kreuzung so richtig ausgetobt hat. Keine Bäume und viel Beton und die Radständer am Gehsteig.
Dennoch liegt die kurze Grünphase für die FußgängerInnen über die Obere Augartenstraße nicht an der Länge des Zebrastreifens, denn sie brauchen sicher keine 60 Sekunden oder mehr, um den Zebrastreifen zu verlassen. Die Grünphase für die FußgängerInnen ist max. 20 Sekunden lang, der parallel führende Autoverkehr hat dann im Schnitt noch weitere 80 Sekunden grün.
Und der querende Autoverkehr hat ebenfalls sehr lange Rot. Das wiederum führt dazu, dass sehr viele AutofahrerInnen, die aus der Obere Augartenstraße kommen durch die Castellezgasse fahren, wenn sie stadtauswärts fahren wollen, weil sie im Extremfall auch minutenlang bei dieser Kreuzung warten müssen.

5 06 2009
robertwallner

Dass selbst an Samstagen, an Wochenenden, an Feiertagen und in der Nacht, die FußgängerInnen warten müssen, finde ich als pure Gemeinheit.

Einen Vorteil gibt es auch: Mit diesen Ampel Schaltungen wurde die Taborstraße zu jeder Tageszeit zur AUTO FREUNDLICHSTE Hauptstraße der Leopoldstadt.

Nur AutofahrerInnen haben halt einen Schutzraum und FußgängerInnen sind halt jedem Wetter ausgesetzt – das ist halt der „kleine“ gemeine Unterschied.

Daher steht an dieser Kreuzung „rot gehen“ an der Tagesordnung.

30 08 2010
wolfgangkamptner

Unverändert inakzeptabel

Heute habe ich mir in der Früh die Problemkreuzung Obere Augartenstraße/Taborstraße wieder einmal einige Zeit angeschaut. Die Situation ist für FußgängerInnen und Öffi-BenutzerInnen nach wie vor unerträglich.

Entgegen der Beteuerungen von SP-Bezirksvorsteher Kubik und dem MA33-Vertreter in der Verkehrskommission kommt es immer noch vor, dass man an der Kreuzung vorm Schöps bei der roten Fußgängerampel über die Taborstraße steht, sieht wie der 2er in Richtung Schwedenplatz einfährt, wie die Fahrgäste auf der Haltestelleninsel ein- und aussteigen und wie der 2er schließlich wieder weiterfährt. Und erst danach bekommen die FußgängerInnen Grün. Zumindest war dies bei den 2ern, die ich heute beobachtet habe, der Fall.
Kein Wunder, dass die Öffi-BenutzerInnen bei Rot über die Kreuzung laufen, wer will schon auf die nächste Bim warten müssen. Das funktioniert also noch immer nicht, obwohl Kubik das in dem Bezirkszeitungs-Artikel 2009 angekündigt hat.

Und auch die Chuzpe, dass die Grünphase für die AutofahrerInnen in der Taborstraße bis zu 2 Minuten lange ist, während die parallel gehenden FußgängerInnen von der U2-Station zum Schöps nur 20 Sekunden Grün haben, habe ich heute unverändert beobachten können.

Es bleibt dabei: Die Bedürfnisse der FußgängerInnen sind dem Bezirksvorsteher leider ziemlich wurscht.

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