Gegen das machistische Eierschaukeln

29 04 2009

moik1

Der ÖGB hatte in der Schuldebatte vor allem um viele junge Kolleginnen gekämpft, weil diese Frauen hätten mit der bösen, bösen Schulreform von Frau Schmid keine Arbeit gefunden – so Neugebauer. Durchsichtig, berechnend und widerwertig sind diese Sätze bei mir eingefahren. Den armen jungen Frauen musste der alte Fritz helfen. Wem er nicht helfen wollte und der ganze ÖGB offensichtlich nicht, war Frau Wilhelmine Moik. Sie wurde 1894 in Wien geboren, lernte Näherin, schloß sich den Sozialdemokraten an und arbeitete im und für den ÖGB und war u.a. Mitbegründerin der Frauenorganisation, deren Vorsitzende jetzt Frau Csörgits ist. Im Austro-Faschismus und währende der Nazi-Zeit war sie öfters interniert. Sie ist für ihre Überzeugung eben eingestanden.

Der ÖGB baut nun eine neue Zentrale im 2. Bezirk und suchte aus 2 Vorschlägen den Namen für die Platzbenennung aus – Wilhelmine Moik und ein ehemaliger ÖGB-Präsident – hier sind Namen Schall und Rauch, ein Präsident halt, gab ja schon viele, Karriere wie gehabt). Der Mann wird dem Platz seinen Namen geben. Frau Moik wird nicht nur nicht bedacht, sondern noch dazu auf die Rückseite des ÖGB Gebäudes verbannt. Zum Personaleingang sozusagen – eine Schande! Frau Czsörgits sitzt auf einem Sessel, den Wilhelmine Moik für sie erkämpft hat. Ja, ist so, schreibt sie in einem Mail an die Grünen Leopoldstadt. Kampfgeist hab ich aus dem mail nicht lesen können – leider. Ich kann mir die Abstimmung gut vorstellen: Männer à la Neugebauer & Co – die gehören weg und starke kämpferische Frauen an die Macht.
Frauen aller Fraktionen vereinigt Euch!

Herzlichst und kämpferisch Ihre Ulli Böhmdorfer


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3 Antworten

19 03 2011
vibs

waren es nicht sie, sehr geehrte frau böhmdorfer, die einst FÜR die einstellung des 21ers gestimmt haben? meine frage als bürgerin: sind sie als bezirksrätin damals zurückgetreten oder haben sie bis zum ende der letzte legislaturperiode ihr amt “ausgesessen”? es wäre im interesse der steuerzahlerInnen doch interessant zu erfahren. wahrscheinlich wird dieser eintrag aus irgendwelchen gründen aus dem blog entfernt. eine antwort wäre im sinne der demokratie doch sehr interessant.

19 03 2011
wolfgangkamptner

Märchenstunde

An manche Märchen klammern sich diejenigen, die sonst nichts gescheites zu sagen haben – wie z.B. die FPÖ – immer noch verzweifelt, auch wenn sie nicht stimmen.

Deshalb muss ich wohl zum wiederholten Male Aufklärung betreiben.

In der besagten Abstimmung in der Bezirksvertretungssitzung im Juni 2008 in der es um einen Antrag zur 21er-Einstellung gegangen ist, gab es auf Antrag der Grünen eine namentliche Abstimmung. Dort stimmte Fr. Böhmdorfer irrtümlich zuerst dem SPÖVP-Antrag zu, revidierte ihre Aussage aber ein paar Sekunden später und lehnte ihn ab. Dass die SPÖ diese Richtigstellung ignorierte und im Protokoll vermerkte, Fr. Böhmdorfer hätte für diesen Antrag gestimmt war weder in Ordnung noch die feine englische Art.
Wir haben danach auch ganz offiziell gegen das Protokoll Einspruch erhoben, doch der SP-Vorsitzende der Bezirksvertretung lehnte die Änderung ab.

Doch nun gibt es ja wieder die Chance, dass der 21er – zumindest im Abschnitt zwischen Praterstern und Schwedenplatz – seinen Betrieb aufnehmen könnte. Wir haben diese Verbindung in den rotgrünen Koalitionspakt reinverhandelt. Für die Umsetzung ist leider nicht die Grüne Stadträtin Vassilakou, sondern SP-Finanzstadträtin Brauner, welcher die Wiener Linien unterstehen, zuständig. Wir gehen jetzt einmal davon aus, dass auch die SPÖ zum Koalitionspakt steht und werden sie sicher auch bei der Umsetzung tatkräftig unterstützen.

19 03 2011
Anonymous

Liebe Vibs,

schön, dass Sie nach so langer Zeit noch immer in meinen Artikeln schmökern. Ja,die 21-er Abstimmung war ein Debakel. Wir haben als Grüne gemeinsam und einstimmig gegen die Abschaffung des 21ers gestimmt. Jetzt ist das natürlich schon fast 3 Jahre her, diese Abstimmung, und darf ich Sie fragen, warum sie jetzt – nach Ende der Legislaturperiode – wieder auf das Thema zurückkommen? Die Grünen haben für den Erhalt des 21 gekämpft. Nicht nur zum Schluss, sondern ab dem Zeitpunkt, als die rote Stadtregierung und die Bezirksfraktion der SPÖ darüber nachdachten. zum Schluss hat es sich zugespitzt, u.a. auch, weil Hr. Kubik innerhalb dieser Prozesse (genauer gesagt, vor den vorhergehenden Wienwahlen) uns die Zusage gegeben hat, dass der 21er bleibt. wie auch immer. Der 21er ist weg, was das bedeutet erfahren die LeoopldstädterInnen Tag für Tag. ich finde es schade. Ihnen wünsche ich noch einen schönen Tag und viel Spass beim Blog2-Lesen :-)
lg Ulli Böhmdorfer

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