Biber in den Augarten

1 04 2009

Endlich wird dem Umweltschutzgedanken auch im Augarten Rechnung getragen. Die durch den U-Bahn-Bau stark in Mitleidenschaft gezogenen Bäume sollen künftig nicht mit der Motorsäge – Feinstaub- und Lärmbelastung – gefällt werden, sondern auf natürlichem Weg – durch Biber.

Wien. Leopoldstadt. 1. April.  Seit ein paar Jahren sind Biber am Donaukanal ansässig und leisten für die MA 42 gute Dienste. Bereits einige kranke Bäume, und nur wenige gesunde Bäume, haben sie gefällt, nächtens, lautlos, ohne Dieselgestank. Nebenbei wird durch die fleißige Tätigkeit auch Platz für die zahlreichen Ersatzpflanzungen von Bäumen der Leopoldstadt geschaffen, die durch die zahlreichen Fällungen im Prater, wie rund ums Stadion, am Praterstern, Volkertplatz usw. anfallen.

Biber ist Indikator aus ökologischer Sicht. - http://de.wikipedia.org/wiki/Biber

Biber ist Indikator aus ökologischer Sicht. - http://de.wikipedia.org/wiki/Biber

Nun sollen die Biber auch im Augarten tätig werden und den zahlreichen Beschwerden von AnrainerInnen zu den Baumfällungen im Augarten, zuletzt rund ums Atelier Augarten, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Zurück zum Ursprung ist die Devise, ja natürlich sollen nun die Bäume fallen.
Gut trifft sich hier, dass „meine Bank“ ein neues Hochhaus am Donaukanal baut und den nicht geringen Widmungsgewinn der Bevölkerung zur Verfügung stellen möchte und überlegt, das Projekt zu finanzieren. Die Erbauer des hohen Hauses tragen allen ökologischen Gedanken Rechnung, sogar wissenschaftlich, mit Studien, soll der Bau begleitet werden. D.h. die Heizung, Kühlung, Energie, Atmung sollen in einem Kreislauf sich gegenseitig tragen und die überflüssige Wärme soll nicht über das Dach entfleuchen, sondern einen Gegenstromkanal zum Augarten für die Biber antreiben.

Der Biber bei der Arbeit.

Der Biber bei der Arbeit.

Konkret sieht das Vorhaben so aus: Auf der Oberen Donaustraße 15 wird ein neuer Durchgang zum E-Werk und weiter durch die Weisergründe geschaffen. Neue Wohnhäuser werden auf Stelzen gebaut und so steht neben einer Garagenzu- und ausfahrt, Rad- und Fußwegen auch einem Kanalbau nichts im Wege. Schon Jahrzehnte zuvor haben sich wohl die Planer der Wohnhausanlage Weisergründe schon mit dem Gedanken gespielt, wenn Natur wieder sein darf, dass Platz dafür ist und so kann nun auch dort der Kanal gebaut werden. Da Energie keine Rolle spielt – siehe Hochhausabwärme – kann auch die Obere Augartenstraße mit dem Wasser überbrückt werden und beim Flakturm als kleiner Wasserfall mit einer Bibertreppe in den Augarten münden. Dort wird gemäß historischem Plan eine Venediglandschaft geschaffen, nebenbei das Kinderfreiband mit warmem Hochhauswasser versorgt und über die Wälder des Augartens zum Sänderknabenpalais geführt. Dort soll ein Biberspielplatz generationenübergreifend im Areal Platz finden. Viele kleine Bäume für Babybiber und Bäume mit weichem Holz für schon betagte Biber finden hier Raum. Über den Augartenspitz, der dadurch Öffnung erfährt und dem Bauwunsch nach einer Konzerthalle Halt gebietet, führt der Kanal offen über Taborstraße, Haidgasse, Leopoldsgasse, Hollandstraße wieder zum Donaukanal.
Hoffentlich nehmen die Biberinnen und Biber dieses vorzügliche Angebot an! Uschi


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2 Antworten

1 04 2009
Andy

Netter Aprilscherz ;-)

6 05 2009
brig

ein ökologisches vorzeigeprojekt von ganz großer nachhaltigkeit, hoffentlich gefördert

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