Autobahnen oder Volksschulen?

28 03 2009
Bildung statt Autobahnen

Bildung statt Autobahnen

Letzten Samstag les ich in den Salzburger Nachrichten einen interessanten Artikel zur aktuellen Debatte um die Schulpolitik.

Ministerin Schmied möchte
-         zeitgemäße Großraumbüros für die LehrerInnen
-         Netbooks für alle LehrerInnen
-         kleinere Klassen
-         ein neues Besoldungsrecht mit höheren Einstiegsgehältern für LehrerInnen
-         eine neue LehrerInnenausbildung

Die Lehrergewerkschaft schlägt vor:
- Abbau von Bürokratie
-         Hebung der Unterrichtsqualität
-         Frühförderung für Kinder vor dem Schuleintritt.
Und so nebenbei geht es natürlich auch noch um die Einführung der Gesamtschule und mehr StützlehrerInnen

Wow, so denk ich mir, einverstanden. Das will ich alles, zum Wohle unsrer Kinder.
Und warum dann der absurde Streit um die 2 Stunden höhere Unterrichtsverpflichtung? Geht es da wirklich nur um ein paar Hundert Millionen Euros, wie Schmied versichert?

Widerstand gegen die Lobauautobahn

Widerstand gegen die Lobauautobahn

Wenn es nur das ist, dann verzichtet doch einfach auf eine der unnötigen Autobahnen, die Ministerin Bures diese Woche angekündigt hat. Alleine die Lobauautobahn – für die die Asfinag heute die Umweltverträglichkeitserklärung eingereicht hat – weist reine Baukosten von 1,7 Mrd. Euro auf. Dazu kommen noch die bei solchen Großprojekten üblichen Kostenüberschreitungen und die Finanzierungskosten. Alles in allem sind also 3-4 Mrd. Euro Gesamtkosten nicht unrealistisch.

Abgesehen von der verkehrs- und raumplanungspolitischen Unsinnigkeit der Lobauautobahn wird ihr Bau relativ wenig Beschäftigungswirkung entfalten. Vor allem riesige Maschinen werden beim 9 km langen Tunnel zum Einsatz kommen und verhältnismäßig nur sehr wenige Menschen.

Aber, so werden jetzt viele sagen, das Geld von der Asfinag kann man nicht so einfach in das Schulwesen stecken, die Asfinag ist doch eine private Aktiengesellschaft.

Dem ist nichts hinzuzufügen...

Dem ist nichts hinzuzufügen...

Doch, kann man. Die Asfinag gehört zu 100% der Republik Österreich, also uns SteuerzahlerInnen. Die Lkw-Mauteinnahmen reichen gerade mal aus, um die bestehenden Strecken zu sanieren, der Ausbau erfolgt auf Pump (8,6 Mrd. Euro zusätzlich alleine bis 2014), den nicht die Asfinag sondern schlussendlich wir alle zurückzahlen müssen. Genauer gesagt, unsere Kinder, wenn sie einmal zu SteuerzahlerInnen herangereift sind.

Deshalb würde ich gerne von unserer Bundesregierung wissen, was für unsere Kinder wichtiger ist? Ein reformiertes Schulsystem, das dafür sorgt, dass unsere SchülerInnen nicht zuhauf als sekundäre Analphabeten die Schule verlassen und für den qualifizierten Arbeitsmarkt verloren sind? Oder breite Betonbänder quer durch Österreich, die v.a. die Straßenbaulobby und die Bankenlobby freuen und gleichzeitig den internationalen Transitverkehr nach Österreich hereinholen?

Grüne gegen den Autobahnwahn

Grüne gegen den Autobahnwahn

Es hat den Anschein, als würde die Bundesregierung zweiteres bevorzugen. Jeder hat halt so seine Prioritäten (und seine Lobbys, die zu bedienen sind) :-(


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