Ich hab in den letzten Wochen hier im Blog ja schon ein paar Mal auf die Gefährlichkeit der exzessiven Salzstreuung in Wien hingewiesen.
Nun zeigen sich die ersten eindeutigen Opfer dieses Unfugs in Form von massiver Rostbildung auf vielen Ketten von Fahrrädern. Die Fotos entstanden gestern innerhalb von drei Minuten, während ich auf den Bus wartete. Bei einem einzigen Radbügel-Standort hatten von 6 Fahrrädern drei verrostete Ketten.
Und das ist kein Einzelfall, das kann man derzeit in ganz Wien beobachten.
Während man aber dem Verrosten von Ketten noch mit dem Einsatz großer Mengen von Kettenöl einigermaßen begegnen kann, sind die Schäden, die das Salz am Fahrradrahmen schwerwiegender. Mit der Zeit werden Stahlrahmen durch das Salz spröde und das kann bis zum Rahmenbruch führen.
Im Übrigen schaden die Unmengen an Salz natürlich auch den Autokarosserien.
Zur Salzproblematik habe ich auch für die nächste Bezirksvertretungssitzung am kommenden Dienstag auch eine unfassende Anfrage an den Herrn Bezirksvorsteher gestellt. Vermutlich wird er sie aber nur bis zum Juni schriftlich beantworten und die direkte Antwort in der Sitzung scheuen.




Salz hat ausschliesslich seine Berechtigung auf der Autobahn, vor allem in der Nacht. Wien dagegen hat genügend Öffis, auf die man umsteigen könnte (Autofahren im Winter können eh die wenigsten).
Im Grunde genommen finde ich persönlich die ganze Schneeräumumg sowieso unnötig, zwingt sie doch dazu, sie ständig zu wiederholen. Auf einer schönen Schneedecke geht es sich weit sicherer als auf feuchtem Beton, man sehe sich bloss mal Wintersportorte an.
Da wäre das Problem allerdings, dass bei Sand- oder Kieselstreuung wieder das leidige Thema Feinstaub hier zu beklagen sein würde.
Zuguterletzt: Nichts für ungut, aber diese Ketten oben wurden seit dem Kauf noch kein einziges mal gepflegt…
Es gibt meiner Meinung nach nur wenige Situationen, die den Salzeinsatz rechtfertigen: Eisregen und Glatteis. Doch in Wien wird das Salz immer gleich gestreut, auch wenn nur ein paar wenige Millimeter Schneegrießeln aus dem Hochnebel fallen.
Wir Grüne fordern schon seit langem die Einführung eines dreistufigen Winterdienstes.
• Stufe eins – für Fahrbahnen der Nebenstraßen: lediglich räumen und gar nicht streuen.
• Stufe zwei – für Bürgersteige und Radwege: Räumen und möglichst nur salzfreie, abstumpfende Mittel streuen.
• Stufe drei – für Gefahrenstellen und auf Kreuzungen: sparsamer Einsatz von Feuchtsalz.
Ob die Ketten auf dem Foto gepflegt waren, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass auch die Ketten meines Fahrrads in diesem Winter Rost angesetzt haben, als ich sie einmal 3 Wochen lang nicht geölt habe.
Genau deshalb sollte man sein Fahrzeug regelmäßig reinigen. Selbst schuld kann ich nur sagen. Da ist mir die Sicherheit auf den Wiener Straßen wesentlich wichtiger als die Frage, ob jemand sein Fahrrad putzen muss oder nicht.
ad „regelmäßig reinigen“:
Gut, wir wissen von früheren Kommentaren, dass Sie kein Auto haben. Da wär das Reinigen ja noch einigermaßen einfach, da braucht man nur bei Plustemperaturen in die Waschstraße einer Tankstelle zu fahren.
Aber haben Sie ein Fahrrad? Fahren Sie damit im Winter auch? Und wie reinigen Sie Ihr Fahrrad?
Spritzen Sie Ihr Fahrrad mit Wasser ab? Nicht so gut, kann ich da nur sagen, auch Wasser, das in alle Ritzen und Sprünge kriecht, tut dem Fahrrad nicht besonders gut.
Oder zerlegen Sie tatsächlich 1x wöchentlich alle Lager, entfetten die Kette und ölen sie neu ein? Das würde wohl gegen das Salz helfen, aber die zwei Stunden Arbeit pro Woche sind mir denn doch zu viel Aufwand. Oder gibt es bei Ihnen in der ÖVP-Bundespartei ein Spezialservice für salzgeschädigte Fahrräder?
Oder wissen Sie gar nicht, wovon Sie schreiben?
ad „selbst schuld“:
Wieso – wer streut denn so viel Salz auf die Straßen? Das ist doch wohl die Stadt Wien in ihrer paranoiden Angst vor Schadenersatzprozessen, wenn einmal ein Autofahrer den Bremsweg auf Schneefahrbahn falsch berechnet – was allerdings allein sein Fehler wäre.
ad „Sicherheit auf Wiener Straßen“:
Ich bin ziemlich skeptisch, dass der massive Krieg gegen den Schnee auf Wiens Straßen tatsächlich zu höherer Sicherheit führt. Wenn die Autofahrer durch Schneefahrbahnen dazu gezwungen werden, langsamer zu fahren, ist das bei weitem sicherer als es ihnen zu ermöglichen, jederzeit mit Tempo 80 über den Gürtel oder den Praterstern zu rasen.
Vielleicht (und auch das ist nicht sicher) käme es zu mehr Blechschäden, aber die Unfallschwere und die Anzahl der Verletzten und Toten würde sicherlich deutlich abnehmen.
Hier in tirol wird längst kein salz in den orten gestreut – dem tourismus sei dank
In Wien hatten die Alleebäume früher schwer unter dem Salz zu leiden, daher kam es in den 80ern oder 90ern auch in Wien zu einem Salzstreuverbot. Doch 2003 hatte die unsägliche Umweltstadträtin Kossina die Idee, die Diskussion über die häufigen Feinstaubüberschreitungen damit zu entschärfen, anstatt Streusplitt wieder Steinsalz zu streuen. Die Presseaussendung dazu trug den Titel „Die Umwelt atmet auf“. Wär’s nicht so traurig, könnte man laut darüber lachen.
Es stimmt zwar, dass die Feuchtsalztechnologie der MA48 weniger Salz verwendet als früher, doch dafür streuen Hausbetreuungsfirmen tonnenweise Salz auf die Gehsteige, um sich Personal zu sparen. Und die Stadt Wien überprüft das viel zu wenig.
Hundepfoten, Bäume, Schuhe und Fahrräder haben darunter zu leiden. Hauptsache, Wien kann die Feinstaub-Überschreitungstage etwas verringern und die Autos können wieder schneller unterwegs sein als bei gesandelten Fahrbahnen.
Einfach nur traurig…
Hallo,
also ich wohne im 17ten und habe einen Welpen. Dieser quetscht und schreit seit 2 tagen schon wegen dem vielen Salz und sonstigen Zeug was gestreut wird! Tw ist die schicht so dick (ich trag sie natürlich zur Wiese, gut das es ein kleiner Hund ist…). Das größte ist ja, das an der Haslingergasse/Ortliebgasse Männer der Firma Dimmi (ich habe die Autonummer und werde mich beschweren) soviel Salz streuen, das richtige kleine Haufen entstehen – nur paar Meter entfernt von einem kleinem Hundeauslauf (Wiese+paar Bäume) welcher gerne am Abend fürs tägliche Geschäft der Hunde genutzt wird. Außerdem ist an der Ecke ein kleiner Garten – darf dort überhaupt gestreut werden?
Jedenfallfs habe ich bei der Schneehotline der MA48 angerufen und die Adresse und so angegeben, die wollen jetzt jemand schicken der schaut ob alles OK ist. Ich bin mal gespannt.
Lg