Es war ja leider zu erwarten.
Bei der Ortsverhandlung zur Entschärfung des gefährlichen Radwegs in der Taborstraße Ende Jänner hat mich SPÖ-Bezirksvorsteher Kubik bereits angeschnauzt, dass wir (Die Grünen) das Ghostbike in der Taborstraße endlich entfernen sollen. Dass die Ghostbikes aber keine Aktion der Grünen sind, sondern eine Aktion der Initiative Critical Mass Austria hat er mir einfach nicht geglaubt. Für ihn steckt hinter jeder Initiative aus der Bevölkerung, die ihm nicht in den Kram passt oder die er sich nicht erklären kann einE GrüneR AgentIn. Das ist aber sein Problem.
Doch nun hat er die Stadtverwaltung offenbar dazu gebracht, dass das Ghostbike in der Taborstraße tatsächlich entfernt wurden.
Was sind Ghostbikes überhaupt?
Das erste Ghostbike wurde 2003 in den USA errichtet und es gibt sie seither in über 30 Städten weltweit. Ghostbikes sind komplett weiß angemalte Fahrräder (auch Sattel, Reifen …), die an Orten aufgestellt werden, wo eine RadfahrerIn durch einen LKW/PKW getötet wurde. Als Gedenken, Warnung, Mahnmal und Bitte um Respekt vor dem Leben von RadfahrerInnen.
Gegen die aktuelle Entfernung einiger Ghostbikes in Wien gibt es auf der Website der Initiative Critical Mass Austria bereits einen Protestartikel , dem wir uns 100%ig anschließen.
Es ist einfach nur mehr traurig, wenn Bezirksvorsteher Kubik erklärt, dass die baulichen Mängel des Radwegs in der Taborstraße keine Schuld an dem tragischen Todesfall im Oktober haben (das sehen wir vollkommen anders) und andererseits sich von den Ghostbikes offenbar genervt fühlt…
Wolfgang



Typisch. Wesentlich mehr fällt mir fast nicht ein.
Macht ja nix, wenn RadfahrerInnen getötet werden, die zahlen ja keine Steuern für ihr Fahrzeug – da sind sie wohl entbehrlich. Und sie verdrecken die Luft nicht, also sind sie unwichtig. Nur um die Dreckschleudern wird sich immens gekümmert.
Dabei gibz durchaus teure Räder, die wenn gekauft die Wirtschaft beleben und das Parkplatzproblem entschärfen. Eigentlich sollten die uns Radfahrer hätscheln und pflegen statt uns totzufahren und die Überlebenden dann noch zu verhöhnen.
Wird mir gleich ganz anders …
Das weiße Rad fand ich außerdem total hübsch. Es sollte wieder hingestellt werden DÜRFEN!!! Fixhalleluja. Luja sogi.
LG,
Eva Poss (zugegeben etwas enerviert von den PolitikerInnen)
Da merkt man, was dem Bezirk wichtig ist: dass vor allem PKW und LKW rasch vorwärts kommen, gegen Einbahnen rasen dürfen, abbiegen, wo es gar nicht erlaubt ist u.s.w. und wenn mal ein Radfahrer oder eine Radfahrerin durch ein KFZ ums Leben kommt und zum Gedenken ein Ghostbike an dieser Stelle aufgestellt wird, so wird das vom Bezirk und von der Stadt Wien als Schandfleck gesehen.
Denn FußgängerInnen und RadfahrerInnen sind leider in der Leopoldstadt immer noch VerkehrsteilnehmerInnen 2. Klasse.
Leider hab ich jetzt erfahren, dass auch die beiden anderen Ghostbikes (in der Oberen Donaustraße und in der Vorgartenstraße) entsorgt wurden.
Critical Mass Austria hat übrigens eine Onlinepetition eingerichtet, die Ihr unterschreiben könnt (http://www.criticalmass.at/1209 ).
ciao, wolfgang
Und das ist gut so. Es kann nicht jeder nach Lust und Laune Gegenstände im öffentlichen Raum aufstellen – wobei ich hier zwischen persönlicher Trauer und politischem Aktionismus unterscheiden würde.
Generell gesagt gehört jeder Unfall umfassendst untersucht und die nötigen Konsequenzen gezogen. In vielen Fällen sind allerdings leider – wie aktuelle Statistiken beweisen – die Radfahrer selbst schuld. Und da hilft auch keine Verbesserung von Radwegen. Die generalisierte Schuldzuweisung an andere ist jedenfalls völlig unangebracht.
Da drängen sich mir doch glatt ein paar Fragen auf.
1. Von welchen Konsequenzen reden Sie? Gab es die im Falle des Unfalls in der Taborstraße?
2. Welche Statistiken, mit welchen Ergebnissen zitieren Sie?
3. Wieso glauben Sie, dass eine andere Organisation der Radverkehrsanlage in diesem Bereich die Gefahrensituation nicht entschärfen würde? Nur, weil der rote Bezirksvorsteher es so in seine Presseaussendung hineinschreibt? Die Argus und die IG Fahrrad sehen das so wie wir.
Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Kamptner
1) Konsequenzen: Wenn die Kreuzung unsicher ist, soll sie entschärft werden. Aber unter Einbeziehung von Fachleuten und nicht auf Zuruf von Lobbys für eine Gruppe von Verkehrsteilnehmern.
2) Die offiziellen Statistiken des BMI.
3) Weil es kein unabhängiges Gutachten gibt, sondern nur Aussagen von Lobby-Organisationen für Radfahrer.
ad 1) + 3)
Gerne, es würde mich wirklich freuen, wenn Fachleute ein unabhängiges Gutachten zu dieser Kreuzung bzw. Radverkehrsanlage erstellen würden. Aber das passiert ja nicht.
In diesem Fall gibt der rote Bezirksvorsteher vor, was zu geschehen hat. Und der ist weder Fachmann noch unabhängig.
Bleibt noch eine Frage: Wenn für sie die Argus (= Wr. RadlerInnenlobby) keine Fachleute für das Thema sind, wer dann? Würden Sie sich auch dagegen verwehren, wenn der ÖAMTC Vorschläge zum Autoverkehr macht, weil die ja auch nur eine Lobby sind, oder?
ad 2) Und was sagen dieses Statistiken aus? Dass viele RadfahrerInnen selber schuld sind, wenn sie über den Haufen gefahren werden? Das kann ich mir kaum vorstellen. Bitte um genauere Quellenangabe.
Süß. Wetten, Herr Gerhard Loub sitzt in einem Auto und hält Fahrrad-FahrerInnen prinzipiell für ein Verkehrshindernis (und genau wie Fußgänger für jagdbares Wild)?
Wer bestimmt die Fachleute? AutofahrerInnen?
ihoitsnetaus.
Abgesehen davon, dass ich kein Auto habe (bringt mir in Wien nicht viel) gibt es natürlich Verkehrsexperten, sogar gerichtlich beeidete Gutachter. Im Verkehr muss es ein Miteinander geben, und nicht eine Bevorzugung einer Gruppe und Verteufelung aller anderen.
Gut, Herr Loub. Haben Sie also ein Fahrrad?
Und – ich verteufle AutofahrerInnen nicht, ich mag’s nur nicht, wenn sich um AutofahrerInnen gekümmert wird, und um RadfahrerInnen nicht – und für allerlei irgendwo in eine Böschung gekrachte AutorahrerInnen stehen Unmengen Kreuze an den Straßenrändern, aber wenn in Wien wo ein Ghostbike stünde, kriegen wir Krämpfe?
DAS giftet mich.
Ich würde mir im Übrigen eineN GutachterIn wünschen, der/die selbst auch mit dem Rad fährt (in Wien, nicht auf einem Feldweg). Alles andere wär’ sinnlos.