Ich würde die Bildungspolitik unserer Regierung gerne gegen eine neue, zeitgemäße eintauschen. Die alte kann einfach verschrottet werden.

Wir haben in den letzten fünf, sechs Jahren ja schon viel Unfug erlebt in unseren Schulen. Die Sparefrohministerinnen, früher Gehrer – nun Schmied, zerstören die Zukunft ganzer Generationen. Da wurden fleissig Stunden gekürzt, Stellen nicht nachbesetzt, Förderstunden reduziert, Freiwillige Übungen weggekürzt, Sozialarbeit für unnötig befunden und gespart an allen Ecken. Und nun heißt es, die LehrerInnen sollen halt zwei Stunden länger unterrichten, dann kann die Bildungsreform weiter durchgeführt werden.
Hallo?
Da frage ich mich erstens gleich: welche Bildungsreform denn bitte? Denn da war genau gar keine. Die neue Mittelschule kanns ja wohl nicht sein. Und zweitens: soll der Unterricht jetzt besser werden wenn die PädagogInnen fürs gleiche Gehalt mehr arbeiten müssen? Und drittens: fein, dass jetzt wieder einmal hunderte JunglehrerInnen in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, sie sind die Unsicherheit eh schon gewohnt…
In Krisenzeiten Geld bei Schule und Ausbildung zu sparen, ist grob fahrlässig und vernichtet die Chancen unserer Kinder. Ich will, dass die LehrerInnen deutlich bessere Bedingungen für ihre wertvolle und stressige Arbeit vorfinden: kleinere Klassen, mehr Freiraum, SozialarbeiterInnen und Supervision an den Schulen. Und ein Umdenken der Politik: das Beste ist für für Kinder und deren Bildungsweg gut genug. Hier wird nicht gespart. Aber Darabos kauft dann halt keine Panzerfahrzeuge um 200 Millionen Euro. Schöner Gedanke irgendwie.
Jutta

Hallo Jutta, als Vater von einem Volksschul- und einem Kindergartenkind verfolge ich diese Diskussion interessiert. Grundsätzlich scheint da der Wurm drinnen zu sein. Die Verwaltungsaufgaben (Geld eintreiben für Ausflüge etc) sollten von einem Sekretär/Sekretärin gemacht werden. Ist sicher effizienter und auch günstiger.
Aber die zwei Stunden, um die es geht, sollen ja nur verschoben werden in die Schule hinein, die Lehrer arbeiten ja ohnehin 40 Std, nicht wahr? Und der Lehrstoff wird deshalb nicht mehr. Man hat mehr Zeit für den gleichen Stoff.
lg, Robert
hallo robert,
die kinder erhalten nicht zwei stunden mehr unterricht, dh. es ist nicht mehr zeit für denselben lehrstoff, weder für die lehrenden noch für die lernenden. es muss zwei stunden mehr unterrichtet werden, dh. der lehrende hat dann halt mehr klassen zu betreuen. die kinder profitieren davon gar nicht.
die verwaltungsaufgaben sind sicher nicht sehr attraktiv für die lehrerInnen, das wollen sie sicher nicht selber machen. aber die volksschulen die ich in wien kenne haben kein sekretariat. in den höheren schulen sind es zwei personen pro schule. dem gegenüber ein sogenannter lehrkörper: 60 lehrerInnen. das schaut nicht gut aus.
lg jutta