
Hier hilft kein Öl mehr
In den letzten Tagen hat es in der Leopoldstadt aus dem Hochnebel leicht geflankerlt. Die Schneehöhe betrug schätzometrisch 2 Millimeter. Doch das reicht offenbar schon, um ganz Wien in Salzlösung zu tränken. Das ist völlig absurd.
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Etwas Chemie:
Salz (=Steinsalz, NaCl, Natriumchlorid) schädigt Böden, Pflanzen, Gewässer und Tierpfoten und führt zu Korrosion bei Beton, Stahl, Karosserien (Kfz und Räder).
s. Beilage der Umweltberatung.
Dabei fehlen in dieser Aufstellung noch die negativen Auswirkungen auf Fahrräder, Hunde und Schuhe:
- Fahrräder: Ketten und Schaltungen rosten viel schneller, Rahmen und Reifenmäntel werden brüchig und spröde.
- Haustiere: Auftaumittel greifen die empfindlichen Pfotenballen von Haustieren an, und der Splitt klemmt sich zwischen den Ballen fest und schmerzt. Wenn die Tiere das Salz aus Pfoten und Fell lecken können Probleme auftreten. Und wenn dann auch noch Splitt mit in den Verdauungstrakt gelangt, kann unter Umständen eine ernsthafte Erkrankung die Folge sein. Reizungen bis zu Entzündungen der Schleimhäute (Nase, Augen) sind möglich. Auch die gering behaarte Bauchseite kann Entzündungen oder Verletzungen durch die Winterstreuung bekommen.
- Und auch das Leder der Schuhe wird ruiniert (wird viel schneller spröde).
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Steinsalz bringt Pflanzen zum Absterben
Bis 2003 gab es in Wien ein Salzstreuverbot (ausg. bei Extremverhältnissen) – aus gutem Grund. Sogar an den Autobahn-Stadteinfahrten hieß es damals “In Wien gibt es Salz nur auf dem Salzstangerl”. Damit wollte die SPÖ noch auf den Slogan der „Umweltmusterstadt Wien“ anspielen. Doch davon hat sich die SPÖ bereits seit langem verabschiedet. Ex-Umweltstadträtin Kossina vollzog mit der Winterdienst-VO 2003 eine radikale Kehrtwende.
Das führte dazu, dass die MA48 alle Straßen mit einer Feuchtsalzlösung (Steinsalzsole) streuen, auch wenn noch so wenig Schnee liegt und trotz Winterreifenpflicht. Und die privaten Hausbesorger (-firmen) streuen das (trockene) Salz in viel zu großen Mengen auf die Gehsteige. Das wesentlich umweltfreundlichere Kaliumkarbonat ist übrigens ca. 4x so teuer als Steinsalz – das ist wohl der Hauptgrund für die Salzorgie in Wien.
Hausbesorger (-firmen) sind übrigens verpflichtet, Salz und Streumittel wieder einzukehren, wenn es eine Warmphase gibt, aber das überprüft niemand (zuständig wäre die MA22 – Umwelthotline (4000-8022). Dort können auch Verstöße gegen die Winterdienst-VO angezeigt werden (also wenn z.B. Salz in der Nähe von Grünflächen gestreut wird (10 Meter Abstand, ohne bauliche Trennung))).

Salzhaufen neben Grünfläche
Wir Grüne wollen den Einsatz von NaCl auf Extremverhältnisse wie Eisregen und Glatteis, sowie auf Kreuzungen und auf Straßensteigungen beschränken.
Nie auf Gehsteigen und Radwegen. Wenn dort wirklich Auftausalze notwendig sind, eher Kaliumkarbonat verwenden.
Wir fordern einen differenzierten, dreistufigen Winterdienst (wird auch vom deutschen Umweltbundesamt empfohlen):
Stufe eins – für Fahrbahnen der Nebenstraßen: lediglich räumen und gar nicht streuen.
Stufe zwei – für Bürgersteige und Radwege: Räumen und möglichst nur salzfreie, abstumpfende Mittel mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ streuen.
Stufe drei – für Gefahrenstellen und auf Kreuzungen: sparsamer Einsatz von Feuchtsalz.
Auch auf Bezirksebene haben wir bereits einige Male versucht, den Salzeinsatz zu verringern, doch stoßen wir dabei bei Bezirksvorsteher Kubik leider nur auf taube Ohren.
Wolfgang

Wer zahlt den Schaden?
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