War heute das erste Mal im Palais Augarten. Ein nettes, kleines Schlösschen. Der Grund war eine Pressekonferenz zur geplanten Konzerthalle am Augartenspitz. KR Walter Nettig, der Präsident der Wr. Sängerknaben und ein guter Freund von Bürgermeister Häupl und DI Peter Pühringer, der Mäzen des Projekts hatten eingeladen.
Nachdem das Bundesdenkmalamt im Frühjahr sein Veto gegen den ersten Planentwurf eingelegt hatte, weil dadurch das Gesindehaus am Augartenspitz abgerissen werden hätte müssen, liegt nun ein neuer Plan vor. Etwas abgerückt vom Gesindehaus und etwas kleiner als das alte Projekt (380 statt 410 Sitzplätze).
Natürlich ist das neue Projekt etwas besser als das alte, aber die grundsätzlichen Bedenken der AnrainerInnen bleiben bestehen.
Beginnen wir beim Thema Verkehrserregung.
Der Standort ist verkehrstechnisch denkbar schlecht für eine Veranstaltungshalle geeignet. Trotz direktem U-Bahn-Anschluss werden immer noch einige BesucherInnen mit dem Auto anreisen, andere mit Reisebussen. Wir rechnen mit mindestens 40 zusätzlichen Autos, die am Abend im umliegenden Wohngebiet einen Parkplatz brauchen.
Nun haben die Sängerknaben bereits 2006 von der TU Wien ein Verkehrskonzept ausarbeiten lassen, das uns durchaus brauchbar erscheint. Es hat nur einen – allerdings gewichtigen – Mangel: Die wichtigsten vorgeschlagenen Maßnahmen lassen sich nicht umsetzen.
1) Die Castellezgasse soll eine Einbahn stadteinwärts werden -> Wegen der 21er-Einstellung ist sie nun aber bereits als Einbahn stadtauswärts umgebaut.
2) Die 3. Spur in der Oberen Augartenstraße vor dem Gesindehaus soll als Busein- und -ausstiegsstelle dienen -> Das hat Bezirksvorsteher Kubik bereits abgelehnt.
3) Um zusätzlichen Parkplatzsuchverkehr in den Wohngebieten zu vermeiden, soll Anrainer-Parken eingeführt werden -> Dieser Maßnahme steht die Stadt Wien jedoch prinzipiell ablehnend gegenüber.
Ein Verkehrskonzept kann noch so gut sein, es ist nicht viel wert, wenn es nicht umgesetzt wird. Daher befürchten wir durch die Konzerthalle eine Verschärfung des Verkehrsproblems in der näheren Umgebung des Augartenspitzes. Schon alleine deshalb wäre das Projekt der Konzerthalle am neuen Stadtentwicklungsgebiet Nordwestbahnhof, welches auch an den Augarten grenzt, besser aufgehoben.
Wolfgang



NEUESTE KOMMENTARE